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Ein ganzer Mann
Die Nacht in meinem alten Jugendzimmer war ein einziger Fiebertraum gewesen. Eingeschnürt in die feuchte Spitze, den stählernen Zylinder unnachgiebig gegen mein Schambein gepresst, hatte ich stundenlang wachgelegen. Jedes Mal, wenn ich mich im Halbdunkel umdrehte, schepperte das Vorhängeschloss leise gegen das Holz des Bettgestells – eine ständige, unbarmherzige Erinnerung daran, dass mein Körper nicht mehr mir gehörte. Loonas Versprechen von einer baldigen Erlösung hallte wie eine süße Verheißung in meinem Kopf nach, doch die ungestillte Hitze in meinem Unterleib brannte heißer als je zuvor.
Am Sonntagmorgen um kurz nach zehn stand ich im Arbeitszimmer meines Vaters.
Die Herbstsonne stand bereits hoch über den Dächern von Schöneberg und flutete ungehindert durch die riesigen, dreiflügeligen Altbaufenster. Drüben auf der anderen Straßenseite lagen die herrschaftlichen Balkone der Nachbarn, auf denen sonntägliches Frühstücksgeschirr klirrte.
Ich stand zitternd auf der breiten, weiß lackierten Fensterbank. Mein Körper war vollkommen nackt, bis auf den burgunderroten Spitzenstring, dessen schmaler Steg sich feucht in meine Pofalte schnitt. Das stählerne Gehäuse baumelte schwer und kalt im grellen Tageslicht. In der rechten Hand hielt ich eine Sprühflasche mit blauem Glasreiniger, in der linken ein gelbes Mikrofasertuch.
Jedes Mal, wenn ich den Arm hob, um die oberen Scheiben zu erreichen, presste ich die Knie krampfhaft zusammen. Vor mir erstreckte sich das freie Sichtfeld auf den Viktoria-Luise-Platz. Ein älterer Herr führte seinen Dackel spazieren; drüben im dritten Stock goss eine ältere Dame ihre Geranien. Eine einzige Bewegung, ein Blick nach oben – und jeder auf dieser Straße würde sehen, was aus dem stolzen Medizinstudenten der Charité geworden war.
Hinter mir schwang die schwere Mahagonitür auf. Das trockene Klacken von Absätzen hallte auf dem Fischgrätparkett wider.
Arissa betrat den Raum. Sie trug einen dunkelgrauen, hautengen Bleistiftrock und eine seidene, cremefarbene Bluse, die bei jedem Atemzug spannte. Ihre rot lackierten Fingernägel hielten eine Tasse frisch gebrühten Espresso. Als ihr Blick auf meinen bloßgestellten Rücken und mein wackelndes Metallrohr fiel, huschte ein amüsiertes, spöttisches Lächeln über ihre Lippen.
„Na, Herr Mediziner?“, begann sie mit schneidender Gelassenheit und lehnte sich mit der Hüfte gegen die Kante des massiven Schreibtischs meines Vaters. „Recken wir den Hintern heute besonders weit ins Fenster?“
„Arissa… bitte“, flüsterte ich heiser, ohne den Kopf ganz zu drehen, während mir der kalte Schweiß über die Schläfe rann. Meine Wangen glühten vor Scham. „Draußen… draußen sind Leute auf der Straße. Frau Dr. Lindemann steht auf ihrem Balkon… wenn jemand herüberschaut…“
Arissa nahm einen winzigen Schluck von ihrem Espresso und lachte leise – ein trockenes, herablassendes Geräusch.
„Dann solltest du dich vielleicht nicht so ungeschickt anstellen und die Scheiben schneller polieren, John“, stellte sie mit vollkommener Gleichgültigkeit klar. Sie deutete mit dem zierlichen Kaffeelöffel nach oben. „Ganz oben links. Da ist noch Fliegendreck. Richtig strecken. Mach dich lang. Und nimm die Knie auseinander, damit du Halt hast.“
Ich schluckte trocken und tat, was sie befahl. Das Strecken drückte den Stahlzylinder mit voller Härte gegen mein gereiztes Schambein; die Spitzenbänder scheuerten gnadenlos über meine Beckenknochen. Ich stand breitbeinig im grellen Sonnenlicht, den Hintern zur Straße gereckt, vollkommen exponiert hinter dem Glas. Mein Herz schlug mir bis zum Hals vor Panik, dass drüben jemand die Fensterscheibe öffnen und die Polizei rufen könnte.
