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Chapter 17

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Hochzeit

„Dago, bitte, ich mache mir keinen Spaß mit dir. Es ist mir ernst. Bei meinem Volk ist dies eine der wichtigsten Entscheidungen, die man nur einmal im Leben trifft. Und jemanden zu heiraten, ist das größte und unwiderlegbare Zeichen, dass man ihn liebt."

Nun war es ausgesprochen. Ich liebte ihn. Ich hatte mich ihm ausgeliefert. Ich zitterte am ganzen Leib und erwartete sein Urteil. Er sagte kein Wort mehr, aber sein Gesicht näherte sich meinem und ich versank in seinen goldenen Augen. Dann berührten sich unsere Lippen. Mit einem tiefen, langanhaltenden Kuss besiegelten wir unser Heiratsversprechen.

Wir legten einen Termin zwei Wochen später für unsere Eheschließung fest. In der Zeit bis dahin fragte mich Dago beständig nach dem Sinn und der Bedeutung des Heiratens aus. Ich antwortete ihm so gut ich vermochte. Seine Wissbegier war so umfassend, dass er all meine Erklärungen wie ein Schwamm aufsog, darüber nachdachte und mir immer weiter gehende Fragen stellte. So erzählte ich ihm auch von Liebe, Treue und Keuschheit vor der Ehe und all den anderen wichtigen Dingen, die man mir als junges Mädchen beigebracht hatte. Vor allem das letztere Konzept schien ihn sehr zu beschäftigen.

Danach übernachtete er nicht mehr im Haus, sondern durchstreifte trotz der zunehmenden Kälte in der Dunkelheit die Wiesen und Wälder rings um mein Landgut. Seltsamerweise verbesserte sich Naneschas Stimmung dadurch nicht, obwohl ihre Nächte viel erholsamer sein mussten, als zuvor. Auch ihre Einladungen zu Spaziergängen zu zweit lehnte Dago nun ab, oder machte jeweils den Gegenvorschlag, dass wir alle drei gemeinsam gehen sollten, was ihr wiederum nicht recht zu sein schien. Ich empfand dies als sehr schade, denn es wäre eine wunderbare Gelegenheit gewesen, unsere einst so enge Verbundenheit wieder auferstehen zu lassen.

Manchmal ertappte ich sie dabei, wie sie mir wütende Blicke aus ihren dunklen Augen zuwarf, wenn sie glaubte, dass ich nicht in ihre Richtung sah. Was hatte ich denn nur getan, um ihren Zorn auf ich zu ziehen? Für mich war es undenkbar, dass die erste erwachsene Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen hatte, einen Keil zwischen uns treiben könnte.

Und zudem beschäftigten mich nun ganz andere Gedanken, so dass ich dieses für mich unlösbare Rätsel zur Seite schob.

Am Tag der Hochzeit war ich nervös wie nie zuvor. Schon lange vor der vereinbarten Stunde legte ich mein Kleid an. Dann saß ich entweder mit ineinander verschränkten Händen auf meinem Bett oder trat vor den Spiegel, um zum hundertsten Mal zu überprüfen, ob meine Frisur noch in Form war.

Dann war es endlich soweit und ich schritt gemessen ins Wohnzimmer, wo Nanescha und Dago schon auf mich warteten. Er hatte auf meine Bitte hin über sein mittlerweile gewohntes Hemd ein schwarzes Jackett und eine dazu passende Hose angelegt, obwohl er der Ansicht gewesen war, dass er angemessener zu solch einem wichtigen Ereignis erschienen wäre, wenn er gar keine Kleidung getragen hätte. Ich nahm an, dass hatte er als Witz gemeint, konnte meinerseits aber nichts Humorvolles darin sehen.

Nanescha war in ein grünes Kleid gewandet und hatte sich einen aus immergrünen Zweigen geflochten Kranz auf das zu Zöpfen geflochtene schwarze Haar gesetzt. Sie sah trotz oder gerade wegen dieser schlichten Aufmachung sehr würdevoll aus. Wir traten vor den improvisierten Altar, auf dem Symbole aufgestellt waren, die entweder mir oder meinem zukünftigen Gemahl heilig waren. Dann sprach Nanescha einige wohlgesetzte Worte und nachdem sie sich von uns aus eigenem Munde versichern ließ, dass wir den Bund aus freiem Willen eingehen wollten, erklärte sie uns zu Mann und Frau. Kurz und sachlich entledigte sie sich ihrer Pflicht. In all meiner Aufregung hatte ich verständlicherweise weder Auge noch Sinn dafür, wie meine liebe Freundin diesen Tag erlebte. Das Herz klopfte mir bis zum Hals und ich sah, hörte, fühlte und dachte nur noch eines: Dago!

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