Wie ergeht es Cynthia?
Cynthias Schicksal
Ein Jahr nach meiner ersten Geburt war es für Cynthia so weit. Die Hochzeit mit Eliah war noch prächtiger als meine, doch Cynthia wirkte an diesem Tag wie eine Fremde. Eliah war ein strenger Mann, noch unnachgiebiger als Adam. Er sah in Cynthia eine "Widerspenstige", die durch Mutterschaft gezähmt werden musste.
Cynthia erwies sich als außergewöhnlich fruchtbar. In den ersten acht Jahren ihrer Ehe schenkte sie Eliah sieben Kinder. So hieß das siebte Kind schon Gustav.
Ich besuchte sie oft, wenn Eliah auf den Feldern war. Wir saßen dann in ihrer Küche, umringt von schreienden Kleinkindern. Cynthia war dünner geworden, ihr Gesicht gezeichnet von der harten Arbeit und den kurzen Nächten.
„Weißt du noch, Amalia“, flüsterte sie eines Tages, während sie den kleinen Gustav stillte, „wie wir im Wald Pilze gesammelt haben? Wie sich die Freiheit anfühlte?“
Ich sah sie streng an, obwohl mein Herz schmerzte. „Das waren Kindereien, Cynthia. Schau dir deine Kinder an. Das sind die Pfeile, die Eliah stolz machen.“
Sie nickte stumm, aber ich sah, wie sie ihre Hand fest um den kleinen Körper des Babys schloss. Eliah duldete keine Schwäche. Wenn Cynthia im Haushalt hinterherhinkte oder eines der Kinder nicht parierte, griff er immer noch zum Riemen – diesmal jedoch nicht öffentlich auf dem Dorfplatz, sondern hinter den verschlossenen Türen ihres Hauses, wie es das Recht eines Ehemannes war.
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