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Chapter 17
by
Redboom
Was ist sein zweiter Wunsch?
Die Gesellschaft soll die Beziehung akzeptieren.
Wieder spüre ich das vertraute Kribbeln, als Gustavs zittrige Finger über die Lampe reiben. Mit einem theatralischen Knall erscheine ich, eine Wolke aus Mitternachtsblau, durchzogen von goldenen Funken, und schwebe über seinem chaotischen Zimmer.
Gustav sitzt auf seinem Bett, die Brille schief, die Haare zerzaust, und seine Augen funkeln vor Frust. Oh, wie köstlich! Mein erster Wunsch hat ihn in ein herrliches Chaos gestürzt, und ich kann kaum verbergen, wie sehr ich mich daran weide.
„Was soll das, Dschinn?“, schnaubt er, seine Stimme ein Mix aus Wut und Verzweiflung. „Frau Busch ist meine Freundin, aber ihre **** hasst mich, die Schule verspottet mich, und sie… sie will nicht mal mit mir intim werden! Das war nicht, was ich wollte!“
Ich setze eine Maske der Unschuld auf, meine Lippen zu einem gespielten Schmollmund verzogen. „Oh, mein armer Meister“, säusle ich, während ich näher schwebe, sodass mein Rauch seine Brille beschlägt. „Habe ich nicht genau deinen Wunsch erfüllt? Frau Busch ist deine Freundin, oder etwa nicht? Aber keine Sorge, du hast noch zwei Wünsche. Sprich, und ich forme die Welt nach deinem Willen.“ In meinem Inneren kichere ich – seine Naivität ist ein Festmahl für meine List.
Gustav ballt die Fäuste, seine Wangen rot vor Ärger. „Gut, dann hör genau zu“, sagt er, seine Stimme fester. „Ich wünsche mir, dass die Gesellschaft unsere Beziehung – eine Lehrerin und ein Schüler – als völlig normal ansieht. Keine prüden Moralvorstellungen mehr! Alle sollen es toll finden und unterstützen, sogar Frau Buschs ****. Und…“, er zögert, senkt die Stimme, „Frau Busch soll sich mir nicht mehr verweigern, wenn es um Sex geht.“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch, meine Augen glühen vor Vergnügen. Oh, Junge, du gräbst dir dein eigenes Grab, und ich liebe es. „Ein kühner Wunsch, mein Meister“, sage ich mit einem süßen, giftigen Ton. „Die Gesellschaft wird eure Liebe feiern, Frau Buschs **** wird euch zujubeln, und sie selbst… nun, sie wird dir nicht widerstehen. Es sei erfüllt!“
Ich schnippe mit den Fingern, ein Funkenregen erhellt den Raum, und ich spüre, wie meine Macht die Fäden der Realität neu webt – mit einer Prise Chaos, versteht sich.
„Es ist getan“, verkünde ich, bevor ich mich in einer wirbelnden Rauchwolke zurück in die Lampe ziehe, mein Kichern hallt noch in der Luft. Gustav starrt die Lampe an, Hoffnung und Zweifel in seinen Augen. Ich lehne mich in meinem Gefängnis zurück, gespannt darauf, wie mein neuester Streich sein Leben noch bunter machen wird.
Gustav Bergmann ein gewöhnliche Nerd hat seine erste feste Freundin.
Am nächsten Morgen eilte Gustav mit einem erwartungsvollen Kribbeln im Bauch zur Schule. Sein zweiter Wunsch erfüllte ihn mit Hoffnung: Die Gesellschaft sollte seine Beziehung mit Frau Busch nun akzeptieren, ihre **** sollte sie unterstützen, und sie selbst sollte ihm nicht mehr widerstehen. Er konnte es kaum erwarten, sie zu sehen. Mit schnellen Schritten steuerte er das Biologiezimmer an, doch als er die Tür öffnete, war der Raum leer. Frau Busch war nicht da. Verwirrt hielt er einen vorbeigehenden Schüler an, einen Jungen aus der Parallelklasse, und fragte: „Weißt du, wo Frau Busch ist?“
Der Junge grinste breit, als wäre die Frage ein Insiderwitz. „Keine Ahnung, Mann. Schau am schwarzen Brett nach. So machen’s alle.“ Er zwinkerte und schlenderte davon. Gustav runzelte die Stirn, ein mulmiges Gefühl kroch in ihm hoch. Das schwarze Brett? Verwundert machte er sich auf den Weg zum Flur, wo das große, mit Zetteln übersäte Brett an der Wand hing. Als er näher trat, sah er eine lange Liste, fein säuberlich an die Pinnwand geheftet. Darüber stand in großen, schwungvollen Buchstaben: „Verabredungen mit Frau Busch – Trag dich ein, wenn du eine Chance bei der heißen Lehrerin willst!“
Gustavs Herz setzte einen Schlag aus. Die Liste war endlos, gefüllt mit Namen – etwa 200 –, jeder mit einer Uhrzeit und einem Klassenraum versehen. Schüler aus allen Jahrgängen, von der zehnten bis zur dreizehnten Klasse, hatten sich eingetragen. Seine Augen weiteten sich, als er begriff: Frau Busch hatte nun scheinbar eine „Beziehung“ mit fast jedem Jungen an der Schule. Sein Wunsch hatte die Welt verdreht – die Gesellschaft fand es nicht nur normal, sondern feierte es geradezu, dass die Lehrerin mit ihren Schülern „verabredet“ war.
Mit zitternden Fingern suchte er die aktuelle Uhrzeit auf der Liste. Sein Blick fiel auf den heutigen Tag, 8:45 Uhr, Raum B12. Drei Namen standen dort, und als er sie las, gefror ihm das Blut in den Adern: „Tom Müller, Jonas Klein, Lukas Busch.“ Lukas Busch – der Name ihres Sohnes. Gustav taumelte einen Schritt zurück, sein Atem stockte. Übelkeit stieg in ihm auf. Die Realität seines Wunsches schlug über ihm zusammen wie eine kalte Welle.
Wie geht es weiter?
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Der Flaschengeist
Ein perverser Dschinn treibt seine Spielchen mit den Menschen
Ein Dschinn ist dazu verpflichtet, jedem Finder seiner Wunderlampe drei Wünsche zu erfüllen – und er genießt es, dabei das Leben seiner neuen Meister vollkommen auf den Kopf zu stellen.
Updated on Jan 2, 2026
by Redboom
Created on Nov 19, 2020
by Redboom
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