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Chapter 142 by Hentaitales Hentaitales

Das kann nicht gut ausgehen...

Definitiv und absolut gar nicht

Wenn die ganze Sache ein Gutes gehabt hatte, dann dieses: jetzt hatte ich definitiv meine Lektion gelernt und hielt zumindest während der Fahrt aufs Revier meine große Klappe. Sollten diese Polizisten doch ruhig versuchen, mehr aus mir herauszubekommen, ich würde von jetzt an schweigen. Mein Vater hatte ja schon angekündigt, dass er unseren Anwalt einschalten würde - der war zwar auf Familienrecht spezialisiert, aber ich fand ihn auch sehr kompetent - und damit war es nur eine Frage der Zeit, wann ich wieder freikam. Vielleicht bekam ich so auch heraus, von wem die Anzeige gekommen war. Die einzige meiner Freundinnen, bei der ich tatsächlich etwas gegen deren Willen getan hatte, war Lilly, und mit der hatte ich ja die Fronten geklärt. Wir waren vielleicht nicht mehr so unbefangen miteinander wie zuvor, aber mit Sicherheit hätte sie mich nicht bei der Polizei angezeigt.

Während ich so in meinen Gedanken war, sprach mich Kommissar Riedmüller vom Fahrersitz aus an. "Dir wird ja inzwischen klar, sein, dass du ziemlich in der Patsche steckst", sagte sie. "Willst du immer noch behaupten, dass du nicht weißt, was man dir vorwirft?"

"Warum sagen sie's mir nicht?" gab ich bitter zurück. "Oder haben sie gar nichts gegen mich in der Hand und brauchen darum irgendwelche Beweise von mir?"

"Leon, ich bekomme keine Haftbefehle ausgestellt, wenn gegen jemanden nichts vorliegt", meinte die Frau am Steuer. "In deinem Fall ist das sogar ein Videobeweis. Was hältst du davon: wenn wir auf dem Revier sind, zeige ich ihn dir, und du sagst uns, was da genau passiert ist, hm?"

Ich lachte bitter auf. "Heutzutage kann ich in fünfzehn Minuten ein Video online basteln, in dem der Papst persönlich rappt, dass er auf dicke Hintern steht. Was immer sie da haben, kann nicht echt sein!"

Im Rückspiegel konnte ich sehen, dass Kommissar Riedmüller mich beobachtete. "Da muss dich aber jemand sehr hassen, wenn er Videos fälscht, in denen du jemanden vergewaltigst", stellte sie in den Raum. "Wer hätte denn einen Grund dafür?"

"Sie", gab ich wütend zurück, "damit sie mal wieder jemanden verhaften können. Und jetzt hören sie auf mit den Fragen; ich beantworte sie ihnen nicht mehr."

"Auf dem Revier zeige ich dir das Video", wiederholte sie, "und dann überlegst du dir noch mal, ob du dazu nicht doch-"

In diesem Moment wurde sie von einem Klingelton unterbrochen, und ich konnte auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole des Autos sehen, dass gerade ein anonymer Anruf hereinkam. Kommissar Riedmüller steckte sich einen Knopf ins Ohr und nahm den Anruf dann an. "Ja? ... Herr Bechtel?! Warum-"

Der Polizist neben mir sah interessiert auf. "Bechtel? Puh! Junge, ich hoffe, in dem Telefonat geht es nicht um dich. Bechtel ist der Oberstaatsanwalt."

"Warum sollte sich der nach mir erkundigen?" Ich sah ihn an. "Gehen so Fälle wie meiner gleich an-"

"Ja, aber das ist sehr... ungewöhnlich", hörte ich die Frau am Steuer sagen. "Wir sind eben auf dem Weg ins Revier und wollten ihn da umfassend verhören. Wollen sie das tatsächlich selbst- ... Nein, natürlich nicht; das ist ihr Privileg, Herr Bechtel. Dann fahren wir nach- ... Bitte? Ich habe sie nicht verstanden. Sie wollen, dass- ... Hm. Na gut, wenn es ihnen so dringlich ist, natürlich. Wo genau treffen- ... Sie schicken mir einen Geo? Danke. Bis später dann!"

Ich sah ihr zu, wie sie sich den Knopf wieder aus dem Ohr pfriemelte und in den vorgesehenen Platz an der Mittelkonsole steckte. "Da hast du ja das große Los gezogen, Leon", sagte sie. "Die Oberstaatsanwaltschaft persönlich übernimmt deinen Fall. Öffentliches Interesse. Scheint so, dass deine Mitschülerin einflussreiche Eltern hat."

