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Chapter 6 by Ch3ating_Ang3l73 Ch3ating_Ang3l73

Was hat MJ im Regal entdeckt, das sie nicht sofort zeigen wollte?

Ein Souvenir

6. MJs Souvenir

Das sanfte Aufsetzen auf dem Balkon des Lofts wurde von einem unterdrückten Keuchen begleitet. Miles hielt sich die Seite, als sie durch die schwere Glastür gingen. Die vertraute Wärme des Apartments kam ihnen entgegen.

„Setz dich auf die Couch, Miles. Sofort“, befahl MJ in einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete. Sie verschwand bereits in Richtung Badezimmer.

Miles sackte in die Polster und starrte in das Kaminfeuer. ,,Gott, Peter, warum musst du ausgerechnet jetzt weg sein?" murmelte er zu sich selbst. ,,Das hier ist eine Nummer zu groß für mich." Die Last der Maske fühlte sich in diesem Moment schwerer an als jeder Schurke, gegen den er je gekämpft hatte.

„Zieh schon mal dein Shirt aus!“, rief MJ aus dem Bad, untermalt vom Klappern des Medkits.

Miles erstarrte. „Ich soll... was?“, dachte er sich. Bevor er weiter grübeln konnte, stand MJ bereits vor ihm, die Hände fest in die Hüften gestemmt, das Erste-Hilfe-Set unter den Arm geklemmt.

„Na los, ausziehen. Ich muss sehen, was unter dem Anzug los ist“, sagte sie sachlich.

Mit leicht zitternden Fingern streifte Miles den oberen Teil seines Spider-Man-Anzugs ab. Da saß er nun, ****, definiert, seine dunkle Haut glänzte leicht vom Schweiß des Kampfes. MJ hielt für einen Sekundenbruchteil inne.

Sie war beeindruckt, er war zwar bei Weitem nicht so massiv und breit gebaut wie Peter, aber er war für sein Alter erstaunlich weit entwickelt. Er wirkte in diesem Licht nicht wie ein Teenager, sondern wie ein Mann. Er heißt ja auch Spider-MAN, dachte sie kurz, während sie sich neben ihn setzte.

„Wo tut es weh?“, fragte sie, während sie ihre Utensilien ordnete.

„Überall“, scherzte Miles, um seine Nervosität zu verbergen.

„Gut, da du keine Narben hast, sind es vermutlich innere Verletzungen. Dann müssen wir es wohl herausfinden“, erwiderte sie und legte ohne Vorwarnung ihre Hand auf seinen Oberarm.

Sie tastete ihn langsam ab, ihre Finger suchten nach Schwellungen. „Hier?“ „Äh, nein.“ Ihre Hand glitt weiter zu seiner Brust, ihre Fingerspitzen strichen über die harten Muskeln. „Und hier?“

Miles schüttelte den Kopf, unfähig, ein Wort herauszubringen. Für ihn war es pure Spannung, ein Adrenalinstoß. Für sie schien es Routine zu sein. Er fragte sich, wie oft sie das wohl schon mit Peter gemacht hatte.

Ihre Hand wanderte tiefer, strich abtastend über sein Sixpack und drückte fest gegen die Bauchmuskeln. Sie sah ihm direkt in die Augen. „Und hier?“

Wieder schüttelte er den Kopf, während sein Herz gegen seine Rippen hämmerte. Er spürte, wie das Blut in seinem Körper eine neue Richtung einschlug, weg von den Wunden, direkt in seine Hose. Er kämpfte **** gegen die aufkommende Erregung an und suchte nach einer Ablenkung.

„Was... was war das Schlimmste, das du je behandeln musstest?“, fragte er, während sie seinen anderen Arm untersuchte.

MJ überlegte kurz. „Einmal kämpfte Peter gegen die Sinister Six auf einer Baustelle. Er kam mit einer Metallstange nach Hause, die tief in seiner Seite steckte. Ein paar Zentimeter weiter links, und sie hätte seine Milz zerfetzt. Es hätte tödlich enden können.“ Sie sah ihn ernst an. „Es kann also immer schlimmer kommen.“

Miles lachte kurz auf. „Okay, ja... du hast recht. Viel schlimmer.“ Das Lachen wurde zu einem schmerzerfüllten Zischen, als sie seine Rippen berührte. „Aha, da haben wir’s“, sagte sie triumphierend. Sie tränkte ein Wattepad mit kühler Salbe und begann, die blauen Flecken abzutupfen.

