Ja - was nur?

Er könnte noch mehr Dinge missverstehen

Chapter 178 by Hentaitales Hentaitales

Alex war zwar immer noch nicht ganz überzeugt, ebenso wie Tom, aber Steffens Gedanke hatte schon etwas für sich: wenn sie wissen wollten, inwiefern sie Connor noch vertrauen konnten, musste er auch die Gelegenheit bekommen, etwas Falsches zu tun. Und wenn jeder darüber informiert war, dass sie auf ihn achten mussten, würde das wohl auch funktionieren.

Vorerst einmal ging Alex zurück auf sein Zimmer - oder besser, er wollte gerade dorthin gehen, als ihm auch schon Tamara entgegenkam. "Hast du's schon im Chat gelesen?" sprach sie ihn aufgeregt an. "Connor hat-"

"Ich hab's nicht nur gelesen", sagte Alex, "ich war live dabei, als er sein Schwimmbad-Ding durchgezogen hat."

"Fuck! Und ihr seid nicht alle aufgeflogen?"

Alex wollte ihr schon von Pandoras Eingreifen erzählen, erinnerte sich dann aber daran, dass ja eigentlich niemand wissen sollte, dass sie immer noch ein Auge auf alles hielt. "Wir hatten Glück", gab er zurück. "Und wir hatten Tom. Es gab eine heikle Situation mit der Badaufsicht, aber die hat er ganz cool gemeistert."

Tamara seufzte erleichtert. "Uff. Also, wenn du mich fragst, hat er's sich damit verschissen. Der hätte uns doch um ein Haar alle ans Messer geliefert!"

"Vielleicht war er nicht ganz er selbst, als er das gemacht hat", gab Alex zurück. "Lass uns mal aufs Zimmer gehen, da erzähl ich dir die ganze Geschichte."


Mit einigem Erstaunen nahm Tamara Alex' Erzählung entgegen, insbesondere dass Connor erst behauptet hatte, Lorena wäre mit seiner Idee einverstanden gewesen und dann, Steffen hätte Lorena imitiert, um ihn in Schwierigkeiten zu bringen. "So kenn ich ihn gar nicht", meinte sie hinterher. "Was ist denn in ihn gefahren, dass er eine Verschwörung gegen sich wittert?"

"Ich frage mich eher, was in ihn gefahren ist, dass er so was wie im Schwimmbad abzieht", gab Alex zurück. "Er weiß doch, wieviel von ihm abhängt und davon, dass er nicht mit uns in Verbindung gebracht wird. Und dann rennt er mit Asha zusammen in der Öffentlichkeit herum?"

"Na ja, dass er gerne sein Sperma in möglichst vielen Bäuchen haben will, ist ja nix Neues", meinte Tamara. "So war er ja schon immer drauf, das passt also zu ihm. Nur hätte ich gedacht, wenn er so was macht, dann stellt er es cleverer an. Und bisher hat er zumindest immer gefragt, ehe er versucht hat, jemanden zu schwängern. Dass er das macht, ohne jemanden zu fragen, ist neu."

Alex seufzte. "Ich hoffe mal, dass das jetzt nicht bei uns einreißt. In letzter Zeit kommt's mir nämlich ein bisschen zu oft vor, dass jemand ungefragt was mit anderen Leuten macht. Ich erinnere mich da an-"

In diesem Moment klopfte es an der Tür. "Alex, hast du kurz?" Es war Jessies Stimme.

"Klar, komm rein." Alex sah zu Tamara. "Geht doch in Ordnung, oder?"

"Logo."

Mit einem sehr nachdenklichen Gesichtsausdruck trat Jessie ins Zimmer. "Ich störe auch echt nicht?"

Alex schüttelte den Kopf. "Wo drückt der Schuh?"

"Es ist wegen Connor. Er war eben bei mir, und-" Sie sah zu Boden. "Er benimmt sich etwas komisch."

"Was hat er denn bei dir angestellt?"

