Wie geht es weiter?

Eine unerwartete Entdeckung

Chapter 129 by Filiusfiliae

Die Tankstelle steht verlassen, aber unbeschädigt da, die Palette mit Fensterkitt ist schnell gefunden. Und dann hören wir ein Stöhnen. Wir zucken zusammen. Geistesgegenwärtig drückt Magdalena mir ihren Reserverevolver in die Hand und nähert sich mit einer Handfeuerwaffe im Anschlag der Geräuschquelle. Mit einer Handbewegung bedeutet sie uns, zurückzubleiben. Maike, Daniela und ich lauschen mit höchster Anspannung. Auf einmal sagt Magdalena überrascht recht laut: „Jens? Bist du es wirklich?? Was machst du hier??? Himmel herrjeh, was ist mit deinem Bein passiert???“ Wir hören, dass die beiden sich unterhalten, verstehen aber nichts, nähern uns auch erst, als Magdalena uns auffordert, näherzukommen. Was wir sehen, verschlägt uns die Sprache: ein bleicher, athletischer Typ, schätzungsweise Anfang dreißig, der bei offener Tür mit heruntergelassener kurzer Hose auf einer Toilette sitzt, um sich herum Mengen von Wasserflaschen, Müsliriegeln und so, und dessen eines Bein wirklich übel aussieht. Maike ist kurz darauf mit einem Verbandskasten aus dem Auto zurück und sucht auf Magdalenas Frage etwas zusammen, womit man das Bein des Typen schienen kann. Daniela und ich können hier nicht viel tun, machen uns auf, den Fensterkitt verladebereit zu machen, hören noch, wie Magdalena zu diesem Jens sagt: „Tu nicht so prüde, ich kenne deinen Schwanz sowieso in- und auswendig.“ Er war also offenbar mal Magdalenas Stecher.

Wenig später bestätigt Magdalena, was wir schon ahnten: Wir nehmen den Typen mit. Zum Glück ist der Jeep geräumig. Dann nehmen wir halt nicht ganz so viel Fensterkitt mit. Keine Ahnung, wie viel wir davon überhaupt brauchen. Da ohnehin einiges an Wasser in Flaschen herumstehen und ein Automat gefüllt mit Snacks, dürfte eine zweite Tour hierher lohnenswert sein, denn auch ohne den zusätzlichen Passagier könnten wir nicht alles mitnehmen.

Auf dem Rückweg riecht es deutlich parfümiert, denn dieser Jens hat wohl drei komplette Tage auf dem Klo ausharren müsse, ohne Wasch- und Klamottenwechselgelegenheit. Und so hat Magdalena kurzerhand entschieden: Lieber penetranter Parfümgeruch als alles andere. Auf der Rückfahrt geschieht nichts Wesentliches, außer dass es nun Maike ist, die sich an mich schmiegt.

Dass wir zu fünft zurückkommen, ist natürlich der Aufreger des Tages. Magdalena vertröstet uns mit den Details auf den Abend, denn natürlich wird es eine Generalversammlung geben. Außerdem sind wir zurzeit nicht vollständig. Anna, Nancy, Celina und Angelika sind mit Markus im Schlepptau ins Neubaugebiet aufgebrochen, werden am Abend erst zurückerwartet. Jetzt kümmern sich aber erst mal Viktoria, Magdalena und Katharina um den Neuankömmling, der anderthalb Stunden später frisch gewaschen, gründlich untersucht und verarztet in Maikes Bett schläft. Die ihrerseits ihre Sachen in Nataschas Zimmer bringt, wo sie mit ihr zusammenleben wird wie Nancy mit Mandy oder ich mit Anna …

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