Arissa musterte mich von unten mit einem Blick, der mich mehr demütigte als jeder Schlag.
„Weißt du“, fuhr sie mit samtener, plaudernder Stimme fort, während sie die Tasse auf einer Untertasse abstellte, „ich habe es ja schon immer gewusst. Seit du vierzehn warst und ich deine Bettwäsche gewechselt habe. Du warst schon immer ein kleiner, verklemmter Perverser. Die Schmuddelfilmchen auf deinem Laptop damals, die zerknüllten Papiertücher unterm Bett… du hast dich immer für unheimlich schlau gehalten.“
Sie trat zwei Schritte näher an die Fensterbank heran. Der Duft ihres teuren Parfüms vermischte sich mit dem scharfen Ammoniakgeruch des Glasreinigers.
„Aber dass du es nötig hast, dich von deiner eigenen Stiefschwester wie eine Zuchtsau in Damenwäsche stecken und wegsperren zu lassen?“, sie schüttelte spöttisch den Kopf und zog eine Augenbraue hoch. „Nein, John. Das hätte selbst ich dir nicht zugetraut. Ein künftiger Herr Doktor… eingesperrt wie ein räudiger Hund im eigenen Schloss.“
Ich biss mir auf die Lippe, bis der metallische Geschmack von Blut meine Zunge benetzte. Die Tränen der Wut und Ohnmacht stiegen mir in die Augen. Ich sprühte mit zitternder Hand nach und rieb die Scheibe trocken, unfähig, ein einziges Wort zur Gegenwehr zu finden.
„Weißt du eigentlich, wie lächerlich du da oben aussiehst?“, hakte sie gnadenlos nach und ließ ihre nackten, manikürten Finger beiläufig über das Holz der Fensterbank gleiten. „Dein Vater… Richard… das war damals noch ein echter Mann. Vor Jahren, als deine Mutter weg war und diese kühle Vanessa noch nicht ihre Nase in unser Haus gesteckt hatte.“
Sie legte den Kopf in den Nacken und lächelte verklärt, als schwelge sie in einer angenehmen Erinnerung.
„Er hat mich auf genau diesem Schreibtisch hier genommen, John“, sagte sie ganz unverhohlen, und jedes Wort war ein gezielter Dolchstoß gegen meine Seele. „Er hat nicht lange gefragt. Er hat mich gepackt, meinen Rock hochgeschoben und mich von hinten gefickt, bis die Akten vom Tisch geflogen sind. Er hatte Feuer. Er wusste, was er wollte, und er hatte etwas zwischen den Beinen, das man auch spüren konnte.“
Sie senkte den Blick wieder und fixierte mit schneidendem Hohn das kleine Metallrohr, das zwischen meinen Schenkeln baumelte.
„Und schau dich mal an“, spottete sie leise und trat so nah an mich heran, dass ihr Rock meine nackte Wade berührte. „Aus dir wird niemals so ein Mann wie dein Vater. Niemals. Du könntest eine Frau wie mich nicht mal anrühren, selbst wenn ich dich darum anbetteln würde. Du bist kein Macher, John. Du bist dazu geboren, zu gehorchen, den Kopf einzuziehen und Dreck wegzumachen. Genau das ist dein Platz.“
Ihre nackte Hand hob sich. Ganz beiläufig, ohne jede Hast, schlug sie mir mit den flachen Fingern gegen die Innenseite meines Oberschenkels. Der Klaps brannte scharf auf der feuchten Haut.
„Streck den Rücken durch!“, kommandierte sie mit plötzlicher Strenge, ohne die Stimme zu heben. „Und die untere Scheibe noch einmal. Da ist ein Schatten von deinem nassen String drauf. Wenn Herr Richard nachher zur Tür hereinkommt, will ich, dass er durch dieses Glas bis zum Kurfürstendamm schauen kann.“
Sie wandte sich auf ihren Absätzen um und ging gemächlich zur Tür.
„Ich stelle dir unten die Schuhe deines Vaters hin“, warf sie mir über die Schulter zu, bevor sie die Klinke drückte. „Die müssen noch mit Lederfett poliert werden. Wenn du mit den Scheiben fertig bist, kommst du runter in die Kammer. Auf Knien, versteht sich.“
Die Tür fiel ins Schloss.
