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Chapter 44

Wann bekommt Meliye ihre Gelegenheit?

Erste Übernachtung

Bis auf zwei kurze Stopps, um einen Imbiss und Kaffee zu besorgen, fuhr Yildiz bis nach der österreichischen Grenze durch. Sina und Meliye waren auf ihren Plätzen eingenickt und auch er spürte die Müdigkeit. So navigierte er zu einem kleinen, abseits gelegenem Gasthaus. Er buchte ein Doppelzimmer für die Mädchen und ein separates für sich, um keine unerwünschten Fragen zu provozieren.

Sina war viel zu aufgedreht und nervös, um rasch einschlafen zu können. So hörte sie Meliyes Stimme von der anderen Seite des Betts, obwohl diese kaum mehr als ein Flüstern war.

"Du weißt schon, was mit dir passiert, wenn wir angekommen sind?"

Die Angesprochene lauschte weiter aufmerksam, blieb aber stumm. Was hätte sie denn auch sagen sollen?

"Ich sag dir's: Du wirst verkauft und dann von deinem neuen Besitzer entweder selbst vergewaltigt oder dafür vermietet. Vermutlich sogar beides. Wie gefällt dir diese Aussicht?"

Sina brachte, selbst wenn sie es gewollt hätte, keinen Ton mehr heraus. Das durfte doch nicht wahr sein. Sie wollte es einfach nicht glauben. In Büchern hatte sie schon von Entführungen gelesen. Am Ende wurde die Heldin befreit und alles stellte sich als großes Missverständnis heraus. Und alle waren glücklich. Oft wurde geheiratet.

Allerdings konnte sie nicht glauben, dass ihr selbst so etwas zustoßen könnte. Auf ein happy End sollte sie besser auch nicht bauen.

Meliye drehte die Spannung hoch.

"Ich gebe dir mal einen Eindruck davon, wie sich das anfühlen wird ..."

Sie griff zu der stocksteif auf dem Rücken liegenden hinüber und ließ ihre Hand über das Bein nach oben streichen. Die Deutsche hatte notgedrungen das T-Shirt als ihr einziges Kleidungsstück ausgezogen und hatte sich nackt auf Bett legen müssen. So schützte sie nichts gegen dagegen, dass die aufdringlichen Finger ihre privateste Körperstelle erreichten und dort versuchten, in sie einzudringen.

Nur Sekunden hielt sie es aus, dann schrie sie laut, sprang auf und flüchtete zur Zimmertür. Vergeblich rüttelte sie daran; den Schlüssel hatte ihre Kerkermeisterin vorsorglich abgezogen. Die nahm sich Zeit, schlenderte hinter ihr her. Sie riss sie an den Haaren zurück. Sina stolperte, fiel rücklings und stieß sich den Hinterkopf an der Bettkante. Im Nu war ihre Peinigerin über ihr und verpasste ihr Schläge mit der flachen Hand, links, rechts, links, rechts. Trotz Sinas schwachen Abwehrversuchen trafen alle Ohrfeigen ihr Ziel.

Es klopfte.

"Was ist da los bei euch?"

"Sie wollte abhauen. Aber keine Sorge, ich habe sicherheitshalber abgeschlossen", rief sie gedämpft, damit Kemal sie vor der Tür verstehen konnte, aber nicht das ganze Haus aufgescheucht wurde.

"Gut gemacht."

Meliye lächelte erfreut über das Lob.

"Hast du deine Handschellen dabei?"

"Ja, ich bringe sie dir."

Ihr Lächeln wurde noch breiter.

What's next?

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