Was passiert bei Entdeckung
Ein lauter Schrei
Klares Denken ist nicht mehr möglich. Mein Gehirn hat auf reinen Überlebensmodus umgeschaltet.
Es fühlt sich fast wie Todesangst an – dieser enge, explosive Druck in der Brust, das rasende Herz, das Rauschen in den Ohren. Aber es ist keine Angst um mein Leben. Ich fürchte nicht, dass mir etwas passiert. Es ist etwas anderes. Ein Punkt kurz vor der Explosion. Im Nachhinein würde ich sagen: Es ist die pure, nackte Angst, dass jemand gleich zu Tode erschreckt. Dass ich einen fremden Menschen traumatisiere, nur weil ich hier so hilflos hänge.
Dass ich nichts sehen kann, macht alles noch tausendmal schlimmer. Die Augenbinde raubt mir den letzten Rest Kontrolle.
Dann passiert es.
Ein wirklich lauter, schriller Schrei einer Frau zerreißt die Stille. Maria.
Sofort rennende Schritte. Dann Peters Stimme, geschockt: „Oh meine Güte…“
Danach eine furchtbare Pause. Nur schweres Atmen. Keine Worte. Diese Stille ist noch unangenehmer als jede verbale Reaktion. Ich kann nicht sehen, wie sie in die Scheune starren, wie nah sie kommen, was genau sie von mir sehen. Ich hänge einfach da – sabbernd, gespreizt, mit nassen Brüsten, Fotze frei zugänglich und dem riesigen Plug in mir.
Dann ein scharfer, wütender Ton von Maria: „Lukas! Was verdammt geht hier vor?“
Lukas stammelt komplett verunsichert: „Es… es ist nur ein Spiel… Sonja wollte es so…“
Peter, etwas näher, fast einen Meter vor mir: „Sie sind Sonja?“
Ich nicke instinktiv, so gut es die Seile zulassen. Mein ganzer Körper zittert.
„Und stimmt es, was Lukas gesagt hat?“ Ich nicke wieder. Mehrmals. Heftig. Für einen Moment dachte ich, einfach zuschweigen. Aber schnell wird klar, ich muss alles machen, dass es nicht exkaliert, spüre wie insbesondere Lukas in der Klemme sitzt.
Eine Weile herrscht angespannte Stille. Dann höre ich Peters Stimme, jetzt etwas ruhiger, aber immer noch fassungslos, aus etwas größerer Entfernung:
„Maria, calm down. Es ist schon ziemlich pervers… aber die zwei machen das einvernehmlich.“
Ich höre, wie jemand hastig Holz zusammensucht. Dann Schritte, die sich entfernen. Alle drei gehen weg – zurück zur Bank vor der Feuerstelle.
Die Stimmen werden leiser. Ich bleibe allein zurück. Immer noch gefesselt. Immer noch blind. Immer noch sabbernd und hilflos.
Mein Körper zittert unkontrolliert. Die Erleichterung, dass sie nicht schreiend weggelaufen sind, mischt sich mit einer tiefen, brennenden Scham. Sie haben mich gesehen. Sie wissen jetzt, was ich bin.
Und Lukas… hat es nicht verhindert.
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