Ich stand allein auf der Fensterbank. Mein Atem ging keuchend, meine Knie zitterten so heftig, dass das Schloss an den Scheiben klirrte. Draußen ging die alte Dame auf dem Balkon hinein, ohne mich bemerkt zu haben – doch die Rettung vor der Außenwelt brachte mir keine Erlösung. Arissas Worte hatten mich endgültig vernichtet. Mein Vater war der Herr, der Frauen nahm; ich war die Hure in Spitze, die seine Scheiben putzte. Und tief in meinem versiegelten Fleisch pulsierte die unstillbare, perverse Hitze, die mich nur noch tiefer in diesen bodenlosen Abgrund riss.
Ich brauchte fast eine dreiviertel Stunde, um die riesigen Scheiben bis in die obersten Winkel streifenfrei zu polieren. Jeder Atemzug brannte in meiner Lunge; jede Bewegung meines Arms zerrte an den feinen Spitzenbändern über meinen Hüftknochen. Unten auf dem Viktoria-Luise-Platz rollte der träge Sonntagsverkehr vorbei, doch mein Blick blieb krampfhaft auf dem Glas haften. Arissas Worte hatten sich wie ätzendes Gift in mein Hirn gefressen: *„Dein Vater war ein ganzer Mann… du bist dazu geboren, Dreck wegzumachen.“*
Als ich endlich von der Fensterbank glitt, schlugen meine Knie dumpf auf dem Holz auf. Meine Oberschenkel zitterten so heftig, dass das kleine Vorhängeschloss bei jeder Bewegung leise gegen den stählernen Zylinder schlug.
Ich kroch auf allen Vieren aus dem Arbeitszimmer, über den langen Flur bis zur kleinen Wirtschaftskammer neben der Küche.
Dort wartete Arissa bereits. Sie hatte die Ärmel ihrer cremefarbenen Bluse sorgsam hochgekrempelt, saß auf einem niedrigen Holzhocker und hielt ein Paar schwere, rahmengenähte Budapester meines Vaters in den Händen. Neben ihr auf dem Fliesenboden standen eine Dose schwarzes Lederfett, eine Rosshaarbürste und zwei weiße Poliertücher.
„Na also“, sagte sie trocken, ohne den Blick von dem Absatz zu heben, den sie gerade musterte. „Drei Minuten vor der Zeit. Her zu mir, John. Auf die Knie.“
Ich schob mich über die kühlen Kacheln, bis mein nackter Oberkörper knapp vor ihren bestrumpften Knöcheln verharrte. Mein Hintern ragte schutzlos nach oben; der burgunderrote Spitzenstoff klebte schweißnass an meinem Fleisch.
Arissa stellte den ersten Schuh mit einem satten Klacken direkt vor mein Gesicht.
„Einfetten. Dünn und gleichmäßig“, wies sie mich mit jener beiläufigen Kälte an, mit der man einem dressierten Haustier einen Befehl erteilt. „Herr Richard verlangt Glanz, wenn er heute Abend zur Tür hereinkommt. Wenn ich einen einzigen matten Streifen am Leder sehe, lässt du dir von Frau Vanessa erklären, warum du unfähig bist, ein Paar Schuhe zu pflegen.“
Ich tauchte die Finger in das zähe, dunkle Wachs. Der beißende Geruch von Terpentin und altem Leder stieg mir in die Nase, während ich mich vorbeugte und begann, den Schuh meines Vaters zentimeterweise einzureiben. Meine nackten Schienbeine schmerzten auf dem Stein; mein Becken war nach unten gedrückt, sodass der Stahlring sich unbarmherzig in mein Schambein grub.
Arissa neigte sich ein Stück vor. Ihre nackten, manikürten Hände ruhten gelassen auf ihren Knien. Mit der Schuhspitze ihrer eigenen Pumps schob sie beiläufig mein Gehäuse zur Seite – nur ein kurzer Stoß gegen das Vorhängeschloss, das dumpf schepperte.
„Wie fühlt man sich eigentlich so, John?“, fragte sie leise, und in ihrer Stimme lag jene schneidende Schadenfreude, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Vor zwei Jahren noch hast du bei Tisch gesessen und von deinem künftigen Praktischen Jahr philosophiert. Und heute fettest du mir zu Füßen die Schuhe ein, in denen dein Vater über diesen Flur läuft.“
Ich schwieg, biss mir auf die Unterlippe und rieb das Wachs mit kreisenden Bewegungen in die Kappe.
