Chapter 9
by
gha93
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Das Ende des Abends
"Schlaft, Leute, schlaft!"
Der Raum war wieder still. Auch Tom reagierte sofort.
"So, wenn dann jetzt alle fertig sind, sollten wir uns ans Aufräumen machen. Anna, nachdem du heute für Tom verantwortlich warst, machst du die Sauerei, die er auf dem Boden verteilt hat, sauber. Bitte wie immer in zwei Phasen. Zuerst mit der Zunge und dann mit einem feuchten Lappen. Sonst verteilst du nur das Sperma auf dem Boden. Der Rest geht bitte direkt ins Badezimmer im Obergeschoss und macht sich frisch. Kommt dann wieder her und zieht sich an. Los Beeilung! "
Nach Theos Ansage verließen die meisten tonlos den Raum. Nur Anna kniete sich auf den Boden, um mit der Reinigung anzufangen.
Tom kam sich seltsam vor, als er zusammen mit Katrin, Janina, Martin und Jennifer nackt im Badezimmer ankam. Klar, sie waren die letzten Minuten auch alle nackt gewesen und hatten die verschiedensten Dinge über sich ergehen lassen, aber da war Tom noch unter Spannung gestanden. Diese fiel jetzt langsam wieder von ihm ab. Er hatte es fast geschafft.
Ihm war unwohl dabei vor Menschen, die er erst vor wenigen Stunden kennengelernt hatte, nackt im Badezimmer zu stehen. Das lag auch daran, dass er der einzige bei Bewusstsein war. Alle anderen waren noch nimmer in Trance und führten nur ihre Befehle aus. Es war skurril, wie sie alle vor dem Waschbecken standen, sich mit nassen Lappen wuschen und dabei keinerlei Scham voreinander empfanden. Mehrmals streifte Tom aus Versehen mit seinem rechten Ellbogen Katrins linken Busen, aber sie reagierte gar nicht darauf. Tom fühlte sich wie ein Eindringling oder Voyeur.
Als Tom in den Badezimmerspiegel sah und Martin erblickte, schweiften seine Gedanken ab. Er überlegte, ob er mit Martin tauschen wollen würde. Martin hatte den Vorteil, dass er nicht wusste, dass ihm und seiner Frau so übel von Theo und Marco mitgespielt wurde. Er war glücklich und zufrieden. Er musste sich nicht der grausamen Wahrheit stellen. Aber war das besser? Würde er es wissen wollen? Auch, wenn es sein Leben zerstören würde?
Langsam, aber sicher verließen die anderen das Badezimmer. Tom räumte den Waschlappen weg und machte sich mit blankem Gesichtsausdruck auf den Weg nach unten. Als er an der Treppe angelangt war, sah er wie Theo und Martin aus einem Raum kamen. Sie sahen frisch aus und hatten wahrscheinlich ein zweites Badezimmer ohne den lästigen Pöbel benutzt. Auf der Treppe kam ihm Anna entgegen. Sie sah wirklich fertig aus. Der Abend war für sie auch nicht gerade gut verlaufen.
Unten angekommen zog sich Tom wie die anderen stillschweigend seine Kleidung an, setzte sich auf einen freien Platz auf einem der Sofas und legte die Hände auf den Schoß. Sie mussten ein paar Minuten warten, bis sich alle wieder im Wohnzimmer eingefunden hatten. Als Anna die Treppe herunterkam - Tom hatte sich noch nicht daran gewöhnt, dass sie nackt vor ihm herumlief - waren ihre Haare noch immer leicht zerzaust und Tom war sich sicher den ein oder anderen Überrest ihrer Zusammenkunft in ihren Haaren glitzern zu sehen. Als auch sie sich wieder ihr Kleid angezogen und sich hingesetzt hatte, erhob Theo die Stimme.
"Wenn ihr gleich aufwacht, werdet ihr denken, dass mein Partytrick funktioniert hat. Jennifer und Tom sind tatsächlich 10 Minuten als Hühner durch mein Wohnzimmer gelaufen und haben laut gegackert. Ihr fandet es alle lustig und habt herzlich gelacht. Als wir die beiden wieder aufgeweckt und ihnen davon erzählt hatten, fanden auch sie es sehr witzig. Euch allen ist absolut klar, dass meine Fähigkeiten als Hypnotiseur nicht zu viel mehr taugen. Es ist einfach nur ein kleiner Partytrick.
Den restlichen Abend haben wir uns unterhalten und sehr viel Spaß gehabt. Ihr alle habt es heute genossen. Es war wie immer sehr schön. Ihr freut euch schon auf das nächste Mal. Ihr werdet euch in den nächsten Minuten einer nach dem anderen verabschieden und nach Hause gehen.
Falls euch heute Abend irgendetwas seltsam vorkommen sollte, so ignoriert ihr es. Alles ist ganz normal. Das gilt auch für seltsame Gerüche, Geschmäcker oder klebrige Substanzen. Nichts, absolut gar nichts wird euch heute seltsam vorkommen."
Er schaute in die Gruppe. Sein Blick verblieb etwas länger auf Anna, die noch immer etwas von Toms Sperma im Haar hatte.
"Bedenkt immer: Das ist eine ruhige und gemütliche Nachbarschaft. Hier passieren keine merkwürdigen oder beachtenswerten Dinge. Ihr braucht nichts zu hinterfragen. Falls euch jemand auf seltsame Dinge anspricht, glaubt ihr ihm nicht und denkt euch nichts weiter dabei. Habt ihr mich verstanden?"
Wie im Chor bestätigten alle gleichzeitig Theos Frage.
"Zu guter Letzt habe ich noch ein paar Dinge für euch, Jennifer und Tom."
