War's das jetzt?
Der Transporter hat auch noch Besatzung
Damit schien erst einmal Ruhe eingekehrt, und bis auf Jessies Gesang war alles recht still. Alex warf einen Blick hinaus aufs Feld, wo die beiden anderen Männer der Zarathustra-Einsatztruppe heruntergegangen waren, und er sah beide Kampfanzüge dort auf dem Boden liegen, regungslos. Offensichtlich waren beide entweder inzwischen flugunfähig oder aber erfolgreich gehackt und abgeschaltet worden, wie sie es geplant hatten.
Steffen tippte sich gegen seinen Helm, um zu prüfen, ob sein Funkgerät noch intakt war. "Pandora, alles klar bei dir?"
"Alles in bester Ordnung." Pandoras Stimme war auch für die anderen zu hören, da Steffen sie auf Lautsprecher geschaltet hatte. "Keine weiteren vernetzten Bedrohungen im Luftraum."
"Dann mach den Transporter auf", verlangte Steffen. "Wir sind hier draußen fertig."
Ein Schnauben drang aus dem Lautsprecher. "Würd ich gerne. Leider hat die Ladetür noch eine zusätzliche Verriegelung, die nicht vernetzt ist. Einer der Leute innen muss einen separaten Sperrriegel oder so was vorgelegt haben."
Jessie tippte Steffen auf die Schulter und deutete auf ihren Hals. "Well, it looks like the road to heaven, but it feels like the road to hell", sang sie.
"Gute Idee", nickte Steffen. "Pandora, der Transporter hat bestimmt eine Funkanlage. Schalt sie auf unsere Funkfrequnz, damit man drinnen hört, was hier draußen los ist."
"Ah, natürlich!" Sie schwieg einen Moment. "So, jetzt steht die Verbindung. Ich hoffe, Syren kriegt das schnell hin."
Es war nicht lange. Nicht mal zwanzig Sekunden später gab es ein hörbares Klicken vom Transporter, dann schwangen die Ladetüren auf, und innen konnte man sehen, wie die sechs Mann Besatzung miteinander rangelten - Jessies Gesang hatte zwar nur die zwei in der Fahrerkabine betroffen, die sie ursprünglich hatte sehen können, aber die hatten genug Überraschungsmoment gehabt, um die zusätzliche Verriegelung zu lösen. Und als nun auch die anderen vier die Zeile "That's what you get for changing your mind" hörten, gaben auch sie den Widerstand auf und sprangen allesamt aus dem Fahrzeug.
Nur noch eine Person verblieb im Inneren: ein Mann, der in einem orangefarbenen Overall und einer Kapuze in der gleichen Farbe über dem Kopf auf einem Sitz saß, an Händen und Füßen gefesselt und mit den Fesseln zusätzlich mit einer Kette im Innenraum befestigt. Tom nahm einem der begleitenden Polizisten die Schlüssel ab, stieg in den Transporter und befreite den Mann, wobei er ihm als letztes die Kapuze vom Kopf zog. Zum Vorschein kam ein hager aussehender Mann mit rasiertem Kopf und einem Knebel im Mund, den er sich bei der ersten Gelegenheit herausriss.

"Okay, ihr gehört wohl nicht zu denen", war das erste, was er beim Anblick von Tom von sich gab. "Was seid ihr, ìrgendwelche Superhelden?"
"So was in der Art", nickte Tom. "Wir holen dich hier raus. Kannst du laufen?"
Der Mann stand auf. "Solange ich keinen Marathon laufen muss, passt es."
Tom stieg aus dem Transporter, und der Mann folgte ihm. Als er draußen Alex sah, weiteten sich seine Augen ein wenig. "Was bist du denn für einer?"
"Ich bin Roadie", grinste Alex, "und du?"
"Ich bin Viktor", sagte der Mann beeindruckt. "Wie kommen wir hier weg?"
Tom deutete zum Waldrand. "Unsere Autos stehen da vorne, es ist nur ein kleines Stück. Los, wir gehen; die anderen kommen nach, sobald sie alle Polizisten gefesselt-"
In diesem Moment ertönte in der Entfernung ein Rumpeln und Krachen, und dann brach von der Straße her ein großer dunkler Schatten aus dem Wald heraus und fuhr auf sie zu. Es war ein Fahrzeug, wirklich groß und klobig, mit bedrohlicher Silhouette und einem Geschützturm obenauf.
"Fuck!" fluchte Tom. "Die haben einen verdammten Radpanzer geschickt!"
0 comments
No comments yet
The story has no discussion yet. Leave a note here when a branch gives you something to say.
No chapter comments yet
No one has commented on this branch yet. Add the first note above.