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Chapter 6

Wen bittet Scheibner ins sein Büro?

Die Liste

Scheibner steckte einen Finger in seinen Kragen und weitete ihn. Puh. Er hatte die Gespräche in sein Büro verlegt, um sie kühl und sachlich zu führen. Dass sie so heiß werden würden, hatte er nicht erwartet. Und nun konnte er noch nicht einmal Dampf ablassen, indem er eine oder mehrere der geilen Studentinnen hier und sofort auf dem Schreibtisch oder der Couch durchvögelte.

Nein, diese Gedanken waren nicht hilfreich. Er hatte sich vorgenommen, die Auswahl mit Vernunft und Methode zu treffen. Darum musste er sich jetzt zusammenreißen. Tief einatmen. Und aus. Und ein. Aus. Ein. Aus. Schon besser. Sein Kopf war wieder soweit klar, dass er daran gehen konnte, die Eindrücke, die er gesammelt hatte, systematisch zu ordnen. Eine Tabelle schien ihm dafür am geeignetsten zu sein. Also legte er ein Blatt Papier vor sich, sortierte die Namen der Bewerberinnen alphabetisch und begann zu notieren.

Clara

Pro: genau mein Typ, unsicher, manipulierbar
Contra: spielt mir etwas vor, würde vermutlich schnell langweilig

Julia/Jules

Pro: sieht geil aus, sportlich = ausdauernd
Contra: eigener Kopf, rigide Lebensweise, übermäßig ehrgeizig

Leonie

Pro: interessante Persönlichkeit, tolle Figur, intelligent
Contra: manipulativ, wird evtl. Kontrolle im Haus übernehmen

Nadja

Pro: exotisch, anpassungsfähig, hat mich echt heiß gemacht
Contra: sehr sachlich, hat ein Geheimnis?

Nachdenklich betrachtete er die Liste. Er erkannte schon eine Tendenz. Aufgrund der wenigen Daten war es aber immer noch ziemlich schwer, eine Entscheidung zu treffen. Er hatte ja ohnehin geplant, noch ein weiteres Interview mit jeder von ihnen durchzuführen, in der er persönlichere Fragen stellen wollte. Danach sollte er klarer sehen. Gut.

Außerdem würde er die Konkurrenz unter den vieren befeuern, indem er ihnen sagte, dass er nur ein einziges Zimmer zu vergeben hatte. Er grinste. Das würde das ganze sicherlich spannender machen und sollte die Mädels auch etwas unter Stress setzen. Für ihn wäre es hingegen weniger stressig, weil vier neue Mieterinnen gleichzeitig seine Ausdauer doch sehr fordern würden. Für die anderen könnte er eine Warteliste erfinden und sie später einladen oder Meller nach dessen Rückkehr überlassen.

Sehr zufrieden mit sich selbst und seinem strukturierten Vorgehen lehnte er sich in seinem Sessel zurück und summte ein Liedchen vor sich hin. Jetzt wollte er die Bewerberinnen noch ein bisschen schmoren lassen und dann grillen.

Er drückte die Taste der Gegensprechanlage und rief Vanessa zu sich. Seine Assistentin sollte die Wartenden beobachten und ihm Bescheid sagen, wann sie reif für die zweite Runde waren.

Was hält Vanessa von Scheibners Ideen?

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