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Chapter 6 by HippieEnergyFlow HippieEnergyFlow

Was passiert am nächsten Tag?

Ein Zufall im Treppenhaus

Ich wachte mit einem dumpfen Pochen in den Schläfen auf, die Sonne schon viel zu hoch am Himmel. Mist, verschlafen. Der Wecker zeigte fast zehn, und mein Kopf fühlte sich an, als hätte ich die Nacht durchgegrübelt – was nicht ganz falsch war. Die Geräusche, Susis nackte Silhouette unter der Dusche, das Kribbeln in meinem Bauch... alles wirbelte noch durch meine Gedanken. Ich schleppte mich aus dem Bett, die Decke halb hinter mir herziehend, und tapste ins Badezimmer. Keine Spur von Susi – die war wohl schon längst unterwegs.

Nach einer schnellen Dusche, die meine Lebensgeister nur halb weckte, warf ich mir meinen alten, flauschigen Morgenmantel über und schlurfte die Treppe hinunter, um die Zeitung zu holen. Der kühle Stein des Treppenhauses fühlte sich angenehm unter meinen nackten Füßen an, und ich war gerade dabei, die Zeitung aus dem Briefkasten zu fischen, als ich Schritte hörte. Schnelle, energische Schritte. Ich drehte mich um und da war sie – Julia, in knappen Laufshorts und einem engen Tanktop, die langen blonden Haare zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden, Schweißperlen auf ihrer Stirn. Sie sah aus wie aus einem Fitnessmagazin entsprungen, groß, schlank, und irgendwie... überwältigend.

„Morgen, Lisa!“ rief sie, ihre Stimme fröhlich, aber mit diesem Hauch von Selbstbewusstsein, der mich sofort nervös machte. Sie blieb stehen, eine Hand in die Hüfte gestemmt, und musterte mich mit einem amüsierten Lächeln. „Na, verschlafen? Du siehst aus, als könntest du einen starken Kaffee gebrauchen.“

Ich spürte, wie meine Wangen heiß wurden, und zog den Morgenmantel enger um mich. „Äh, ja, bisschen,“ murmelte ich, die Zeitung wie einen Schutzschild vor mich haltend. „War... eine lange Nacht.“

Julia hob eine Augenbraue, ihr Lächeln wurde breiter, fast schelmisch. „Oh, wirklich? Hat dich unser kleiner Wellness-Abend wachgehalten?“ Sie trat einen Schritt näher, und ich konnte den frischen Duft ihres Parfums riechen, vermischt mit einem Hauch von Schweiß. „Susi hat erzählt, du warst ganz neugierig.“

Ich schluckte, mein Mund plötzlich trocken. „Ich... hab nur die Musik gehört. Und die Räucherstäbchen gerochen,“ stammelte ich, während mein Herz schneller schlug. Warum musste sie mich so ansehen? Als wüsste sie genau, was in meinem Kopf vorging.

Julia lachte leise, ein warmer, fast einladender Klang. „War ein besonderer Mädelsabend gestern,“ sagte sie, ihre Stimme ein wenig tiefer, als sie sich leicht vorbeugte. „Weißt du, so eine Nacht, wo man sich einfach... fallen lässt. Solltest du mal ausprobieren.“ Sie zwinkerte, und ich spürte, wie das Kribbeln von gestern zurückkehrte, stärker diesmal.

Bevor ich etwas erwidern konnte, richtete sie sich auf und fügte hinzu: „Hey, hast du schon gefrühstückt? Komm doch rauf, ich hab ’ne Dachterrasse, und die Sonne ist gerade perfekt. Ich mach uns was Leckeres, und du kannst mir erzählen, was dich so neugierig macht.“ Ihr Ton war locker, aber da war etwas in ihren Augen, das mich nicht losließ – eine Mischung aus Einladung und Herausforderung.

„Äh, okay,“ hörte ich mich sagen, bevor mein Kopf die Entscheidung überhaupt verarbeiten konnte. „Ich... bring was mit. Vielleicht Saft?“„Perfekt,“ sagte Julia, schon halb die Treppe hochjoggend. „In zwanzig Minuten bei mir!“

Zurück in der WG raste ich durch die Küche, schnappte mir eine Flasche frischen Orangensaft aus dem Kühlschrank und zog mir schnell etwas Anständiges an – eine lockere Bluse und Jeans, nichts Aufregendes, aber immerhin besser als der Morgenmantel. Mein Herz klopfte, als ich die Treppe zu Julias Wohnung hochstieg, die Saftflasche fest umklammert. Was machte ich hier eigentlich? Ich stand vor ihrer Tür und atmete tief durch, als plötzlich..

Was passiert?

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