Jetzt war ich vollkommen ratlos - meines Wissens nach hatte keine meiner Freundinnen einflussreiche Eltern. Romy hatte reiche Eltern, aber das war nicht das selbe. "Wollen sie mir nicht langsam sagen, um wen es hier gehen soll?" wollte ich wissen.

"Warum sagst du uns nicht einfach, mit wem du was gemacht hast?" gab Kommissar Riedmüller zurück. "Vielleicht kann ich Oberstaatsanwalt Riedel damit davon überzeugen, dass du kooperativ bist, dann wird er das bestimmt in seine Behandlung von dir mit einbeziehen."

"Nee, den Fehler mach ich nicht nochmal", lehnte ich wütend ab. "Ich sag jetzt gar nichts mehr!"

Die Frau zuckte mit ihren Schultern. "Dann kann ich dir auch nicht mehr weiterhelfen." Sie warf einen Blick auf den Bildschirm, wo inzwischen das Navigationssystem aufgepoppt war. "In achtzehn Minuten wirst du der Staatsanwaltschaft übergeben. Überleg dir, ob du vorher noch was loswerden willst."

Aber das hatte ich schon, und die Antwort war nein, und dementsprechend schwieg ich für den Rest der Fahrt. Ich musste den Polizisten zugute halten, dass sie auch tatsächlich nicht noch einmal versuchten, mich in eine Unterhaltung zu verwickeln, auch wenn fast zwanzig Minuten eisiges Schweigen nicht das Angenehmste war, das ich bisher so erlebt hatte. Ich verbrachte die Zeit, indem ich aus dem Fenster starrte und beobachten konnte, wie die Fahrt aus der Stadt heraus und auf die Autobahn ging, und schließlich endete sie auf einem kleinen Parkplatz in der Peripherie, umgeben von Büschen und Sträuchern. Um diese Zeit war er noch völlig verlassen, mit Ausnahme einer etwas größeren schwarzen Limousine, neben der zwei ernst aussehende Herren in gleichermaßen schwarzen Anzügen standen.

Kommissar Riedmüller stoppte den Wagen neben der Limousine und schnallte sich ab. "Meier, sie bleiben bei Leon", sagte sie, "ich spreche noch kurz mit dem OST, dann führen sie ihn zur Übergabe heraus."

"Jawohl!" Der Polizist nickte, während seine Chefin die Fahrertür öffnete. "Sagen sie ihm, dass wir-"

In diesem Moment wurde er von einem lauten, scharfen Geräusch unterbrochen, dem sofort ein zweites folgte, und von Kommissar Riedmüller war ein leises Ächzen zu vernehmen. Keine Sekunden später ertönte das Geräusch noch einmal, die Scheibe des Autos an der Seite, wo der Polizist saß, splitterte, und er selbst sackte in sich zusammen.

Ich brauchte einige Sekunden, um zu kapieren, was da eben geschehen war, und wirklich verstehen tat ich es erst, als ich das Blut am Kopf des Polizisten heruntertropfen sah.

"Gesichert", hörte ich von draußen eine Stimme, und einer der dunkel gekleideten Männer beugte sich an der Fahrerseite ins Auto, zog den leblosen Körper von Kommissar Riedmüller heraus und bediente dann einen Knopf vorne an der Armatur. Sekunden danach wurde die Hintertür an meiner Seite aufgerissen, und der zweite Mann in Schwarz stand neben mir. "Aussteigen", befahl er.

Ich war immer noch in Schock und unfähig, mich zu rühren. Dafür griff der Mann nach meinem Arm und zerrte mich aus dem Wagen, um mich zur Limousine zu führen. Der andere, der sich eben am Vordersitz zu schaffen gemacht hatte, nahm nun dem toten Polizisten auf der Rückbank etwas ab, das er einsteckte, dann zog er aus der Tasche seines Sakkos etwas Kleines hervor, dass ich als eine winzige Spraydose erkannte. In roter Farbe sprühte er "BULLE VERRECKE" auf den Polizeiwagen, ehe er sich auf den Beifahrersitz der Limousine begab. Ich selbst wurde von seinem Kollegen auf den Rücksitz verfrachtet, der auch hinten bei mir einstieg.

Gerne hätte ich gesehen, wer der Fahrer der Limousine war. Aber zwischen den Vorder- und Rücksitzen befand sich hier eine Abtrennung, und die Seitenscheiben des Autos waren getönt gewesen. So war das einzige Hinweis das, was der Mann in Schwarz sagte, als er eingestiegen war und die Tür geschlossen hatte.

"Zielobjekt in Gewahrsam, Herr Leutnant", waren sein Worte.

In was für eine Scheiße bin ich da reingeraten?

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