Welche Probleme bekommen sie wohl noch?
Erst mal scheint es ruhig zu bleiben
Schnellen Schrittes folgten Alex, Jessie und Asha nun endlich der Gasse zurück zur Einkaufsmeile der Kleinstadt, wo sich auch das Parkhaus befand. Anscheinend folgte ihnen niemand, und Alex vermutete, das einzige Risiko bestand darin, dass jemand eine gute Personenbeschreibung von ihnen weitergeben konnte, ehe sie verschwunden waren. Er und Jessie waren wahrscheinlich eher unauffällig, aber Ashas Kleidung würde leicht zu identifizieren sein, sobald jemand wusste, wonach er zu suchen hatte.
"Nicht rennen", mahnte Pandora sie erneut. "Es sind noch keine allgemeinen Suchmeldungen nach euch raus, und bis die Polizei vor Ort irgend was aufnehmen kann, vergeht locker eine Viertelstunde. Aber wenn ihr jetzt mit eurem Benehmen irgendwelche automatischen Verdachtsalgorithmen triggert, werden die ganz schnell Ashas Gesicht identifizieren, und dann ist die Kacke am Dampfen. Ich kann das System nicht dauerhaft lahmlegen, also seid nicht doof!"
"Alles klar", gab Alex zurück, "wir sehen zu, dass wir locker bleiben. Asha, alles okay bei dir?"
Asha nickte, wenn auch reichlich unsicher. "Ich komme klar. Tut mir leid, dass ihr jetzt wegen mir Ärger habt."
Jessie lächelte ihr aufmunternd zu - sie schien nach der Sache mit dem Soldaten ausgesprochen gute Laune zu haben. "Ärger haben ist quasi unser Job. Und den haben wir ja nicht wegen dir, sondern wegen den Arschlöchern, die deine Wohnung verwanzt haben. Auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum sie das gemacht haben - wieso sollten die denken, dass du außer Shorty noch andere... interessante Leute kennst?"
"Weil sie wissen, dass ich auch so eine bin", gab Asha leise zurück. "Und sie wissen, dass es solche wie euch gibt, die sich zusammenschließen wollen. Über mich wollten sie an euch rankommen."
"Ein Honeypot", meldete sich Pandora zu Wort. "Klassische Strategie. Gut, dass ich schon halb mit so was gerechnet hatte, sonst wären wir jetzt verratzt."
Inzwischen war das Parkhaus in Sicht. "Wir sind gleich da", sagte Alex zu den beiden anderen, "dann machen wir uns hier raus. Asha, du gehst auf den Rücksitz, da wirst du schlechter von irgendwelchen Kameras erfasst."
Asha nickte, inzwischen etwas zuversichtlicher. "Ihr bringt mich dann zu Shorty?"
"Wir bringen dich in unseren Unterschlupf", beantwortete Jessie die Frage, "da ist auch Shorty. Wie's dann weitergeht, hängt von euch beiden ab. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch uns anschließen."
"Anschließen-" Asha biss sich auf die Lippe. "Ich weiß gar nicht, was ich euch anzubieten habe. Ich kann nicht so was Praktisches wie du."
Jessie musste grinsen. "Also, nach dem, was Shorty uns erzählt hat, finden wir bestimmt einen praktischen Nutzen für deine Kräfte. Außerdem kochst du angeblich sehr lecker. Dann hätten wir endlich mal eine Abwechslung zu unserer üblichen Hausmannskost."
Bei dem Gedanken musste auch Asha lächeln. "Wenn ihr eine Köchin sucht, bin ich in der Tat die richtige Frau für euch. Okay, ich schau mir das zumindest mal an."
Drei Minuten später saßen sie im Wagen und fuhren an die Schranke. "Pandora", sagte Alex, "kannst aufmachen, wir sind da. Pandora?"
"Moment." Etwa zehn Sekunden vergingen, ohne dass etwas geschah, und Alex wollte schon nachhaken, als sich die Ausfahrt plötzlich doch öffnete.
"Na geht doch!" Alex steuerte das Auto aus dem Parkhaus und bog auf die Hauptstraße ein. "In welcher Richtung kommen wir am Sichersten nach Hause, Pandora?"
Wieder vergingen einige Sekunden, ehe Pandora sich meldete. "Ich fürchte, erst mal doch noch nicht", sagte sie dann. "Ihr müsst vorher noch an den Stadtrand. Ich schicke euch gleich die Koordinaten aufs Navi.
Jessie wirkte verwirrt. "Warum denn an den Stadtrand? Ich denke, wir sollen so schnell wie möglich hier raus!"
"Sollt ihr auch", bestätigte Pandora. "Aber vorher müsst ihr mich noch abholen. Ich bin nämlich vor einer Minute aufgeflogen."
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