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Chapter 14 by Mercadus Mercadus

What's next?

Freundschaft

Der Motor tickte leise nach. Zwei Typen im Auto, irgendwo im Wald, kein Heldentum, kein Pathos.
Tom sah rüber. „Du versteckst dich zu gut, Thomas.“

Thomas grinste schief. „Vielleicht, weil ich’s besser kann als fühlen.“
Ein kurzer Atemzug, rau, brennend.

Tom sah wieder nach vorn._ „Vor mir musst du’s nicht.“ Thomas starrte ins Nichts. Bäume, Dunkelheit, Sonnenlicht.
„Manchmal denk ich, ich bin zu kaputt“_, sagte er.

„Quatsch.“ Tom schüttelte kaum merklich den Kopf. „Du bist echt. Besser als die meisten.“
Stille. Schwer. Warm. Thomas schluckte. Dachte an die Praxis, den Flur, an Michelle, an alles, was er nicht aussprechen konnte.

„Mit dir“, sagte er, „ist es weniger schlimm.“ Tom lachte leise, rau. „Mit mir darfst du einfach sein, Blauauge.“
Thomas nickte. Fast unsichtbar.

Dann rutschte er ein Stück näher, nicht viel. Nur so, dass der Abstand zwischen ihnen echt wurde. Tom schweigt. Neben ihm.
Groß. Ruhig. Nur der Atem. Nur die feuchte Dunkelheit draußen.

Thomas sagt es. Flüsternd, fast schäbig. Vom Flur. Vom Beobachten. Vom nicht-reichen, nicht-dürfen, nicht-wissen-wie.
Tom hört zu. Kein Wort. Nur diese Stille, die schwerer wird.

Irgendwann – Bewegung.

Toms Hand liegt da. Zwischen ihnen. Flach auf der Konsole. Offen. Bereit. Kein Signal. Kein Versprechen. Nur: Wenn du willst.
Thomas sieht die Hand an wie ein Tier, das in eine Falle läuft.

Alles in ihm schreit. Alles in ihm will. Er lehnt sich rüber. LIPPEN

Küsst. Vorsichtig federleichtscheuzart, zum ersten Mal. Tom nimmt es als Siegel einer Freundschaft, die er sich schon immer ersehnt hat.
Diese Freundschaft zwischen Adligen, Dichtern, Schriftstellern oder Künstlern, frei von Zwängen und Konventionen, Nacktheit ohne Scheu, Umarmung FREI FREIHEITFREI

Tom grinst. Der alte Tom, der alles weiß und nichts verrät. „Jetzt weißt du, wie’s sich anfühlt“, sagt er nur. Dann Stille.
Draußen schlagen Zweige ans Blech. Und irgendwas, tief in Thomas, hört auf, sich zu wehren.

Nachsatz

Später, als er allein war, roch Thomas seine eigenen Hände. Schweiß, Eau de Toilette, Toms Haut. Etwas in ihm hatte sich verschoben. Kein Weg zurück.
Er wollte es. Mehr davon. Härter, echter, schmutziger. Er wollte Teil davon sein, ohne jemals ganz gesehen zu werden. Wollte dienen, ohne gefragt zu werden. Gehören, ohne zu besitzen. Und in dieser verdammten Ruhe draußen, auf diesem Parkplatz voller nasser Blätter, wusste Thomas endlich: Das war es, wonach er immer gesucht hatte. Nicht Liebe. Nicht Macht. Nur diese eine Sache: Sich selbst verlieren. Und nie wiederfinden.

Wohin wird es führen?

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