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Gertrud von Hackeborn,
Äbtissin von Helfta war eine starke Frau, geplagt von schlaflosen Nächten wegen der ständigen Bedrohungen durch rivalisierende Grafen, die das Klosterland begehrten.
Gertrud hatte eine tiefe, fast väterliche Bindung zum Markgrafen von Meißen – er war ihr Jugendfreund, ein ritterlicher Mann mit scharfem Verstand und einem Hang zu geheimen Intrigen, der das Kloster als Bollwerk gegen seine Feinde sah.
An jenem Freitagmorgen erhielt sie eine dringende, verschlüsselte Botschaft von ihm:
Er warnte vor einem bevorstehenden Überfall und bot finanzielle Hilfe im Tausch gegen Landrechte, die sein Reich stärken würden.
Persönlich quälte es Gertrud – sie erinnerte sich an ihre gemeinsamen Spaziergänge in der Jugend, wo er ihr von seinen Ängsten vor Verrat erzählte.
Deshalb brach sie die strenge Reihenfolge und erschien früher im Chorraum, um ihre Schwester Mechthild, die Priorin, allein zu warnen und zu beraten, bevor das Gebet begann.
Es war ein Akt der Verzweiflung, getrieben von Loyalität und Furcht um ihre Nonnen.
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