„Keine Antwort?“, spottete sie sanft. Sie hob die Hand und fuhr mit einem einzigen, rot lackierten Fingernagel über meinen nackten, schwitzenden Nacken. Die Berührung ließ mich zusammenzucken. „Schon gut. Man soll beim Dienen schließlich nicht schwätzen. Beeil dich lieber. Loona wartet schon.“
Ich stellte die Budapester akkurat nebeneinander auf das kühle Linoleum der Kammer, strich mit zitternden Fingern ein letztes Mal über das tiefschwarz glänzende Kalbsleder und sank vornüber auf den Boden. Meine Knie schmerzten dumpf, der Schweiß brannte in den Schürfwunden.
Arissa stand auf, glättete mit einer fließenden Bewegung ihren Bleistiftrock und musterte das Werk im schummrigen Licht.
„Sehr ordentlich“, stellte sie trocken fest und schob die Poliertücher beiseite. Ein spöttisches Lächeln umspielte ihre dunkel geschminkten Lippen. „Du siehst, John – wenn man dir die Flausen austreibt, kannst du dich sogar nützlich machen. Ab nach vorn mit dir. Die Damen wollen ihre Abschlussinspektion vornehmen, bevor Herr Richard eintrifft.“
Ich richtete mich nicht auf. Ich wusste, was man von mir erwartete. Auf allen Vieren schob ich mich aus der engen Kammer und kroch den endlos langen Flur der Schöneberger Altbauwohnung hinunter, direkt auf den Salon zu. Mit jedem Vorwärtsschieben schnitt der burgunderrote Spitzenstoff tiefer in mein Gesäß; der stählerne Zylinder pendelte schwer und kalt im Rhythmus meiner Kriechbewegung, während das Vorhängeschloss bei jeder Berührung mit dem Fischgrätparkett leise klirrte.
Im Salon angekommen, bot sich mir ein Bild erhabener, vollkommener Macht.
Vanessa und Loona saßen auf der breiten Samtchaiselongue vor dem Kamin. Beide hatten ihre Beine übereinandergeschlagen. Auf dem niedrigen Beistelltisch standen zwei Gläser Wasser mit frischer Minze. Vanessa trug ein cremefarbenes Seidenkleid, makellos geschnitten, ihre Füße steckten in hauchdünnen, perlmuttfarbenen Seidenstrümpfen, während ihre spitzen Pumps lässig neben dem Teppich abgestellt waren. Daneben saß Loona, barfuß, in einer lockeren Leinenhose, und musterte mich mit jener gefährlich weichen, besitzergreifenden Zärtlichkeit, die mich innerlich vollkommen entwaffnete.
„Schau an, Mama“, säuselte Loona leise, als ich keuchend über die Schwelle des Salons kroch. „Unser Dienstmädchen hat die Fenster geschafft.“
Vanessa neigte den Kopf, ihr aristokratisches Profil wirkte kühl und unnahbar wie Marmor. „Komm her, John. Auf die Knie. Direkt vor uns.“
Ich schob mich über den dicken Perserteppich, bis ich genau zwischen den beiden Frauen verharrte. Mein nackter Oberkörper glänzte vor Schweiß, meine Hände waren noch immer leicht geschwärzt vom Schuhwachs, und mein Hintern ragte schutzlos in die Luft, eingeschnürt in die feuchte Spitze, die mittlerweile mehr wie eine Zwangsfessel als wie Wäsche wirkte.
„Haltung“, wies mich Vanessa mit schneidender Ruhe an. „Rücken durchstrecken. Zeig uns, was das Wochenende aus dir gemacht hat.“
Ich hob den Oberkörper an, presste die Knie zusammen, wodurch der Druck auf mein versiegeltes Schambein ins Unerträgliche stieg. Meine Wangen glühten vor brennender Scham. Vor meiner eigenen Stiefmutter und meiner Stiefschwester so zu knien – vollständig gebrochen, zur bloßen Magd degradiert, während draußen der bürgerliche Schein des Schöneberger Elternhauses aufrechterhalten werden sollte.
