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Chapter 19 by Daemony Daemony

What's next?

Evas Geheimnis wird aufgedeckt

Sie hasste Julius. Sie hasste die Berge. Sie hasste das Dorf, das ihr keinen Schutz bot, das nicht die Zuflucht war, die sie sich erhofft hatte. Am meisten von allen hasste sie aber sich selbst. Sie hasste sich dafür, dass sie die Bestrafung akzeptierte, anstatt dagegen zu rebellieren. Sie biss nur die Zähne zusammen und wartete stumm, bis es vorüber wäre.

Es endete. Ohne Kommentar, ohne Ermahnung. Einfach so. Evas Atem war schnell und flach. Matt und kraftlos wie eine Stoffpuppe lag sie über Julius Schoß.

Er stand auf und ließ sie zu Boden gleiten. Gerade noch rechtzeitig schaffte sie, sich mit den Armen abzufangen, um nicht schmerzhaft auf die ausgetretenen Dielen aufzuschlagen. Ihre Augen brannten vor nicht geweinten Tränen. Ihre Kehrseite brannte noch mehr. Sie fragte sich, ob sie jemals wieder sitzen könnte. Mit Mühe zog sie sich auf das schmale Bett hoch, ignorierte die kratzige Wolldecke und presste das Gesicht in die grobe Strohmatratze.

Julius ging aber nicht. Er war noch nicht fertig mit ihr. Das Knarren des altersschwachen Holzrahmens zeigte Eva an, dass er sich neben sie setzte. Sofort umfing sie sein typischer Duft nach Tabak und Wolle. Und da war noch ein weiterer Unterton, den sie mehr **** wahrnahm. Dennoch war es dieser schwache Geruch, der sie mehr als alles andere alarmierte. Er brachte die bösen Erinnerungen zurück an die Nächte, in denen sie stocksteif vor Angst in ihrem Bett ausharrte, während ihr Onkel sich ausgezogen und neben sie gelegt hatte. Bevor er dann ...

Sie sollte schreien. Sie sollte sich wehren. Sie sollte ihn davonjagen. Aber nichts davon tat sie. Stattdessen wartete sie ab, stumm und bewegungslos.

Und da war sie, die Berührung.

Seine schwielige Hand strich an ihrem Bein entlang nach oben. Eva zitterte, doch sie entzog sich ihm nicht. An jedem Striemen, an jeder Schwellung, die seine Schläge verursacht hatten, hielt er inne und betastete sie, als wolle er sie in Besitz nehmen.

Zuletzt erreichten seine Finger die eine Stelle, die von dem Lederriemen nicht getroffen worden war und die dennoch empfindlicher war als alle anderen. Eva sog zischend die Luft ein. Nein, schrie ihr Geist. Aber kein Wort kam über ihre Lippen.

Sein Zeigefinger schob sich voran und fand die unter den dichten Haaren verborgenen Lippen. Mit sanftem Druck teilte er sie ...

Schreckliche Erinnerungen überwältigten die junge Frau. Sie lag einfach nur da, äußerlich ruhig, doch in ihrem Innern tobte ein Orkan. Bilder, Geräusche, Gerüche wirbelten wild durcheinander. Ein schwerer Körper, der sie niederdrückte, ****, ein keuchender Mann, ein weinendes Mädchen. All dies waren Rückblenden aus einer anderen Zeit von einem anderen Ort. Trotzdem waren sie für Eva real und gegenwärtig. Sie wusste, wonach er suchte. Doch er würde es nicht finden. Das Banner ihrer Jungfernschaft, das Siegel ihrer Unschuld, es war längst zerbrochen. Sein forschender Finger stieß auf keinen Widerstand. Ihr Geheimnis war enthüllt.

Er hielt inne. Er wusste es.

Er wusste nicht alles, aber es genügte ihm. Er schätzte sie neu ein. Seine Haltung veränderte sich subtil, aber wahrnehmbar. Sie konnte fast hören, wie er nachdachte, während sein Finger noch immer in ihr steckte. Sie wunderte sich, dass er die Lage nicht ausnutzte, dass er kein Verlangen zeigte, keine **** mehr ausübte. Er wirkte stattdessen nüchtern, unpersönlich, emotionslos. Eher wie ein Handwerker, der an einem Werkstück einen Makel entdeckte, der dessen Wert minderte.

Er brummte und zog seinen Finger zurück. Eva atmete auf. Das Bett bewegte sich, als er aufstand.

"Du bleibst hier. Zieh dich an, geh aber nicht hinaus. Die Hochzeit findet heute nicht statt. Ich muss mich mit den anderen Ältesten besprechen."

Er stieß die Worte ohne Betonung und schnell hintereinander hervor. Verborgener Groll klang dahinter durch, als sei es ihre Schuld, dass er seinen Plan ändern musste. Dann war er auch schon draußen. Die niedrige Tür fiel hinter ihm zu. Ein Schaben erklang, das anzeigte, dass ein hölzerner Riegel vorgeschoben wurde.

Eva war eingesperrt.

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