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Chapter 37
by
kleinehexe
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Bilder der Nacht
Schlaftrunken und mit zusammengekniffenen Augen streckte sie ihre Arme über den Kopf. Als könne sie der Helligkeit entkommen, drehte sie sich vom Fenster weg, durch das ihr Schlafzimmer schonungslos mit Licht geflutet wurde. Sie spürte, wie das weiche Bettzeug sanft, ja fast schon zärtlich, einer Umarmung gleich ihre nackte Haut umschmiegte. Noch immer innerlich aufgewühlt von ihren intensiven Träumen, kam sie langsam zu sich.
Sie wusste nicht, wie lange sie geschlafen hatte, nur dass es zu kurz gewesen war. Eine wirkliche Erholung hatten ihr diese Stunden nicht gebracht. Mit der Decke fest verschlungen zwischen ihren Beinen, rekapitulierte sie die im Unterbewusstsein durchlebten Szenen. Sie schloss die Augen und vor ihrem inneren Auge erschienen erneut die Bilder ihrer Träume.
Vor dem Freier auf den Knien sah sie sich selbst bei ihrem Blowjob zu. Wie von allein wanderte ihre Hand unter der Decke zwischen ihre Beine. Sie drehte sich auf den Rücken, um sich noch weiter für sie zu öffnen. Mit ihren Händen in seine Hüften gestemmt, versuchte sie dem Schlimmsten zu entkommen. Ihren Kopf fest von seinen Pranken fixiert, sah sie, wie sein Schwanz rücksichtslos ihre Lippen teilte, als er sie benutzte. Mit Tränen in den Augen sah sie **** zu ihm auf. Sie flehte ihn mit ihren Augen förmlich an, endlich fertig zu werden. Schwer atmend bäumte sie sich im Hohlkreuz auf ihrem Bett auf und starrte an die Decke. Hemmungslos fingerte sie sich und glaubte, es schmecken zu können, als sie wieder die Augen schloss. Im faden Licht der Laterne wand sie sich unter ihnen auf der Motorhaube. Von unzähligen Händen gehalten und auf das kalte Blech gepresst, musste sie es wehrlos über sich ergehen lassen. Rücksichtslos und brutal erforschten die Pranken der Kerle ihren Körper, an dem die Reste ihrer Klamotten nur noch in Fetzen hingen. Einer nach dem anderen wechselte sich zwischen ihren weit auseinander gehaltenen Beinen ab und nahm sie. Benutze sie. Ein letztes Mal bäumte sie sich auf, als der erlösende Höhepunkt sie endlich überrollte. Ihre zusammengepressten Schenkel zitterten unkontrolliert, während sie sich in ihre Decke einrollte. Als wollte sie sich mit ihnen selbst umarmen, griffen ihre Hände nach ihren Schultern. Mit geschlossenen Augen versuchte sie, sich mit ihnen selbst etwas Halt zu geben und die langsam abschwellende Erregung wegzuatmen.
Schockiert von sich selbst, starrte sie entgeistert die Wand an. Noch nie hatte sie Fantasien dieser Art gehabt. Auch wenn sie es immer schon bevorzugt hatte, sich von ihren Lovern im Bett zeigen zu lassen, wo es langgeht, war dies neu. Sie fragte sich, ob es ihr deshalb so gekommen war, als Tom sie in den Abstellraum gezerrt und einfach gefickt hatte. War es er oder die Erlebnisse der letzten Nacht gewesen, die in ihr etwas geweckt hatten? Etwas, das bis jetzt unsichtbar und tief verborgen in ihrem Unterbewusstsein geschlummert hatte. Langsam setzte sie sich auf, ließ die Beine über die Bettkante schwingen. Ihre Füße berührten den Boden und gaben ihr ansatzweise das Gefühl, wieder Halt in diesem Raum zu finden.
Im Wohnzimmer stand noch immer die angebrochene Weinflasche auf dem Tisch. Für einen kurzen Moment spielte sie mit dem Gedanken, einfach wieder einzuschenken. Doch stattdessen ging sie, nackt wie sie war, weiter in die Küche und warf die Kaffeemaschine an. Den würde sie brauchen, aber erst nach einer ausgiebigen Dusche. Die kalte Luft im Bad schlug ihr unbarmherzig entgegen. Die kalten Fliesen unter ihren Füßen ließen sie frösteln, als sie es betrat. Im grellen Deckenlicht trat sie vor den Spiegel, wo sie ihr Spiegelbild bereits erwartete.