Jessie setzte sich zu den beiden anderen aufs Bett. "Zuerst war er wie immer", erzählte sie. "Kam rein, meinte, er hätte einen ganz beschissenen Tag gehabt und mich gefragt, ob ich ein bisschen mit ihm relaxe."

Tamara grinste. "Also, ob er bei dir einen wegstecken kann."

"Ist ja nichts Neues bei ihm. Na ja..." Jessie atmete einmal durch. "Normalerweise hätte ich auch nichts dagegen. Aber vorhin hab ich die Nachricht im Chat bekommen, was er mit Asha abgezogen hat, und... Na ja, ich fand, er hatte ein bisschen Strafe verdient."

"Strafe?" Alex wurde hellhörig. "Du hast ihn doch hoffentlich nicht auf die Sache im Schwimmbad angesprochen!"

Jessie warf einen Seitenblick zu ihm. "Ich bin nicht blöd, Alex. Natürlich hab ich nichts davon erwähnt. Aber ich wollte ihn ein bisschen zappeln lassen. Hab ihm gesagt, es geht mir nicht so besonders, mir wäre wegen der Schwangerschaft etwas übel, und vielleicht ginge es mir besser, wenn er mir vorher ein bisschen die Muschi leckt... Ich hab's ganz klar als Spiel aufgezogen, hab ihm signalisiert, dass ich ihn nicht sofort ranlasse, und ich dachte, entweder versucht er mich jetzt doch gleich zum Ficken zu überreden, oder er tut tatsächlich, was ich ihm sage."

Tamara nickte. "Und? Was von beidem hat er gemacht?"

"Nichts davon."

"Nichts?!"

Jessie schüttelte den Kopf. "Statt dessen hat er mich ganz komisch angeschaut und so was gesagt wie 'dann halt nicht', und dann hat er sich auf dem Absatz umgedreht und ist wieder aus meinem Zimmer rausgerauscht. Ohne ein weiteres Wort." Sie sah in die Gesichter der beiden anderen. "Könnt ihr euch da einen Reim drauf machen?"

Alex presste die Lippen zusammen. "Vielleicht war's keine so gute Idee, ihn ein bisschen aufzuziehen", meinte er. "Im Moment ist Connor etwas dünnhäutig. Er glaubt, jemand wollte ihn vor den anderen schlechtmachen. Vielleicht hat er dein Nein so interpretiert, dass dich irgendjemand gegen ihn aufgebracht hat."

"Was?!" Jessie schüttelte entsetzt den Kopf. "Connor ist vielleicht ein bisschen ein Honk, aber ich mag ihn! Ich hab mit ihm den besten Sex meines Lebens, und so kleine Spielchen, die machen wir immer wieder mal, einfach damit's nicht langweilig zwischen uns wird!"

"Offenbar hat er das falsch verstanden, sonst wär er nicht weggerannt", schloss Alex. "Ich glaube, das solltest du mit ihm klären."

Jessie seufzte. "Och Mensch, warum kann nichts einfach sein?" klagte sie. "Okay, wenn ich ihn nachher sehe, red ich mit ihm."

Tamara blickte sie besorgt an. "Ganz ehrlich? Ich finde, das solltest du gleich machen. Wenn er echt so komisch drauf ist, stellt er vielleicht noch mehr Käse an. Du weißt doch, was sie im Chat geschrieben hat: wir sollen darauf achten, ob er sich irgendwie ungewöhnlich benimmt."

"Also, ich renn ihm jetzt bestimmt nicht nach, wenn er wie ein trotziges Kind bei mir aus dem Zimmer stürmt", gab Jessie zurück. "So viel Selbstachtung hab ich noch!"

"Brauchst du auch nicht", sagte Alex, "ich geh ihn suchen."

Tamara sah auf. "Du?"

Mit einem Nicken erhob sich Alex. "Wir zwei haben ein ganz gutes Verhältnis; ich denke, ich kann mit ihm reden, ohne dass er gleich an die Decke geht. Und ich will nicht, dass er noch mehr in Schwierigkeiten gerät. Also - bis gleich!"

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Wird er ihn schnell finden?

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