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Das Einstandsfest

Chapter 65 by Geilspecht99 Geilspecht99

Ganz Glimmerwein arbeitete auf das Fest hin, alle Bewohner waren eingeladen und die Vorfreude wurde mit jedem Tag spürbarer. Die Stimmung im Schloss wurde entspannter, was vor allem daran lag, dass James und Vicky selbst Calista und Casimir bei Yvonne abholten und zu ihrer überraschten Mutter in Schloss brachten. Diese Nachricht sprach sich schnell herum und ihr Ansehen bei ihren Untertanen stieg. Hatte man sie vorher einfach für neuadelige Emporkömmlinge gehalten und wurde er anfangs nicht ernst genommen oder gar belächelt, so glaubte man James jetzt, wenn er sagte, dass er es als seine Aufgabe betrachtete, ihr aller Leben zu verbessern. Anfangs meinte Vicky noch, sie würde den Haushalt nach Vorbild der Baronin führen, doch James hatte ihr schnell klar gemacht, dass er einen anderen Umgang mit seinen Leuten pflegen wollte. Ironischerweise musste er seine arkanen Fähigkeiten einsetzen, um sie davon zu überzeugen, ihre Untergebenen anders zu behandeln, als die Baronin es bei ihr tat. Natürlich gingen die Veränderungen nicht von einem Tag auf den anderen vonstatten, es gab auch Individuen, denen die neue Freiheit nicht guttat und um die sich James kümmern musste. Da war beispielsweise Danello, ein fleißiger und freundlicher Bauer. Er trank gern über den Durst und ließ dann seine Wut an Frau und Kindern aus, bis ihm im Traum ein Dämon erschien und ihm ein Angebot machte. Von da an trank er keinen Tropfen mehr.

James hielt es auch für wichtig, sein Land und seine Leute zu kennen, um es richtig verwalten zu können und benutzte dieses Argument, um sie für einen der nächsten Tage zu einer ganztägigen Wanderung durch die Ländereien zu überreden. Vickys Zeitplan war ziemlich straff, daher schlug sie den Praios-Tag (den Tag nach der Feier) vor.

Die Rahja-Löcher spielten in ihren Gesprächen keine Rolle, Vicky wartete darauf, dass Sieglinde das Thema ansprechen würde und wollte sich dann mit James besprechen. James konnte die Vorstellung nicht beiseiteschieben, sie zu ficken, während sie einen Unbekannten blies. Mehrmals suchte er sie zwischendurch auf, um seinen Saft loszuwerden. Dabei war er bewusst rücksichtslos, ganz im Gegensatz zu den verliebten Spielchen im gemeinsamen Schlafzimmer. Zumeist blieb sie mit seinem Sperma verziert zurück, ohne dass er sich auch nur in irgendeiner Weise um sie gekümmert hatte. Doch es handelte sich um Vicky, welche für beinahe alle Spielarten zu haben war und dieses dominante Verhalten als willkommene Abwechslung schätzte und begrüßte.

Im Laufe des Tages trafen diverse Gruppen von Arbeitern und Bauern ein, welche etwas weiter weg wohnten und daher nur selten nach Glimmerwein kamen. Da waren etwa die drei Holzknechte, die oben ohne eine gute Figur machten, wie Vicky zufrieden feststellte. Der Chef und älteste von ihnen, stellte sich als Hadoryn vor. Er war mit seinen 1,85 Schritt, der kleinste von den Dreien, dafür war er auch der breiteste, sein wallender Bart und seine blonden Haare wiesen ihn als Wikinger aus. Stanislaus war etwas jünger und hatte dunkelbraune Haare, der Größte von ihnen war aber der jüngste. Dieser wurde besonders herzlich begrüßt und man sah auf den ersten Blick, dass Oliver mit seinen roten Haaren, eine größere Kopie seines Vaters Belono war. James entgingen auch nicht die faszinierten Blicke der Männer, als er ihnen seine Vögtin präsentierte. Zwar waren ihre Reize in einem schlichten Kleid versteckt, aber ihre natürliche Schönheit würde auch in einem Kohlensack zur Geltung kommen und ihre exotische Hautfarbe setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Die Holzfäller gefielen ihr, sie blieb aber souverän und erst später stellte sie sich kurz vor, wie es wäre, zwischen den Jungs eingeklemmt zu werden. Auch die fünf Soldaten und die beiden Jäger wurden vorgestellt. Salim, einer der Jäger bot sich ihnen für den nächsten Tag als Führer an, aber James lehnte dankend ab.
Durch diese Vorstellungsrunden erfuhren die beiden auch viel über die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen und beim Fest selbst konnten sie feststellen, dass die Leute eine eingeschworene Gemeinschaft bildeten. Vicky und James wollten mit dem Volke feiern, anstatt sich als Lehnsherren dezent zurückzuhalten und hatten für Essen, Trinken und Unterhaltung gesorgt. Schon ab dem Vormittag wurde ein Ochse über einem Feuer gegrillt und am Nachmittag eröffneten Vicky und James das Fest. Der Wein begann zu fließen und die Akrobaten und Schausteller unterhielten die Anwesenden, welche die Gelegenheit nutzten und soziale Kontakte pflegten. Vicky und James führten unzählige Gespräche und hatten ein offenes Ohr für die Anliegen des Volkes.

Am Abend schnitt James den Ochsen an und das Essen begann. Als auch der letzte Hunger gestillt war und die Musikanten sich schon für die Tanzmusik bereit machten, trat James mit Vicky an seiner Seite vor und begann seine Rede:

„Liebe Freunde und damit meine ich alle Anwesenden!

Meine Vögtin Vicky und ich möchten Glimmerwein zu einem Ort machen, an dem jeder ein gutes Auskommen findet. Denn nur wenn ihr nichts zu klagen habt, geht es auch uns gut. Um dies zu erreichen, haben wir einiges vor.
Zuerst möchte ich sagen, dass ich der Heilkunde mächtig bin. Ich bin gewillt zu helfen, wo immer ich kann, sei es bei Notfällen oder Krankheit. Ihr müsst damit nur zu mir kommen und als Herr von Glimmerwein bin ich nicht darauf angewiesen, dafür auch bezahlt zu werden.
Ich werde einen Lehrer organisieren und eine kostenlose Schule eröffnen. Ich verlange aber auch, dass alle Kinder dort regelmäßig am Unterricht teilnehmen.
Wir werden den Weinbau ausbauen, neue Reben pflanzen und bessere Qualitäten produzieren.
Ich möchte am Ende der Schlucht ein Sägewerk eröffnen und Bretter statt Holz verkaufen.
Ich habe vor, einen Rahja-Schrein zu errichten und einen Peraine-[Göttin des Ackerbaus und der Heilkunst] Geweihten einzustellen.
Zudem überlege ich schon, wie wir Wasser vom Sägewerk Wald nach Glimmerwein leiten können, denn die Brunnen sind mir ein Graus.
Heute aber werden wir das Wasserproblem umgehen, indem wir uns am Wein erfreuen.
Und bevor ich es vergesse, bis morgen will ich kein ‘Herr’ oder ‘Eure Gnaden’ hören, wir sind heute Vicky und James!
Ich erhebe mein Glas, trinke auf Glimmerwein und euch alle! Mögen die Zwölfe mit uns sein!“

„Auf Vicky und James, bei den Zwölfen!“ riefen die Besucher.

Nachdem der Jubel verstummt war, fing die Musik an zu spielen und der Tanz begann.
James führte Vicky zum Parkett, beim Tanz übernahm sie die Führung und ein unterhaltsamer Abend nahm seinen Lauf.

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