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Chapter 61 by Redboom Redboom

Wie geht es weiter?

Große Neuigkeiten.

Seit einigen Tagen war etwas anders. Vanessa wirkte blass, gelegentlich klammerte sie sich morgens an das Waschbecken, ihr Haar verklebt, die Schultern zitternd. Zuerst hatte Leon sich nicht getraut zu fragen. Aber es ließ ihm keine Ruhe.

An diesem Morgen hatte er das Würgen wieder gehört – kurz, aber deutlich. Er war aufgestanden, durch den Flur geschlichen. Die Badezimmertür stand einen Spalt offen. Er konnte Vanessas nackten Hintern sehen, denn sie trug nur einen kurzen Morgenmantel aus Satin. Die Schultern zitterten kaum merklich.

„Geht’s dir nicht gut?“, fragte er leise.

Sie drehte sich nicht um. Nur ein Lächeln spiegelte sich kurz im Spiegel – seltsam zufrieden. „Ach, Liebling… du bist süß. Es ist nichts Schlimmes.“

Ein Satz, der alles und nichts bedeuten konnte.

Später am Tag saßen sie zu dritt im Wohnzimmer. Barbara, wie immer kühl, mit einem schwarzen Rollkragenpullover und einer dampfenden Kaffeetasse vor sich. Vanessa war überraschend gut gelaunt. Ihre Augen glänzten. Als hätte sie ein Geheimnis, das sie nicht länger für sich behalten konnte.

„Ich muss euch was sagen“, begann sie, und ihre Stimme war sanft, beinahe singend. „Ich bin schwanger.“

Stille.

Leons Herz setzte einen Schlag aus. Barbara runzelte die Stirn.

„Wie bitte?“, fragte sie spitz. „Von wem?“

Vanessa lächelte. Direkt in Leons Richtung. Kein Zwinkern. Kein Spiel. Nur Wärme. Zu viel Wärme.

„Von Leon.“

Der Satz schwebte im Raum wie ein Gift, das langsam zu wirken begann.

Leon starrte sie an. Ihm war, als sei er aus der Zeit gefallen. „Was…?“, entkam es ihm. „Nein. Das… das kann nicht sein.“

Barbara stellte ihre Tasse ab. Langsam, fast bedrohlich leise. „Du nimmst die Pille.“

„Nehmen, ja“, sagte Vanessa und zuckte mit den Schultern. „Aber du weißt doch, nichts ist hundertprozentig. Es ist einfach passiert.“

Leon wollte aufspringen, doch seine Beine fühlten sich an wie aus Stein. Es konnte nicht sein. Es durfte nicht sein. Das war ein Witz. Ein kranker, grausamer Witz.

„Du bist… sicher?“ Seine Stimme war kaum hörbar.

Vanessa nickte. „Ganz sicher, mein Schatz.“

Barbara lachte trocken. „Na bravo. Herzlichen Glückwunsch, Leon. Du bist Vater. Oder... Mutter? Je nachdem, wie man’s sieht.“

Etwas in ihrer Stimme war wie kalter Stahl, versteckt hinter einem Hauch Sarkasmus. Der Blick, den sie ihm zuwarf, ließ keinen Zweifel daran, dass er das noch lange zu spüren bekommen würde.

Vanessa legte ihm beruhigend die Hand auf den Arm. „Ich möchte das Kind behalten. Es ist ein Teil von uns.“

Leon konnte kaum noch atmen. Die Worte prallten gegen seinen Kopf, wie eine Brandung gegen Klippen. Alles drehte sich. Seine Gedanken überschlugen sich. Wäre er doch ein Mädchen… wäre er wirklich ein Mädchen… dann hätte das alles nie passieren können.

Er fühlte sich schmutzig. Schuldig. Verdorben. Er hatte seine eigene Mutter geschwängert.

Wie geht es weiter?

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