What's next?
Tastatur und Zehenspitzen
Das monotone Summen des MacBooks auf meinen Knien war das einzige Geräusch im abgedunkelten Zimmer. Ich saß im Schneidersitz auf dem weichen Florteppich, den Rücken an die Bettkante gelehnt. Über mir, auf der Matratze, lag Loona. Sie trug seidige Shorts und ein knappes Trägertop, die Beine angewinkelt, während sie mit einer Nagelfeile gleichmäßig über ihre frisch manikürten Spitzen fuhr.
Ihre nackte Fußsohle ruhte schwer und selbstverständlich auf meinem linken Oberschenkel. Jedes Mal, wenn sie leichten Druck ausübte, spürte ich durch den dünnen Stoff meiner Jogginghose die unnachgiebigen Kanten des Harzkäfigs darunter.
„Du bist zu langsam, John“, sagte sie, ohne von ihren Nägeln aufzublicken. Ihre Stimme klang träge, fast gelangweilt. „Die Hunde betteln nicht umsonst. Wenn du sie zu lange warten lässt, kühlen sie ab.“
Auf dem Display vor mir war die Direktnachrichten-Inbox ihres X-Accounts geöffnet. Eine endlose Liste von anonymen Profilen, fast alle ohne echtes Bild, versehen mit kryptischen Nutzernamen und Biografien voller Unterwerfungsfloskeln. Seit einer Stunde tippte ich für sie. Meine Aufgabe war simpel und grausam zugleich: Ich war ihre Stimme. Ich verwaltete die Männer, die dafür bezahlten, von ihr verachtet zu werden.
Mein Blick fiel auf den obersten Chat. Ein User namens Paypig_Markus.
„Göttin, ich habe das Bild mit deinen Beinen in der Bar gesehen. Bitte erlaube mir, dir deine nächsten Drinks zu finanzieren. Wie viel darf ich dir schicken?“
„Was will der?“, fragte Loona von oben.
„Er… er fragt nach der Summe. Für Drinks“, brachte ich heiser heraus. Meine Finger lagen starr auf den Tasten.
Ihre Zehen wanderten langsam mein Bein hinauf, glitten bis knapp an den Ansatz meiner Leiste und tippten spöttisch gegen die harte Plastikwölbung. Ein dumpfer Schmerz schoss mir durch den Unterleib. Dann hob sie das Bein an. Die weiche Unterseite ihrer Zehen strich kühl über meinen Hals, tastete sich langsam über mein Kinn und drückte schließlich gegen meine Unterlippe.
„Mund auf“, befahl sie leise, fast beiläufig.
Ich gehorchte ohne Zögern. Meine Lippen teilten sich, und ihr großer Zeh glitt langsam zwischen meine Zähne. Der Geschmack von kühler Haut, feiner Feuchtigkeitslotion und einem Hauch von Salz legte sich schwer auf meine Zunge. Während ihr Zeh tief in meine Mundhöhle drückte und meine Zunge nach unten presste, ruhte ihr Fußrücken an meiner Wange, fixierte meinen Kopf in einer Haltung absoluter Ergebung.
„Schreib ihm: Dreihundert Euro“, diktierte sie von oben herab, während sie mit dem Zeh spielerisch gegen meinen Gaumen stieß. „Und sag ihm, dass eine erbärmliche Null wie er überhaupt kein Recht hat, nach einem Betrag zu fragen. Entweder er schickt es sofort per PayPal Freunde und Familie, oder er wird blockiert. Und setz ein Schweine-Emoji dahinter.“
Ich schluckte mühsam um ihren Zeh herum, der Speichel sammelte sich in meinen Mundwinkeln. Das Tippen der Tasten hallte unerbittlich durch den Raum. Wort für Wort formulierte ich die kalte, vernichtende Forderung.
In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Ich sah die Nachrichten dieser fremden Männer, gestandene Kerle mit Jobs, Ersparnissen und bürgerlichen Existenzen, die darum bettelten, von einer jungen Frau Anfang zwanzig finanziell ausgeblutet zu werden. Und ich? Ich war kein Deut besser. Ich verurteilte sie nicht einmal – im Gegenteil, ich verstand jede einzelne Zeile ihrer Verzweiflung. Der einzige Unterschied zwischen diesem Markus und mir war, dass er Hunderte Euro zahlte, um vielleicht ein spöttisches Bild ihrer Beine zu sehen, während ich mit ihrem Zeh im Mund zu ihren Füßen saß und den Käfig trug, der mich vollständig zu ihrem Eigentum machte. Es war eine zutiefst verstörende Mischung aus Mitleid, Ekel und einem abartigen, giftigen Stolz: Ich war ihr Werkzeug, um diese Narren auszunehmen.
„Gesendet“, murmelte ich dumpf gegen ihren Fuß.
Keine dreißig Sekunden später leuchtete eine Push-Nachricht auf dem Display auf.
Zahlungseingang: 300,00 € von Markus W.
Notiz: Danke, Herrin. Es tut mir leid.
Ein leises, kehliges Lachen drang von der Matratze herab. Loona zog ihren Zeh langsam aus meinem Mund, strich ihn spöttisch an meiner Wange trocken und drückte mir dann die Ferse gegen die Brust, sodass ich den Rücken durchdrücken musste.
„Siehst du? So einfach funktioniert das, wenn man weiß, wie man wertlose Kreaturen anpackt.“ Sie neigte den Kopf zur Seite, ihre dunklen Augen funkelten voller Hohn. „Du bist überraschend gut darin, John. Man merkt, dass du genau weißt, wie solche Würmer denken. Liegt wohl daran, dass du das gleiche Blut in den Adern hast.“
Meine Wangen glühten vor Scham. Sie hatte recht. Ich war genau wie sie – ein willenloser Satellit in ihrer Umlaufbahn.
Und genau dieser Gedanke löste eine verheerende Kettenreaktion in meinem Körper aus. Tief im Inneren des Harzgehäuses pulsierte das Blut wie geschmolzenes Blei. Die absolute, mühelose Macht, mit der sie diese Männer abkassierte, der Geschmack ihrer Haut noch frisch auf meiner Zunge und die Tatsache, dass ich ihre Verachtung in Worte fasste, jagten eine Welle blanker Erregung in mein Becken.
Mein Schwanz wollte anschwellen, detonieren, sich aufbäumen.
Klick.
Mit brutaler Härte schlug das Glied gegen die unnachgiebige Kappe des Käfigs. Der Basisring schnitt mir fast den Atem ab, die Haut brannte wie Feuer. Ein ersticktes Stöhnen entwich meiner Kehle. Ich saß da, ein schreibender Sklave, gefangen in Schmerz und Demütigung, während auf ihrem Konto dreihundert Euro mehr lagen.
„Weiter“, befahl sie kühl und wandte sich wieder ihren Nägeln zu. „Der nächste Chat. Irgendein Banker, der darum bettelt, meine Schuhe sauber lecken zu dürfen. Sag ihm, er soll erst fünfhundert überweisen, bevor er überhaupt von meinen Sohlen träumen darf.“
Ich wischte mir mit dem Handrücken über die Lippen, senkte den Blick auf die Tastatur und begann zu tippen. Vollkommen gefügig, gehorsam bis auf die Knochen – der stumme Schreiber ihrer finanziellen Herrschaft.
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