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Chapter 11

Verlaufen?

Der Weg zurück zum Megapark ist lang

Nun bin ich wieder allein. Ich gehe wieder zurück in den Club. Direkt auf die Tanzfläche. Ich glaube schon, dass ich tanzen kann und auch Tanz und Rhythmus gehören zur Sportakrobatik; deshalb ist auch mein Taktgefühl ganz gut. Ich tanze noch eine gute Stunde in der Menge und entscheide mich dann wieder zurück zum Megapark zu gehen. Draußen im Innenhof ist noch alles bekannt. Doch dann komme ich zurück auf die Straße und eigentlich habe ich schon hier keinen blassen Schimmer mehr wo ich überhaupt bin. „Egal, wird schon zu finden sein.“, denke ich mir und verzichte auf GoogleMaps auf dem Handy. Hier sind viele Menschen unterwegs. Hauptsächlich Einheimische. Ich spüre die Blicke auf mir. Ich bin hier die Fremde und die Touristen verirren sich in diese Gegend anscheinend nicht allzuoft. Die Gassen werden nach einigen Minuten enger und leerer und ich muss mir eingestehen, dass ich mich verlaufen habe. Also hole ich mein IPhone 15 Pro aus der Tasche und öffne Google Maps. Der Rückweg zu Fuß würde ca. 45 Minuten benötigen. „Puuuuuh“, denke ich mir, aber ziehe los. Die Straßen bleiben leerer, aber sehen dafür auch schmutziger und runtergekommener aus als in den überfüllten Hauptstraßen.

Ich biege an einer Kreuzung in eine weitere unauffällige, graue Straße ein und laufe an Hinterhöfen und einigen unscheinbaren Geschäften, wie z. B. einer Wäscherei vorbei. Ich gehe weiter und denke ein wenig über den Tag nach. Dabei schaue ich auf mein Handy und die Freundschaftsanfrage von Bakari auf Instagram. Ich nehme sie an und scrolle durch sein Profil. Ich gehe währenddessen einfach weiter und schaue nichtmal hoch. Plötzlich laufe ich fast gegen ein Klappschild mit Werbung für ein Geschäft. Ich schaue überrascht hoch und sehe das Schaufenster eines Sexshops zu meiner Linken und das zum Laden gehörende Schild direkt vor mir auf dem Bürgersteig. Ich war tatsächlich noch nie in einem Sexshop. Klar, ich habe bei Eis.de einen Satisfyer bestellt, aber welches Mädchen in meinem Alter besitzt davon keinen? Normalerweise würde ich so einen Laden nie betreten. Erst recht nicht in so einer schmuddeligen Seitenstraße. ****, neugierig und auch horny aber schaue ich mir das Schaufenster genau an. Dort stehen zwei weibliche Schaufensterpuppen. Eine trägt wahnsinnig erotische rote Dessous und die andere schwarze Lederriemen. Ich überlege gar nicht lange. Ich gehe zur Tür und drücke diese auf. Die Tür läutet beim eintreten und ich möchte am liebsten im Boden versinken. Im Inneren erwartet mich ein modernes und geräumiges Geschäft. Irgendwie habe ich beim Anblick von außen etwas anderes, heruntergekommeneres erwartet.

Ich schleiche mich in den nächsten Gang, denn ich habe Angst, dass direkt alle Augen auf mir kleben. Bingo. In den Regalen kann ich allerhand Vibratoren und Dildos sehen. Da mein Satisfyer natürlich zu Hause geblieben ist und ich mittlerweile ziemlich Lust entwickelt habe, erwäge ich einen Vibrator zu kaufen und dann hoffentlich in der Finca zu nutzen. Wenn denn Batterien dabei sind. Über den vielen verpackten Geräten steht jeweils ein Ausstellungsstück, um sie in voller Pracht betrachten zu können. Einen Satisfyer, suche ich jedoch vergeblich. Plötzlich ertönt eine Stimme hinter mir. "Kann ich dir helfen? Du siehst etwas verloren aus.", werde ich auf spanisch gefragt. Ich drehe mich erschrocken um und ein älterer Mann, Mitte 50 steht hinter mir. "Nein danke, ich schaue mich nur um.", antworte ich ebenfalls auf spanisch. "Du sprichst sehr gut spanisch, aber doch hört man, dass du nicht hierher kommst. Wo kommst du her?", fragt er nun. "Aus Deutschland.", antworte ich kurz und knapp. Mir ist das Gespräch hier im Sexshop äußerst unangenehm. "Entschuldige meine Neugier.", antwortet der Mann nun: "Mir gehört der Shop und wenn man hier tagtäglich arbeitet, vergisst man einfach, dass einigen Kunden der Besuch unangenehm ist. Falls du doch Hilfe brauchst, kannst du dich melden. Ich zeige dir gerne das Sortiment und kann dir Empfehlungen aussprechen.". Ich nicke nur und antworte: "Gracias.". Der Mann lässt mich im Gang alleine, während ich mir weiter die Vibrationen anschaue. Druckwellenvibratoren, Stabvibratoren, G-Punkt-Vibratoren und viele mehr. Die Auswahl ist schier unendlich und selbst im nüchternen Zustand wäre ich definitiv überfordert. Ich gehe in den nächsten Gang und sehe lauter Dessous und andere Wäsche. Der Verkäufer berät hier einen Kunden. Er schaut mich an: "Sicher, dass du keine Hilfe brauchst?". Ohne eine Antwort abzuwarten legt er seine Hand auf meinen Rücken: "Komm, ich führe dich rum.".

Werde ich etwas kaufen?

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