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Chapter 17 by Redboom Redboom

Wie erfüllt der Dschinn den zweiten Wunsch?

Er macht sie zur Katze.

„Ein einfaches Leben, Jette?“, sage ich, meine Stimme ein schneidendes Zischen, „Du willst es einfach? Oh, das kriegst du, Kleine.“ Ich schnippe mit den Fingern, und die Magie fließt wie ein Sturm durch mich. Jette keucht, als ein goldenes Licht sie umhüllt, ihre Haut kribbelt sichtbar.

Sie greift sich an den Kopf, und da sprießen sie schon – weiche, spitze Katzenohren, schwarz wie die Nacht, die sich neugierig drehen. Ihre Augen weiten sich, als Schnurrhaare aus ihren Wangen schießen, lang und zart, und sie fühlt etwas hinter sich zucken. Ein flauschiger Schwanz, gestreift wie der einer Tigerkatze, peitscht hin und her. Sie schreit, aber das Geräusch verwandelt sich in ein hohes, katzenhaftes Miauen, das mich in Gelächter ausbrechen lässt.

„Was zur Hölle, du verdammter Mistkerl?!“, faucht sie, aber ihre Worte klingen weicher, verspielter, und sie fängt an, mit den Händen über ihren neuen Schwanz zu streichen, als könnte sie ihn wegwischen. Ihre Bewegungen werden geschmeidiger, katzenhafter, und bevor sie es merkt, springt sie vom Sofa und landet auf allen Vieren, ihre Augen funkeln wie die einer Katze, die einen Laserpunkt jagt. Sie ist immer noch Jette – ihr Gesicht, ihre Haare, ihr Körper sind menschlich –, aber die Art, wie sie sich bewegt, wie sie schnurrt, wie sie ihre neuen Ohren zucken lässt, ist pure Katze.

Oh, es ist perfekt. „Ein einfaches Leben, Jette!“, rufe ich und schwebe über ihr, meine Arme weit ausgebreitet. „Kein Stress, kein Lernen, keine blöden Aufgaben. Nur das Leben einer Katze – schlafen, spielen, fressen, keine Sorgen! Genau, was du wolltest, oder?“

Sie faucht mich an, versucht, etwas zu sagen, aber es kommt nur ein empörtes „Miau!“ heraus. Ich lache so laut, dass die Wände beben. „Oh, du bist jetzt mein Meisterwerk! Viel Spaß beim Krallenschärfen und Mäusejagen!“

Mit einem spöttischen Zwinkern löse ich mich in Nebel auf, mein Körper wird zu einem Wirbel aus Rauch, der zurück in die Lampe gesogen wird. Drinnen, in der warmen Dunkelheit meiner Behausung, lasse ich mich auf einen Haufen Kissen fallen und schaue in den Kristallkugel.


Jette Rieger ist nun eine menschliche Hauskatze.

In der Küche saß Jette auf dem Boden, ihre neuen Schnurrhaare zuckten, als der Geruch von Thunfisch in der Luft lag. Ihre Mutter hatte eine kleine Schlüssel in der Hand und füllte ihn mit einer Mischung aus Katzenfutter und Resten vom Abendessen. „Jette, komm schon, du musst was essen“, sagte sie mit einem Seufzen, während sie die Schüssel auf die Fliesen stellte. Jette, deren menschlicher Verstand sich gegen die Demütigung wehrte, fauchte leise, aber ihr Magen knurrte, und ihre neuen Instinkte übernahmen. Sie kroch auf allen Vieren zum Napf, ihr gestreifter Schwanz peitschte hin und her, und begann, das Futter mit einer Mischung aus Ekel und seltsamer Zufriedenheit zu verschlingen. Ihre Zunge schoss hervor, leckte über das Futter, und ein leises Schnurren entkam ihrer Kehle, was sie selbst überraschte.

Später versuchte ihre Mutter, Jettes verfilztes Haar zu bändigen. Jette lag auf dem Sofa, ihre Katzenohren zuckten nervös, als ihre Mutter mit einer Bürste in der Hand näherkam. „Halt still, Jette, dein Haar sieht aus wie ein Vogelnest“, sagte sie streng. Doch Jette, deren katzenhafte Natur sich gegen jede Form von **** sträubte, fauchte laut und schlug mit einer Hand nach der Bürste, die klappernd zu Boden fiel. „Miau!“, zischte sie, sprang vom Sofa und huschte unter den Couchtisch, wo sie sich zusammenrollte und ihre Mutter böse anstarrte. Ihre Mutter hob die Hände in die Luft. „Gut, dann bleib halt ein Flohzirkus!“, rief sie und stapfte aus dem Zimmer. Jette schnaubte, aber insgeheim genoss sie die Freiheit, sich einfach zu verstecken und nichts tun zu müssen – war das nicht, was sie gewollt hatte?

Am Nachmittag kam der wahre Terror in Gestalt ihres jüngeren Bruders Tim.

„Komm her, Mieze!“, rief er und rannte durch die Wohnung, eine Wasserpistole in der Hand. Jette, die gerade auf dem Fensterbrett in einem Sonnenstrahl döste, riss die Augen auf und sprang mit einem Satz herunter. Ihre Reflexe waren schneller geworden, katzenhaft präzise, aber Tim war hartnäckig. Er jagte sie durchs Wohnzimmer, über die Couch und unter den Esstisch, bis er sie in einer Ecke erwischte. Mit einem fiesen Grinsen packte er ihren Schwanz und zog daran. Jette jaulte auf, wirbelte herum und schlug mit ihren Pfoten nach ihm.

„Miau! Miau!“, fauchte sie, aber Tim lachte nur und rannte davon, während Jette sich mit einem empörten Schnurren die schmerzende Stelle rieb. Doch tief in ihr regte sich ein seltsamer Drang: Sie wollte zurückschlagen, ihn vielleicht mit einem gezielten Sprung zu Boden werfen, wie eine Katze, die eine Maus jagt. Sie schüttelte den Gedanken ab, aber er blieb, ein leises Flüstern ihrer neuen Natur.

Abends fand Jette sich auf dem Dachboden wieder, wo sie sich oft zurückzog, wenn die Welt zu laut wurde. Sie kauerte auf einer alten Truhe, ihr Schwanz schwang sanft hin und her, und sie starrte aus dem kleinen Fenster in die Nacht. Kein Lernen, kein Stress, keine blöden Aufgaben – der Dschinn hatte ihr genau das gegeben, was sie wollte, und doch fühlte es sich falsch an. Sie war frei, aber gefangen in diesem seltsamen Körper, in diesen Instinkten, die sie dazu brachten, Wollknäuel hinterherzujagen oder sich in Kartons zu quetschen. Als ein Vogel draußen vorbeiflog, zuckten ihre Ohren, und ihre Finger krümmten sich, als wollten sie ihn packen. Sie seufzte, ein Geräusch, das in ein leises Miauen überging. Aber ein Teil von ihr, tief verborgen, begann, dieses einfache Leben zu genießen – die Wärme der Sonne, die Freiheit, einfach zu sein.

Was ist Jettes dritter und letzter Wunsch?

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