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Chapter 17 by Reyhani Reyhani

Welchen Ausweg schlägt der Arzt vor?

Die nachgeholte Untersuchung

Alex lässt die Untersuchung stoisch über sich ergehen. Sie ist froh, dass es offenbar mit der Geburtstagsparty doch noch klappt. Es wäre ihr sehr peinlich, als Spielverderberin dazustehen. Blutdruck messen, Lungen abhorchen – der Arzt, der sie in ein Hinterzimmer geführt hat, arbeitet schnell und effektiv. Von einer jungen Patientin, die nur im Tanga und mit Goldschmuck dasteht, lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Alex weiß das zu schätzen und stellt sich grade hin, damit er ihre Brüste besser abtasten kann.

"Das war die Pflicht. Soweit alles unauffällig. Und jetzt beginnt die Kür. Wir machen schnell einen Test, wie unser Serum vertragen wird, und dann können Sie zurück zu ihren Freunden", resümiert der Arzt, nachdem er seine Eingabe am Computer abgeschlossen hat.

Alex ist erleichtert, dass sie es bald geschafft hat. Nur allzu gerne unterschreibt sie das Formular, das ihr der Arzt reicht. Dann hält er ihr ein paar einzeln verpackte, etwa fingerlange, bunte Plastikstiele hin.

"Die Farben stehen für verschiedene Geschmacksrichtungen", klärt der Arzt die verdatterte Alex auf. "Rot: Erdbeere, grün: Waldmeister, blau: Blaubeere, gelb: Banane usw. Einfach in den Mund stecken und ein bisschen daran herumlutschen."

Alex entscheidet sich für den braunen Stab und tatsächlich schmeckt sie ganz schwach ein künstliches Cola-Aroma. Dann reicht der Arzt ihr ein Glas mit einer klaren Flüssigkeit und bittet sie, einen kleinen Schluck zu nehmen. Auf Alex fragenden Blick hin erklärt er, dass es sich um den Katalysator handele, der völlig unbedenklich sei.

Alex nippt vorsichtig an der Flüssigkeit, die nach gar nichts schmeckt. Aber sofort setzt ein deutlich spürbarer Effekt ein: ein angenehmes Kribbeln auf der Zunge, ihr Speichel beginnt zu fließen und gleichzeitig verstärkt sich der Cola-Geschmack. Noch eine ganze Zeit muss Alex immer wieder ihren Speichel herunterschlucken, so sehr läuft ihr das Wasser im Mund zusammen, bis der Effekt langsam abklingt.

Währenddessen überwacht der Arzt zufrieden brummend seinen Computermonitor. Zum Schluss kontrolliert er Alex' Zunge und fragt sie, ob es ihr gut gehe. Das bestätigt Alex gern, sie will jetzt endlich auf die Party. So ganz gegen ihre Art hat sie auf einmal sogar Lust zu tanzen. Nur am Rande bekommt sie mit, wie der Arzt eine Spritze aufzieht. Erst der Pieks an ihrem Po lässt sie realisieren, dass die wohl für sie gedacht war. Während er ihr ein kleines Pflaster auf die Einstichstelle klebt, erklärt der junge Doktor ihr alles:

"Offenbar verträgst du unser Serum sehr gut, Alex. Ich habe dir die volle Dosis und zwar aus der neuen 9er Serie gegeben. Ganz frisch entwickelt. Ist eh besser, wenn die ersten Freilandversuche nicht mit den ganz klapprigen Senioren gemacht werden. Das dauert nur einige Minuten, dann kannst du mit deinen Freunden mitfeiern. Aber immer schön vorsichtig mit dem Katalysator, ja?!"

Alex hat nicht genau zugehört, weil sie so aufgeregt ist, dass es jetzt endlich weiter geht. Außerdem ist sie vollauf damit beschäftigt, sich wieder anzuziehen. Das ist gar nicht so einfach das enge Stretchkleid überzuziehen, wenn man auf wackeligen hochhackigen Sandaletten balanciert. Sie hätte es doch umgekehrt machen sollen. Zum Glück stützt sie der nette Arzt und raunt ihr vertraulich zu:

"Ich gebe dir einen Tipp, sprich mal mit der Klinikleitung. Die hängen sicher noch ein oder zwei Gratiswochen für dich dran. Die sind bestimmt scharf auf die neuen Daten. Ich bin auch sehr gespannt wie sich die neue Serie macht. Ich hab mal deinen Kontakt gespeichert. Ich bin übrigens der Karel."

Er tippt er an seinen Fitnesstracker und grinst Alex an. Dann führt er sie zurück zum Empfang.

Dort angekommen ist Alex' Enttäuschung groß, denn von Gabi und Friedhelm ist keine Spur zu sehen. Die Schwester gibt ihr ein Zeichen zu warten und greift zum Telefon. Karel macht sich wieder aus dem Staub. Hat er ihr grade zum Abschied an den Po gegriffen? Alex findet ihn ja ganz nett, aber das geht wirklich ein bisschen zu weit. Doch bevor sie protestieren kann, ist er auch schon wieder verschwunden.

"Soll ich hier kleines, verlorenes Pet abholen."

Alex erkennt die Stimme von Eva, der resoluten Aufsicht aus der Damensauna, sofort. Ihr schießt das Blut in die Wangen. Sie erinnert sich noch gut an die Inspektion vom Vormittag. Auch Eva erinnert sich an Alex und zwinkert ihr kurz zu, bevor sie sich mit der Schwester hinter der Theke auf Tschechisch austauscht. Eva unterschreibt ein Papier und bekommt von der Schwester etwas gereicht: Ein Halsband mit Leine, die sie grinsend vor Alex' entsetztem Gesicht baumeln lässt.

"Keine Angst, bringe ich dich sicher zu deinem Frauchen Gabi. Aber Leine ist Vorschrift!"

"Das ist richtig", pflichtet die Schwester am Empfang bei, "wir empfehlen, Pets stets an der Leine zu führen."

Alex fehlen immer noch die Worte. Sie ist kurz davor umzudrehen und zurück auf ihr Zimmer zu gehen. Aber was würden ihre Freunde denken? Gabi und Friedhelm wären sicher enttäuscht. Und wie sollte sie von hier unten aus den Katakomben allein zurückfinden? Die Entscheidung wird ihr abgenommen, als neue Gäste den Empfangsraum betreten. Sobald hinter Direktor Vikram das arrogante Gesicht seiner Privatkrankenschwester Irina auftaucht, reißt Alex Eva hektisch das Halsband aus der Hand.

"Bitte, Eva, bring mich schnell hier raus."

Damit wendet Alex sich zur Tür neben dem Empfang, aus der Eva gekommen war. Noch im Gehen legt sie das Halsband um. Eva folgt kurz hinter ihr und hakt die Leine ein, sobald sie den Empfangsraum verlassen haben.

Geht es jetzt endlich in den Club?

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