„Na also“, raunte Loona und streckte langsam ihren nackten, zierlichen Fuß aus. Ihre Zehen waren weich, kühl und perfekt gepflegt. Sie setzte die Sohle sanft unter mein Kinn und hob meinen Kopf an, bis mein Blick sich in ihren dunklen Augen verfing. „Du hast heute Großes geleistet, John. Arissa war voll des Lobes über deine Unterwerfung.“
„Er war gehorsam“, bestätigte Vanessa kühl, ohne die Miene zu verziehen. Sie streckte ebenfalls einen Fuß aus; das glatte, seidige Nylon ihrer Fußspitze glitt beiläufig über meine nackte Brust, strich an meinem Schlüsselbein entlang und blieb schließlich knapp vor meinen Lippen liegen. „Aber Gehorsam ist keine Gunst, sondern deine Pflicht in diesem Haus. Es wird Zeit, dass du deine Dankbarkeit dafür ausdrückst, dass wir dich an die Hand nehmen.“
Ich schluckte schwer gegen den trockenen Kloß in meiner Kehle. Die Botschaft war unmissverständlich. Mein Stolz, der ohnehin nur noch aus Asche bestand, zerfiel restlos zu Staub.
Ich senkte den Kopf. Meine Lippen berührten das kühle, seidige Gewebe von Vanessas Spann. Das Nylon schmeckte nach feinem Parfüm und der absoluten Distanz einer Frau, die mich als reines Werkzeug betrachtete. Ich presste einen zittrigen, ehrerbietigen Kuss auf ihre Zehen, wanderte an ihrem Rist hinauf und schloss die Augen.
„Danke…“, flüsterte ich heiser, und meine eigene Stimme klang fremd, gebrochen. „Danke, Mutter Vanessa. Danke für… für die Lektionen an diesem Wochenende.“
Vanessa zog den Fuß langsam zurück, ein kaum merkliches, zynisches Lächeln glitt über ihre Mundwinkel. „Sehr artig. Du beginnst endlich zu begreifen, welchen Wert Disziplin für einen angehenden Mediziner hat.“
Kaum hatte sich ihr Fuß gelöst, spürte ich die nackte, warme Haut von Loonas Sohle an meiner Wange. Sie schob ihren Fuß spielerisch gegen meine Lippen, zwang mich herum.
„Und jetzt zu mir, mein braver Junge“, säuselte Loona mit honigsüßem Hohn, während ihre Zehen über meinen Mund strichen. „Bedank dich bei deiner Herrin.“
Ich öffnete die Lippen einen Spalt breit, küsste ihre zarte, nackte Fußsohle, schmeckte ihre Haut und vergrub mein Gesicht förmlich an ihrem Spann. Bei ihr war es keine kalte Züchtigung – es war diese perverse, tröstende Umarmung, die mich noch tiefer in die Abhängigkeit trieb. Jeder Kuss war ein stummes Versprechen, mich ihrem Willen vollkommen zu unterwerfen.
„Danke, Loona…“, presste ich hervor, während Tränen der ohnmächtigen Kapitulation in meine Augen schossen. „Danke, dass du… auf mich aufpasst. Danke für alles.“
Loona seufzte leise auf, ein wohliger Laut vollkommener Zufriedenheit. Mit ihren Zehen fuhr sie sanft an meiner Kieferlinie entlang, bevor sie ihren Fuß sinken ließ und sich nach vorn beugte. Ihre Finger fuhren durch mein nasses Haar, zogen meinen Kopf sanft zurück und ließen mich in ihr strahlendes, triumphierendes Gesicht blicken.
„Ganz brav geküsst“, flüsterte sie mir ins Gesicht, ihr warmer Atem streifte meine Wange. „Du bist ein wunderbarer Diener geworden. Und jetzt mach dich fertig. Dein Vater wird jeden Moment den Schlüssel im Schloss umdrehen. Wasch dir den Ruß ab und zieh die Bundfaltenhose an. Aber vergiss keine Sekunde lang, wer du darunter bist.“
„Ich vergesse es nicht“, hauchte ich mit erstickter Stimme.
Als Loona mich am Arm hochzog und mir half, auf die zittrigen Beine zu kommen, um mich den Flur entlang ins Badezimmer zu führen, war jede Faser meines Wesens versiegelt. Die bürgerliche Maske stand bereit, um über mein Gesicht gestülpt zu werden – doch tief unter dem teuren Tuch gehörte mein Fleisch, mein Stolz und mein Wille unwiderruflich den Frauen dieses Hauses.
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