Wie geht es weiter?
Der Morgen nach der Vergewaltigung
Als Antje aufwacht, ist es dunkel. Zumindest scheinbar, denn sie hat noch die Augenbinde um. Sie traut sich nicht, sie abzunehmen, auch nicht, was zu sagen. Sie streckt ihre Arme aus, erkundet so das Bett, stellt fest, dass außer ihr niemand da drauf liegt, dann steht sie vorsichtig auf – jede Faser, jeder Muskel tut ihr weh, ihre Muschi brennt, als hätte sie jemand mit Chilipaste eingerieben –, tastet sich durchs ganze Zimmer. Erst als sie sich vergewissert hat, dass außer ihr niemand im Raum ist, traut sie sich, die Augenbinde abzunehmen. Mit einer Gelenkigkeit, als wäre sie mindestens 105, verlässt sie den Raum ihrer Schändung, schaut sich im Flur, im Bad, in der Küche um. Niemand da. Und geht dann ins Wohnzimmer, voller Horror, was sie dort erwarten mag.
Der Raum ist völlig verwüstet. Erst auf den zweiten Blick erkennt Antje ihre Mitbewohnerin und Freundin Sabine, die anscheinend bewusstlos lang ausgestreckt neben dem umgekippten Tisch auf dem Rücken liegt. Abgesehen von Augen, Nasenlöchern und Mund ist sie komplett mit angetrocknetem Sperma bedeckt, in ihrer Scheide steckt mit dem Hals eine leere Sektflasche. Antje vergewissert sich, dass ihre Freundin noch lebt. Und weint über die Ungerechtigkeit, dass sie selbst nur einmal vergewaltigt wurde, Sabine dagegen mindestens ein Dutzend Mal.
Antje schafft es nicht, ihre Freundin wachzubekommen, nimmt sie liebevoll in den Arm, auch wenn sie fürchterlich klebt und nach Sex riecht, schläft dann selbst erschöpft noch mal ein.
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