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Die Französischlehrerin
Man hörte im Klassenzimmer nur das Kratzen der Stifte auf Papier und hin und wieder ein leises Husten. Alle saßen konzentriert über der Französisch-Abschlussklausur im Fanny-Hill-Gymnasium.
Madame Chouchou ging aufmerksam durch die Bankreihen und schaute hin und wieder einem ihrer Schützlinge über die Schulter. Sie war gerne Lehrerin. Seit vielen Jahren unterrichtete sie Französisch in der Oberstufe. Ihre Schüler liebten sie, nicht nur wegen ihrer freundlichen, empathischen Art, mit der sie jeden intensiv nach seinem individuellen Bedarf förderte. Auch ihr offenes Auftreten in der Klasse war legendär – man könnte fast sagen libertär, ganz im Sinne der französischen Revolution.
Sie bemerkte einen ihrer Lieblingsschüler, nennen wir ihn Jeannot, der gedankenverloren an seinem Stift lutschte und an die Decke starrte. Jeannot war kein schlechter Schüler. Er neigte nur ein wenig zum Tagträumen und brauchte hin und wieder eine kleine Aufmunterung, um sich auf anstehende Aufgaben zu konzentrieren.
Madame Chouchou trat an seinen Tisch, stützte sich mit den Händen darauf ab und beugte sich ein klein wenig nach vorn.
"He, Jeannot", flüsterte sie, "vergiss die Zeit nicht. In dreißig Minuten müsst ihr die Arbeit abgeben."
Sie lächelte ihn aufmunternd an.

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