Theo wandte seine Aufmerksamkeit seinen neusten Nachbarn zu.
"Ihr fühlt euch gut in der Nachbarschaft aufgenommen. Ihr habt heute neue Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Ihr seid hier glücklich und zufrieden."
Tom musste sich auf die Zunge beißen, um nicht spöttisch zu lachen.
"Wenn Marco oder ich euch zu uns oder jemand anderen einladen, spürt ihr den inneren Drang zuzusagen und versucht es zu ermöglichen. Falls einer von uns euch besucht, so freut ihr euch, denn wir sind immer willkommene Gäste bei euch. Ihr findet uns sympathisch und vertraut uns vollkommen."
Theo wandte sich Marco zu.
"Hab ich irgendwas vergessen?"
"Ne, ich glaube das war es."
"Okay, alles klar", murmelte er leise und fuhr dann mit lauter Stimme fort. "Wenn ich bis 3 gezählt habe, wacht ihr auf und seid wieder bei vollem Bewusstsein. 1… 2… 3!"
Kaum hatte Theo fertiggezählt kam Leben in den Raum.
Katrin fing an Jennifer und Janina von dem Buch zu erzählen, dass sie gerade las. Die beiden Frauen hörten gespannt zu. Alles wirkte ganz normal. Anna stand auf um sich ein neues Glas Sekt zu holen. Als sie an einem der Spiegel vorbeilief schaute sie hinein und betrachtete selbstverliebt wie schon tausende Male zuvor ihr Spiegelbild. Sie lächelte und ging dann, ohne, dass ihr irgendetwas an ihrem Äußeren auffiel, weiter in Richtung Küche, wohin ihr Mann und Theo gegangen waren und sich unterhielten. Tom war fasziniert wie normal alles wirkte. Er brauchte ein paar Sekunden um zu bemerken, dass Martin ihn angesprochen hatte.
"Sorry, was hattest du gesagt?"
"Ich wollte wissen, ob ihr euch schon richtig eingelebt habt. Ihr wohnt ja jetzt schon einen Monat hier."
"Äh, ja. Wir sind fast mit dem Auspacken fertig. Hier und da steht noch eine Kiste rum, aber ich hatte mir vorgenommen sie in den nächsten Tagen eine Kiste nach der anderen vorzunehmen."
Die Banalität dieses Gesprächs überforderte Tom etwas. Er nahm einen großen Schluck aus seinem Glas. Da räusperte sich Marco.
"Hey, Leute. Wir verabschieden uns für den Abend", verkündete Marco. Er war gerade mit Anna und Theo aus der Küche gekommen.
"Oh nein!", rief Janina, "bleibt doch noch etwas."
"Ja genau," stimmte ihr Jennifer zu, "Der Abend war doch so schön. Ein paar Minuten habt ihr doch bestimmt noch, oder?"
Tom wollte schreien.
"Sorry, Leute. Aber es ist spät und ich bin echt erledigt. Wir sehen uns ja bestimmt bald wieder."
"Hoffentlich nicht", dachte sich Tom. Aber er befürchtete, dass er da nicht wirklich etwas mitzureden hatte.
Marco und Anna winkten noch einmal zum Abschied und verschwanden dann in der Nacht.
Tom sah seine Gelegenheit und fing an sich zu strecken.
"Ich glaube für uns wird es auch Zeit."
"Wirklich?", fragte Jennifer, nickte dann aber und stand auf, "Naja, es ist ja wirklich schon recht spät."
Martin klopfte Tom auf die Schulter und wünschte ihm und seiner Frau einen guten Heimweg. Jennifer drückte zunächst Katrin und dann Janina, die ihr direkt noch das Versprechen abnahm bald mal wieder etwas zusammen zu erledigen.
Wie Tom befürchtet hatte, ließ es Theo sich nicht nehmen und verabschiedete sich von Jennifer mit einer langen Umarmung. Tom wurde schlecht. Als Theo Jennifer endlich losgelassen hatte, nickte er Tom noch einmal zu und führte die beiden zur Tür.
Endlich aus dem Haus spürte Tom eine große Last von ihm abfallen. Er hatte es geschafft und diesen schrecklichen Abend überstanden.
Der Mond war aufgegangen und gemeinsam liefen sie langsam die Straße entlang. Jennifer nahm Toms Hand und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.
"Das war doch ein schöner Abend", sagte sie ruhig ohne zu ihm aufzuschauen.
"…"
"Was ist los? Hat er dir nicht gefallen?"
"D… doch, doch", stammelte Tom um eine Erklärung ringend.
"Was ist denn? War irgendjemand unfreundlich? Was ist passiert?", fragte sie besorgt.
"Wenn du nur wüsstest…", dachte Tom, sagte aber stattdessen sanft: "Nein, nein. Es ist nichts. Ich bin einfach müde. Es war ein schöner Abend."
Er küsste sie auf die Stirn. Er konnte es ihr nicht sagen. Und sie würde es dank der Anweisungen von Marco und Theo eh nicht glauben.
"Dann ist ja gut", säuselte sie zufrieden, "Unglaublich, dass Theo uns hypnotisiert hat…. Hühner… so ein Quatsch. Hättest du das für möglich gehalten?"
Tom schaute traurig nach oben zum Nachthimmel.
"Nein, Schatz. Hätte ich nicht."
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Die neue Nachbarschaft
Hypnose unter Nachbarn
Jennifer und Tom sind zu einem geselligen Abend mit ihren neuen Nachbarn eingeladen. Irgendwann kommen sie auf das Thema "Hypnose" zu sprechen.
Updated on Jun 21, 2023
by gha93
Created on Aug 3, 2022
by gha93
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