Chapter 10 by FranzMueller
Folge ich ihr?
Hinterher!
Ich kann nicht anders. Ich entscheide mich, doch noch hinter ihr herzulaufen. Alles in mir sträubt sich, jetzt diesen Anblick anderen Menschen preiszugeben.
Dicht hinter ihr steige ich die Treppe nach oben. Ihre Hüften schwingen bei jeder Stufe noch sinnlicher hin und her. Wie hypnotisiert folge ich dem Hüftschwung.
Klack-Hin-Klack-Her
Klack-Hin-Klack-Her
Klack-Hin-Klack-Her
Klack-Hin-Klack-Her
Klack-Hin-Klack-Her
Oben auf der Treppe angekommen folge ich ihr ins Bahnhofsgebäude hinein. Plötzlich macht sie einen Ausfallschritt in den Bahnschalter.
Ihr dahin zu folgen wäre zu auffällig. Aber kein Problem. Im Kiosk kann ich mir eine Packung Zigaretten oder irgendwas dummes kaufen. Nicht das ich rauche oder so. Ich muss nur die Zeit überbrücken.
Im Bahnhofskiosk schlendere ich herum, blättere wahllos in Magazinen und Büchern. Den Bahnschalter immer im Blick. Es dauert. Es dauert viel zu lange. Du dumme Kuh! Du bist doch schon angekommen, was machst du so lange? Du könntest die Zeit mit mir verbringen!
Ich erblicke wie zwei Polizisten den Bahnschalter ebenfalls betreten und mit ihr reden. Plötzlich erfüllt eine Leere meinen Kopf. Shit! Die dumme Sau hat die Polizei gerufen! Wieso? Wieso weißt sie mich so hart zurück? Das wird sie mir büßen die dumme Nuss! So hübsch ist sie gar nicht. Ich habe mir das nur eingeredet. In Wahrheit ist sie genauso hässlich wie das Viech dass sie dabei.
Zwei Rindviecher im Zug. Das sind sie!
Innerlich gebe ich mir eine Ohrfeige. Mein Gewissen meldet sich: Bist du behindert? Sie ist das schönste Wesen dass je diese Gottverdammte Bahn betreten hat! Nur weil du denkst dass sie jetzt die Polizei gerufen hat, muss das nicht wegen dir sein! Vielleicht hat sie was im Zug vergessen. Ja das muss es sein. Sie kann doch nicht wegen mir die Bullen gerufen haben. Ich habe mich doch unauffällig verhalten.
Ja das muss es sein. Mit einem Päckchen irgendwelcher Zigaretten und einem Feuerzeug verlasse ich den Kiosk Richtung meiner Arbeit.
Am Bahnschalter vorbei, vorbei an der Schönheit, vorbei an der Polizei. Puuh, also war wirklich nichts mit mir. Nochmal gut....
Eine harte Hand packt meine Schulter und wirbelt mich herum. Ich höre wie in Trance „ist das der Typ?“ ich höre meine Prinzessin: „ja“ ich höre das Viech: „ja“
Scheiße scheiße scheiße!
Plötzlich reißt mich der Polizist aus der Trance: „Pass mal auf Freundchen. Die Damen hier haben genau geschildert was Sie die ganze Fahrt abgezogen haben. Wie Sie sie bespannt haben. Sie haben auch Stöhnen aus der Toilette gehört. Wir können Ihnen jetzt nichts nachweisen, daher nehmen Sie das hier ernst: wir kennen so widerliche Menschen wie Sie nur viel zu gut! Also halten Sie in Zukunft Abstand. Sollte uns nur noch ein Wort über Sie zu Ohren kommen, werden wir die Kameras im Zug auswerten. Und dann sehen wir mal weiter ob sie Hausverbot im Zug bekommen! Daher: Abstand, sonst ziehen wir andere Saiten auf!“
VERDAMMT!
Game Over! Vielleicht hätte ich mich anders verhalten sollen?
Game Over?
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Zugfahren im Winter
Zuspätkommen ist obligatorisch!
Da stand sie plötzlich am Zugsteig. Und ich konnte nur daran denken, sie richtig durchzuficken.
Updated on Mar 5, 2020
by FranzMueller
Created on Feb 4, 2020
by FranzMueller
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