Hart und unerbittlich schlug es ihr entgegen: verquollene Augen, die Haare wie Kraut und Rüben und noch dunkle Spuren vom verschmierten Make-up der letzten Nacht. Auch der fehlende Schlaf der letzten Nächte hatte sichtbar seine Spuren hinterlassen. Die Linien im Gesicht schienen härter als sonst. Mit den Fingerspitzen fuhr sie kritisch über ihre Haut, als könne sie sie damit regenerieren. Als sie sich vom Spiegel losriss, sah sie ihr Kleid in der Wanne zusammen mit der anderen Wäsche. Achtlos abgestreift und fallengelassen, gab es 1:1 ihre Verfassung sinnbildlich wieder.
Sie drehte das Wasser der Dusche auf und fühlte die Temperatur. Es dauerte etwas, bis es warm wurde, dann war es zu heiß und sie drehte es wieder runter. Das Wasser prasselte auf sie hinab und die Wärme kroch ihr wohlig unter die Haut. Mit langsamen Bewegungen wusch sie ihr Haar und dann sich selbst. Sie sah dabei zu, wie das Wasser Seife und Shampoo von ihr spülte. Aber der Dreck, den sie loswerden wollte, saß woanders. Als sie fertig war, griff sie nach dem Handtuch und wickelte es sich straff um ihren Körper. Der Spiegel war zum Glück mittlerweile beschlagen. Kein Urteil mehr oder gar Selbstkritik, und das war auch gut so. Sie war gerade nicht in der Stimmung für einen erneuten Blick auf sich selbst.
Der Duft des frischen Kaffees stieg ihr in die Nase, als sie ihren Laptop wieder aus dem Standby holte. Der Satz schlug ihr erneut entgegen. „Ihr seid doch alle gleich!“ Unnachgiebig blinkte der Cursor hinter den Worten im weißen Nichts des Dokuments und erwartete ihre Eingabe.
Sie starrte auf den fast leeren Bildschirm, während ihre Finger einfallslos auf der Tastatur lagen. Scheinbar nichts wollte ihr einfallen. Kein Einstieg, keine Worte, die passten. Alles, was sie dachte, schien entweder zu banal oder zu krass, um es aufzuschreiben. Sie **** sich schließlich, ein paar Worte zu tippen, aber löschte sie wieder. Sie versuchte es erneut. Es fühlte sich an, als würde sie in einem zugefrorenen See nach etwas fischen wollen, das unerreichbar für sie unter dem Eispanzer lag.
Ihr Blick fiel auf das Handy neben dem Laptop. Sie nahm es in die Hand und wischte auf dem Startbildschirm nach oben. Zwei neue Nachrichten. Die erste kam von einer Freundin, belanglos wie immer. Die zweite war von ihrem Chef heute um 7:18 Uhr. _„Frei geht in Ordnung. Aber ich erwarte Sie morgen Punkt 8 im Büro!“ _Sie starrte auf die Nachricht und suchte nach weiteren Informationen zwischen den Zeilen. War er sauer oder erwartete er schon einen Bericht? Eigentlich hatte er sie doch erst am Freitag beauftragt. Und wie hatte er sich dabei ausgedrückt? „In der Materie nicht ungeschickt.“
Sie war froh, das erste Kapitel für die beauftragte Kolumne bereits in der Tasche zu haben. Vielleicht würde sie ja morgen damit punkten können. Oder hatte er etwa Wind bekommen von ihrem Ausflug letzte Nacht? Aber woher denn? Nein! Sie presste die Lippen aufeinander. Natürlich Punkt acht, was auch sonst, dachte sie sich und legte ihr Handy weg.
Wieder widmete sie sich dem Dokument auf ihrem Bildschirm. Irgendwas musste aufs Papier. Irgendwas, was nicht nach Opfer klang, aber sich auch nicht selbstgerecht über die Dinge stellte. Sie musste eine Linie finden, irgendwie heraus aus diesem Morast. Genervt starrte sie auf den Cursor. Er blinkte, als wäre er die einzige Konstante, bis es ihr schließlich reichte. Sie schloss das Dokument, ohne es zu speichern. Sollte der Rechner es doch behalten, wenn es ihm wichtig war? Sie klappte den Laptop zu und lehnte sich zurück. „Warum eigentlich auch nicht“, dachte sie sich, „ich hab doch heut frei!“
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Updated on Apr 15, 2026
by Papas_Liebling
Created on Aug 3, 2023
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