Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 15 by Redboom Redboom

Wie verläuft der Unterricht?

Gute Note und viel Stress.

Im Unterricht wurde es nicht besser. Als Jette ihre Mathearbeiten zurückbekam, staunte sie: Eine glatte Eins, obwohl sie vorher nichts von Mathe verstand. Die Lehrerin, Frau Meier, lächelte sie an und verkündete vor der Klasse, dass Jette zur neuen Klassensprecherin gewählt worden war. „Du bist jetzt eine unserer besten Schülerinnen, Jette“, sagte Frau Meier mit einem stolzen Nicken. Jette blinzelte verwirrt. Klassensprecherin? Beste Schülerin? Sie hatte doch nie kandidiert! Doch bevor sie nachfragen konnte, stapelten sich schon die Aufgaben auf ihrem Tisch: Protokolle schreiben, Projekte organisieren, Lehreranfragen beantworten. Ihre Mitschüler bombardierten sie mit Fragen, baten um Hilfe bei Hausaufgaben oder wollten, dass sie Streit schlichtete. Jeder schien etwas von ihr zu wollen, und ihre neue Beliebtheit fühlte sich plötzlich wie eine schwere Last an.

Noch beunruhigender waren die Blicke der männlichen Lehrer. Herr Schmidt, der Sportlehrer, rief sie nach dem Unterricht zu sich, um sie für ein „besonderes Schulprojekt“ zu gewinnen. Sein Lächeln war zu freundlich, sein Blick wanderte zu lange über ihren Körper. Jette spürte, wie ihr ein Schauer über den Rücken lief. Auch Herr Braun, der Geschichtslehrer, machte seltsame Komplimente über ihr „strahlendes Auftreten“ und bat sie, nach der Stunde noch zu bleiben, um über „Extraprojekte“ zu reden. Angewidert wich Jette ihren Blicken aus und floh so schnell wie möglich aus den Klassenzimmern.

Als der Schultag endlich vorbei war, fühlte sich Jette wie erschlagen. Doch da hatte sie noch Nachmittagsunterricht im Violinenspiel. Ihre Lehrerin lobte sie zwar für ihre Perfektion, aber jede Note fühlte sich wie eine weitere Bürde an. Völlig erledigt schleppte sich Jette nach Hause, ihre Schultern schwer von den neuen Verpflichtungen und den unangenehmen Begegnungen.

Im Wohnzimmer warf sie ihre Tasche in die Ecke und ließ sich auf das Sofa fallen. Ihr kleiner Bruder Tim saß vor dem Fernseher, die Fernbedienung fest in der Hand, und zappte durch die Kanäle. „Hey, gib mir die Fernbedienung“, sagte Jette scharf, ohne ihn anzusehen. Tim verzog das Gesicht. „Warum immer du?“, maulte er, hielt die Fernbedienung aber außer Reichweite. „Weil ich’s sage“, schnappte Jette und riss ihm die Fernbedienung aus der Hand. Tim funkelte sie an, wagte aber keinen Widerstand. Jette hatte in ihrer Beziehung immer das Sagen gehabt, und auch wenn Tim sich manchmal beschwerte, wusste er, dass er gegen sie keine Chance hatte. „Geh spielen oder so“, fügte sie hinzu und lehnte sich zurück, während sie den Fernseher auf ihren Lieblingssender schaltete. Endlich ein Moment Ruhe.

Was ist Jettes zweiter Wunsch?

Comments

      Want to support CHYOA?
      Disable your Ad Blocker! Thanks :)