Reicht das gegen die anderen aus?
Es wird knapp
Wenn Alex nun gehofft hatte, dass dieser unerwartete Rückschlag die Polizisten irgendwie demotivierte, dann hatte er sich leider getäuscht. Die Beamten waren zwar bei der Ankunft der Zarathustra-Einsatztruppe zurückgewichen, um den Spezialisten freie Schussbahn zu geben, aber jetzt, wo klar war, dass diese nicht wie geplant übernehmen würden, brauchten sie keine drei Sekunden, um sich wieder zu fassen und erneut auf die beiden "Terroristen" vor ihnen anzulegen. Alex fluchte leise und machte sich so klein wie möglich, während sich Malia vor ihm aufbaute, die Arme wie ein Fußballtorwart ausbreitete und ihn so gut es ging abschirmte. Keine Sekunde zu früh, denn da ging das Geballere auf sie auch schon wieder los, und obwohl der Großteil der Kugeln tatsächlich sie trafen, fing sich Alex immer noch ein paar Streifschüsse ein.
"All we have to do now is take these lies and make them true somehow"
Aber da kamen endlich, endlich, die anderen hinter dem Gefangenentransporter hervorgelaufen - sie waren offenbar damit fertig geworden, die von Jessie bereits beherrschten Polizisten mit ihren eigenen Handschellen zu fesseln und konnten nun auf dieser Seite aushelfen. Und in dem Moment, in dem Jessie die vier noch übrigen Beamten sehen konnte, hörten zwei davon auch augenblicklich auf zu schießen, ließen die Waffen fallen und griffen statt dessen nach den Gewehren der anderen beiden - offenbar Frauen, wenn sie nicht von Jessies Gesang betroffen waren.
"All we have to see is that I don't belong to you and you don't belong to me, yeah yeah!"
Die Polizisten rangelten miteinander um die Gewehre, und es war für die anderen ein Leichtes, zu ihnen zu laufen. Tom und Steffen zogen gemeinschaftlich der ersten der beiden Beamtinnen den Helm vom Kopf, und kaum dass ihr Gesicht zum Vorschein kam, hob Connor auch schon seine futuristisch aussehende Pistole, zielte ihr auf den Mund und drückte ab. Ein Strahl weißlicher Flüssigkeit spritzte aus der Spielzeugwaffe hervor, traf die Frau ins Gesicht, und fast augenblicklich wurden ihre Augen glasig und ihr Widerstand erlahmte. "Setz dich doch", sagte Connor sanft zu ihr, und sie gehorchte widerstandslos.
"Freedom!" trällerte Jessie. "Freedom! Freedom! You've got to give what you take!"
Alex nutzte die Gelegenheit, schnell an der Feldflasche zu nippen, um die Kugeln in seiner Brust loszuwerden und die erlittenen Streifschüsse zu heilen, und mit dem zusätzlichen Schub Erregung kam er ganz gut zu recht - er war noch nicht in Gefahr, spontan zu kommen. Aus den Augenwinkeln konnte er sehen, wie seine Kameraden auch die zweite Polizistin überwältigten. Connors Sperma war wirklich effektiv darin, den Willen einer Frau zu brechen, das musste er neidlos zugeben.
"Freedom! Freedom! Freedom! You've got to give what you-"
Ein lautes Knattern aus der Luft ertönte, und fast im selben Moment schlug eine Salve Kugeln mitten zwischen Tom, Connor, Steffen und Jessie ein - der noch übrige Mann vom Zarathustra-Einsatzkommando hatten offenbar entschieden, dass ihm die Sicherheit der Polizisten egal war. Die Körperpanzerung der Gefährten verhinderte Schlimmeres, auch wenn Jessie kurz aus dem Takt kam und das letzte Wort ihrer Zeile, "take", nur mit leichtem Abstand herausbekam. Aber immerhin schien sie die Konzentration aufrecht halten zu können; die Polizisten blieben passiv, und sie sang weiter, wenn auch mit etwas angespannter Stimme:
"Heaven knows we sure had some fun, boy, what a kick, just my buddies and me"
"Holt mal einer den letzten Flieger vom Himmel", rief Steffen. "Pandora kriegt den anscheinend nicht unter Kontrolle!"
"Wenn du mir auch sagst, wie, dann gerne", gab Alex zurück. "Mit der Rüstung kriegen wir ihn nicht - argh!" Eine Salve des Manns vom Einsatzkommando war in seinem Arm eingeschlagen. Er feuerte eindeutig mit kleinerem Kaliber als die Polizisten, aber weh tat es trotzdem.
"We had every big-shot government on the run, boy, we were living in a fantasy"
Malia streckte ihre Arme nach ihm aus. "Nimm mich auf die Schultern!" schlug sie vor. "Wenn ich auf dir sitze, hast du Deckung!"
Alex sah sie an, dann hatte er plötzlich eine Idee. "Shorty, hast du Lust zu fliegen?"
"But today the way I play the game has got to change, now I'm gonna get myself happy"
"Oh fuck." Malia sah ihn an. "Okay. Aber ziel besser als Titania, klar?!"
"Ich geb mir Mühe."
"I think there's something you should know, I think it's time I stopped the show"
Alex hob Malia mit einer Hand an der Hüfte hoch, ignorierte mit zusammengebissenen Zähnen eine erneute Ladung Kugeln in seinem Nacken und peilte den Kampfanzug des Zarathustra-Einsatztrupps an. Er setzte einen Fuß nach hinten, holte aus, und dann schleuderte er seine kleine Kameradin mit aller Macht auf sein Ziel in acht oder neun Metern Höhe.
"There's something deep inside of me, there's someone I forgot to be"
Der Soldat sah mit Sicherheit, was da auf ihn zukam, aber anstelle auszuweichen, feuerte er auf Malia. Die Kugeln schlugen in ihren bereits reichlich lädierten Körperpanzer ein; mit Sicherheit durchschlugen sie ihn auch, aber dennoch gelang es ihr, ihr Ziel zu erreichen. Sie rammte frontal gegen ihn, beide taumelten einen Moment durch die Luft, und es gelang ihr, sich an seiner linken Seite festzuklammern, einen Arm um seinen Arm und ein Bein um sein Bein geschlungen.
"Take back your picture in a frame, don't think that I'll I be back again"
Zum Absturz brachte sie ihn leider nicht, und der Soldat hatte seinen Anzug in kürzester Zeit auch wieder unter Kontrolle. Wütend prügelte er auf Malia ein, um sie loszuwerden, aber sie ließ sich nicht abschütteln. Statt dessen holte sie mit ihrem freien Arm aus - und zur allseitigen Überraschung dehnte sich ihr Arm dabei und wurde länger und länger, fast zwei Meter lang. Und dann schlug sie mit ihrem gepanzerten Handschuh zu, und ihre Faust sauste in einem irren Tempo los und traf das Sichtfenster des Helms, das augenblicklich einen deutlichen Riss bekam.
"I just hope you understand sometimes the clothes do not make the man"
Und in dem Moment sah sie der Mann mit überraschten Augen an, schlug nicht länger auf sie ein, und statt dessen ging er in einen langsamen Sinkflug und setzte Malia ganz behutsam neben den anderen ab.
Durch die gesprungene Scheibe des Kampfanzugs drang jetzt Jessies Stimme an seine Ohren.
"All we have to do now is take these lies and make them true somehow..."
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