WAS. ZUM. TEUFEL.
Das unerwartete Wiedersehen
Während ich einfach nur sprachlos dastand, trat der falsche Polizist einen Schritt auf Sarah zu. "LINDEMANN!" brüllte er.
"Wenn das der Name von deinem Kumpel vor der Halle ist", sagte Sarah völlig unbeeindruckt, "der ist gerade ein bisschen beschäftigt. Wie sieht's aus, suchst du auch Beschäftigung? Oder bist du lieb und lässt uns hier in Ruhe?"
"Kannst du knicken", sagte der Mann. "Du verschwindest jetzt hier, sonst werd ich ungemütlich!"
Sarah schien das eher zu amüsieren - von ihrer ganzen Haltung her nahm sie ihn nicht wirklich ernst und wirkte vollkommen entspannt und gelassen. Ich konnte immer noch nicht glauben, dass es wirklich sie war, aber es gab keinen Zweifel. Seit ich sie zuletzt gesehen hatte, hatte sie sich so gut wie nicht verändert, und auch ihr Kleidungsstil war immer noch der gleiche. Zwar erinnerte ich mich nicht daran, sie in dieser rotbraunen Lederjacke hier schon einmal gesehen zu haben, aber Lederjacken an sich, die trug sie gerne, und auch der Minirock, den sie trug, war typisch für sie. Das war ganz eindeutig meine Mutter.
Inzwischen hatte sie sich dem falschen Polizisten bis auf drei Schritt genähert und blieb stehen. "Und jetzt?" sagte sie zu ihm. "Ich bin nicht verschwunden. Willst du immer noch ungemütlich werden?"
"Letzte Warnung", sagte der Mann. "Ich schlag nicht gerne Frauen."
"Gut", sagte Sarah. "Ich lass mich auch nicht gerne schlagen."
Und mit zwei schnellen Schritten war sie bei ihm, und als seine Faust in Richtung ihres Gesichts flog, fing sie den Schlag ganz locker mit der offenen Hand ab, drehte sich in ihn hinein und warf ihn mit einem schnellen Schwung über ihre Schulter, so dass er krachend mit dem Rücken zuerst auf dem Hallenboden aufschlug. Der falsche Polizist ächzte auf und versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, aber da hatte sich Sarah auch schon rittlings auf seinen Bauch gesetzt, seine beiden Handgelenke gepackt und drückte ihn scheinbar mühelos auf den Beton.
Der Mann versuchte sich loszureißen, aber es war offensichtlich, dass Sarah ihn fast mühelos unten halten konnte. "Scheiße!" fluchte er. "Wie machst du das?"
"Einfach nur ein bisschen Training", lächelte ihn Sarah an, dann sah sie zum ersten Mal zu mir auf. "Bei dir alles in Ordnung, Tina? Hat er dir was getan?"
"Äh, was?" Ich stand immer noch völlig neben mir angesichts der Tatsache, dass meine vor zwei Jahren plötzlich ins Nichts verschwundene Mutter jetzt plötzlich in einer Lagerhalle im Nirgendwo auftauchte und einen Mann, der mich gefangen hielt, ganz locker mit einer Art Judowurf ausschalten konnte.
"Hat er dir was angetan?" wiederholte Sarah die Frage. "Du stehst hier mit nacktem Oberkörper herum, und da dachte ich-"
Ich errötete und bedeckte meine Brüste schnell wieder mit den Armen. "Nein, der hier hat mir nichts getan", sagte ich. "Aber einer seiner Kumpels. Und- Und eigentlich steckt Tante Ashley hinter dem Ganzen! Du kannst dir nicht vorstellen, was sie-"
"Ich kann mir eine ganze Menge vorstellen", unterbrach mich Sarah, "und ich was Ashley angeht, weiß ich auch Bescheid. Aber lass uns später darüber reden, wenn wir hier raus sind. Erst mal müssen wir uns um den hier unten kümmern." Sie blickte wieder zu dem Mann unter ihr, den sie weiterhin am Boden festhielt. "Was machen wir mit dir, hm?"
"Verd-" Der falsche Polizist zappelte mit den Beinen, aber es gelang ihm nicht, sich von Sarahs Griff zu befreien. "Lass mich los!"
Sarah schüttelte den Kopf. "Dann machst du uns nachher nur Probleme. Nein, dich müssen wir eine Weile schlafen legen. Und sei froh, dass du meiner Tochter nichts getan hast. Sonst würde ich jetzt nicht so nett zu dir sein."
Ich sah zu ihr herab. "Was hast du vor?"
"Erst mal", sagte Sarah mit Blick zu dem Mann unter ihr, "wird uns der da sagen, wo die anderen sind, die er gefangen hat. Und wenn nicht, breche ich ihm die Arme."
"Okay, okay!" Der falsche Polizist gab den Widerstand auf. "Die anderen sind da hinten, durch die Tür, in den drei abgeschlossenen Räumen. Der Schlüsselbund ist in meiner Hosentasche."
Sarah nickte zufrieden. "Geht doch. Tina, bist du so lieb und nimmst dir die Schlüssel?"
Ich kniete mich neben sie und griff in die rechte Hosentasche des Mannes, die verdächtig stark ausgebeult war. Wie vermutet war darin ein großer Schlüsselbund. "Hab sie!"
"Sehr gut." Sarah hatte in der ganzen Zeit ihren Blick nicht von ihrem "Gefangenen" abgewendet. "Dann werden wir dich mal ins Reich der Träume schicken, und weil du so nett warst, werden es auch schöne Träume sein. Tina, mein Liebes?"
"Ja, Mama?"
Sarah sah zu mir auf und lächelte. "Möchtest du ihn besinnungslos ficken, oder soll ich das tun?"
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