Miles schloss die Augen. Die Kombination aus der Kälte der Medizin, der Hitze des Kamins und der Sanftheit ihrer Berührung war zu viel. Er wurde hart, und er konnte es nicht mehr verbergen. MJ schien konzentriert. „Keine Sorge, ich hab das schon oft gemacht. Du wirst es überleben.“

„Mit so einer guten Behandlung bestimmt“, erwiderte er mit einem charmanten, wenn auch etwas unsicheren Lächeln.

MJ schmunzelte spielerisch. „Ach ja? Ist die Behandlung so gut?“

„Bei diesen Berührungen... definitiv“, rutschte es Miles heraus, bevor er nachdenken konnte.

MJ lächelte wissend, was Miles sofort die Schamröte ins Gesicht trieb. Seine Erregung ebbte vor lauter Peinlichkeit ein wenig ab.

„So, das wär’s fürs Erste“, sagte sie. „Ich bring das weg und hol dir eine Decke und ein Kissen. Du hast Wechselkleidung im Rucksack, oder?“ „Ja, danke“, murmelte Miles.

Als sie kurz darauf zurückkam, reichte sie ihm die Sachen. „Versuch zu schlafen, Spider-Man. Das haben wir uns verdient.“

„Gute Nacht, MJ.“ „Gute Nacht, Spinne“, rief sie über die Schulter, bevor die Schlafzimmertür zu fiel.

Kaum war er allein, griff Miles sich in die Hose, dachte an das Gefühl ihrer Finger auf seiner Haut und driftete wenig später mit einem zufriedenen Lächeln in den Schlaf.

Die morgendliche Idylle hielt nicht lange. Ein aggressives Piepen riss beide aus dem Schlaf. MJs Handy schlug Alarm, der Peilsender war aktiv. Sie stürmte ins Wohnzimmer. „Miles! Der Peilsender, er bewegt sich...“ Sie brach mitten im Satz ab.

Miles stand mitten im Raum, nur in Boxershorts, den Anzug in der Hand. Die Stille zwischen ihnen war fast greifbar. „Ja, ich... äh... hab’s auch gemerkt“, grinste er entschuldigend.

MJ musterte ihn kurz, ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen. „Okay, Spider-MAN. Dann mach dich mal fertig.“ Sie verschwand wieder in Richtung Zimmer.

Als er den Anzug fast komplett anhatte, hielt Miles inne. „Ach MJ?“ Sie drehte sich im Türrahmen um. „Ja?“

„Eine Frage hätte ich noch... was hast du gestern im Laden gesehen, weshalb du länger brauchtest?“ Ihr Lächeln wurde breiter, fast schon vorfreudig. „Warte, ich zeig’s dir.“

Miles wartete gespannt, die Maske in der Hand. Dann hörte er ihre Schritte. MJ trat heraus, gekleidet in ihrem Outfit vom Vortag, die blauen Jeans, die braune Lederjacke. Doch als sein Blick auf ihr schwarzes Shirt fiel, blieb ihm der Mund offen stehen.

Das rote Spider-Man-Herz mit den weißen Augen und dem schwarzen Netz war verschwunden. An seiner Stelle prangte nun ein schwarzes Herz mit roten Netzen, sein Design. Die Farben seines Anzugs. Sein Logo.

„Und? Was sagst du?“, fragte sie und lehnte sich lässig gegen den Rahmen. Miles stotterte nur.

„Wusste ich doch, dass es dir gefällt“, sagte sie zufrieden und griff nach ihrer Kamera. „Warum der Wechsel?“, fragte Miles verlegen, als sie an ihm vorbeiging.

MJ blieb stehen und sah ihn an. „Tja, besondere Umstände erfordern eben besondere Maßnahmen... und naja, ein neues Design. Ich dachte, man sollte sich immer an die Situation anpassen, oder? Abwechslung schadet nie.“ Sie trat einen Schritt näher und strich ihm eine Fluse von der Schulter des Anzugs. „Das Original ist gerade nicht hier... also muss ich mich wohl mit dem neuen Spider-Man zufrieden geben.“

Sie sah ihm tief in die Augen, klopfte ihm kameradschaftlich auf die Schulter und ging zum Balkon. „Gehen wir, Partner!“, rief sie.

Miles setzte die Maske auf, sein Grinsen darunter war so breit wie noch nie. „Gehen wir!“

Sie waren jetzt ein Team in Schwarz und Rot, aber würde diese Verbundenheit ausreichen für das, was sie als Nächstes erwartet?

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