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Formeln unter Füßen

Chapter 45 by Levantin Levantin

Der Sonntag hatte mir eine überraschende Gnadenfrist beschert. Loona war kein Unmensch – zumindest nannte sie es so mit einem spöttischen Zug um die Lippen, als sie am Sonntagnachmittag mein Schloss öffnete. Nach der Tortur der Clubnacht und dem tagelangen Druck hatte sie mich mit geübter Kälte bis an die Grenze getrieben und schließlich unter ihren wachsamen Augen abspritzen lassen. Eine einzige, überwältigende Entladung, bevor der feuchte Harzkäfig mit einem vertrauten, metallischen Schnappen wieder um mein Glied verriegelt wurde.

Doch die Erleichterung hielt nicht lange vor. Am Montagnachmittag saß ich am großen Holzesstisch in Emmas elterlichem Wohnzimmer, und die Anspannung kroch mir kälter denn je den Rücken hinauf.

Emma hatte die Spielregeln einseitig verschärft.

Statt allein zu erscheinen, saß sie mir gegenüber, flankiert von Mara und Sophie. Die drei Mädchen hatten den Tisch mit Formelsammlungen, Taschenrechnern, Collegeblöcken und Eiskaffeegläsern belagert. Ich war nicht als Mitschüler hier, sondern als Rechenknecht. Vor mir lagen drei separate Physik-Hefter, drei Aufgabenblätter zur Thermodynamik und meine eigenen Mathe-Notizen zu Vektoren, während mein Laptop leise vor sich hin summte.

„Die Herleitung für das Integral hast du mir aber ziemlich unleserlich hingekritzelt, John“, sagte Emma beiläufig, ohne von ihrem Smartphone aufzublicken. Sie kaute auf einem Kaugummi, tippte eine Nachricht und schob mir das Blatt mit dem Handrücken zu. „Schreib den gesamten Rechenweg noch mal sauber ins Reine. Und rechne Maras Physik-Aufgabe gleich mit durch, die Formeln peilt sie sowieso nicht.“

„Ich hasse Physik einfach abgrundtief“, stimmte Mara mit einem gelangweilten Seufzen ein. Sie saß zu meiner Linken, die Beine provokant übereinandergeschlagen, die weiße Socke nur wenige Zentimeter von meinem Oberschenkel entfernt. Sie drehte eine blonde Strähne um ihren Zeigefinger und sah mich durch halb geschlossene Wimpern an. „Aber dafür haben wir ja unser fleißiges Genie hier, nicht wahr? Er rechnet das doch viel lieber für uns, als selbst Freizeit zu haben.“

Sophie, die rechts saß, kicherte leise in ihre flache Hand. „Schau dir an, wie er schwitzt. Nimmst du ein paar Gleichungen etwa zu ernst, John?“

Mein Nacken brannte. Ich beugte mich tiefer über das karierte Papier, umklammerte den Stift und begann zu rechnen, während meine Finger leicht zitterten. Jede Faser meines Körpers war auf Alarmbereitschaft. Der Harzkäfig saß fest und unbarmherzig unter meiner dunklen Jeans, doch mit drei Mädchen am selben Tisch fühlte sich jede Bewegung wie ein Drahtseilakt an.

Unter der Tischplatte spürte ich plötzlich eine sanfte Berührung.

Eine Fußspitze schob sich an meinem Schienbein hoch. Vorsichtig, fast beiläufig, strich ein Zehenspitzenpaar über den festen Denimstoff meiner Hose. Ich zuckte unwillkürlich zusammen und starrte auf meine Formeln. Emma sah mich frontal an, ein hauchdünnes, herablassendes Grinsen im Gesicht. Sie nippte ungerührt an ihrem Glas und schob ihren Fuß weiter nach oben, wanderte langsam Richtung Knie.

Auf der anderen Seite raschelte Maras Hose. Auch ihr Fuß wanderte von der Seite heran, suchte meine Wade und drückte sich spielerisch gegen mein Schienbein.

„Also ich finde ja, er hat sich eine kurze Pause verdient“, raunte Mara, lehnte sich mit den Ellenbogen weit auf die Tischplatte und stützte das Kinn in die Hände. Ihr Ausschnitt öffnete sich dabei spürbar. „Oder was meinst du, Emma? Vielleicht sollten wir ihn ein bisschen belohnen. Ein bisschen Spaß muss schon sein, wenn er uns vor der Fünf rettet.“

Mein Herz hämmerte bis zum Hals. Panik schnürte mir die Kehle zu. Loonas eiskalte Warnung hallte durch meinen Kopf: Emma durfte mich nicht anfassen – und Mara und Sophie durften erst recht keinen Verdacht schöpfen. Wenn eines der Mädchen zu weit ging, wenn eine Hand oder ein Fuß versehentlich an meinen Schritt geriet, würden sie das Harz ertasten. Sie würden das Schloss spüren. Die Fassade würde vor der ganzen Schule in Stücke gerissen werden.

„Lasst… lasst uns bitte einfach weitermachen“, brachte ich mühsam hervor, die Stimme trocken und heiser. „Der Test ist morgen früh. Wenn die Ansätze in der Klausur nicht exakt stimmen, bringt euch das alles gar nichts.“

Emma zog langsam ihre Zehen zurück, doch ihr Blick blieb spöttisch auf mir haften. Ihr eigenes Geheimnis hielt sie eisern unter Verschluss – kein Wort über Loona, keine Silbe über das Video. Die Demütigung, die sie selbst erfahren hatte, duldete keine Zeugen. Stattdessen genoss sie die Macht, die ihr geblieben war.

„Hör auf ihn, Mara“, sagte Emma mit spitzem Tonfall. „Unser kleiner Streber hat ja recht. Er ist heute schließlich nur hier, um unsere Noten zu retten.“ Sie lehnte sich ein Stück vor, tippte mir mit ihrem lackierten Fingernagel gegen die Wange – kühl, herablassend, genau an der Grenze des Erlaubten. „Aber zappel nicht so nervös rum, John. Ist dir etwa zu heiß mit uns?“

Mara und Sophie prusteten los, ein schadenfrohes, gehässiges Kichern, das mir wie glühende Nadeln in den Ohren brannte. Sophie beugte sich zu Mara rüber, flüsterte ihr etwas zu, woraufhin beide Blicke provokant über meine Beine wanderten.

Unter dem festen Stoff meiner Jeans meldete sich mein Körper trotz der nackten Panik. Das Zusammenspiel aus Reizüberflutung, den heimlichen Berührungen unter der Tischkante und dem Spott dreier hübscher Mädchen trieb das Blut unweigerlich in mein Becken. Mein Schwanz wollte anschwellen, suchte nach Raum, wo keiner existierte.

Der Harzzylinder blockierte die Schwellung sofort. Die Kappe bohrte sich unerbittlich gegen die Eichel, der Basisring schnitt scharf in die Leiste.

Ein stechender, dumpfer Schmerz breitete sich in meinem Unterleib aus. Ich hielt den Kopf starr gesenkt und rechnete, Gleichung für Gleichung, Ableitung für Ableitung, drei verschiedene Lösungswege aufschreibend, damit kein Lehrer Verdacht schöpfte. Ich diente als ihr geistiger Fußabtreter, schwitzte im Bann ihrer herablassenden Blicke und betete stumm, dass die Zeiger der Wanduhr diese Nachhilfe endlich beendeten.

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