What's next?
Besuch im Nest 3
Vanessa stellte ihr Champagnerglas mit einem feinen, hellen Klirren auf dem Couchtisch ab. Ihr Blick verweilte noch einen Moment auf der freiliegenden Kante des Spitzenbunds, dann glitt er mit einer amüsierten, herrschaftlichen Kälte nach oben zu Loona.
„Weißt du was, Liebling?“, sagte sie und strich ihren Rock glatt. „Wenn unser Student hier sich schon mit so einer starren Konstruktion quälen muss, dann sollten wir ihm das Leben nicht unnötig schwermachen. Diese groben Hosen und diese fürchterliche Männerwäsche drücken doch nur auf das Metall. Wir schaffen jetzt klare Verhältnisse.“
Sie erhob sich mit federnder Leichtigkeit.
„Komm mit, John. Zeig mir mal deinen Kleiderschrank.“
Sie wartete meine Antwort gar nicht erst ab, sondern stöckelte mit eleganten Schritten den Flur hinunter in Richtung meines Zimmers.
Hinter mir zog Loona ihre Hand langsam unter meinem Bund hervor. Ihre Fingernägel kratzten dabei über die empfindliche Haut meines Beckens, ein letzter, warnender Gruß.
„Aufstehen“, flüsterte sie mir mit schneidender Süße ins Ohr. „Und lass das Hemd oben. Mama möchte sehen, woran sie arbeitet.“
Ich stemmte mich mühsam vom Sofa hoch. Der Zylinder zog mit bleierner Schwere nach unten; das feine Messingschloss scheuerte bei jedem Schritt an der Innenseite meines Oberschenkels. Der offene Chino-Bund klaffte auseinander, sodass die schwarze Spitze unübersehbar über den Hüftknochen spannte. Humpelnd, die Zähne zusammengebissen, um kein Keuchen entweichen zu lassen, folgte ich den beiden Frauen in mein eigenes Zimmer.
Als ich durch die Tür trat, stand Vanessa bereits vor meiner schlichten Holzkommode. Sie hatte die oberste Schublade weit aufgezogen und wühlte mit zwei manikürten Fingern durch die ordentlich gestapelten Baumwoll-Boxershorts.
„Gott im Himmel“, murmelte sie mit einem leisen, fast theatralischen Seufzen. Sie zog eine schlichte, dunkelgraue Unterhose heraus, hielt sie am Bund hoch und betrachtete sie mit feinem Ekel, als handle es sich um ein altes Putztuch. „Grobe Nähte, dicker Stoff, vollkommen formlos. John, wie kann man sich freiwillig in so etwas hineinzwängen? Vor allem, wenn man da unten… so empfindlich verpackt ist.“
Sie warf die Shorts achtlos auf den Boden.
„Bring mir den Papierkorb, Liebling“, wies sie mich an, ohne sich umzudrehen.
Ich bewegte mich mechanisch, griff nach dem kleinen Metallkorb neben dem Schreibtisch und trat neben sie. Meine Knie zitterten, während Loona sich im Türrahmen anlehnte, die Arme verschränkt, die Augen funkelnd vor kühler Vorfreude.
Vanessa griff mit beiden Händen in die Schublade. Paar für Paar, Schwarz, Dunkelblau, Grau – sie riss meine gesamte Unterwäsche heraus und stopfte sie mit gezielten, unbarmherzigen Bewegungen in den Eimer, den ich mit klammen Händen vor mir hielt.
„Weißt du, was dein Vater sagen würde, wenn er dich jetzt sehen könnte?“, begann Vanessa leise, während sie die nächste Shorts hineindrückte. Ihre Stimme war nicht laut, aber jedes Wort wog schwer wie Granit. „Stell dir das mal bildlich vor. Richard kommt zur Tür herein, sieht seinen einzigen Sohn, seinen stolzen angehenden Mediziner… wie er zitternd vor uns steht. Im Damenhöschen, die Hüften eingeschnürt, völlig willenlos unter der Führung seiner kleinen Schwester.“
Ein eisiger Schauder riss durch mein Rückgrat. Der Gedanke allein schnürte mir die Kehle so eng zu, dass meine Lungen brannten. Die Verachtung in den Augen meines Vaters, der Zusammenbruch jeder familiären Anerkennung, das Ende meines Lebens – es stand wie eine Guillotine über meinem Nacken.
Vanessa wandte sich langsam zu mir um. Auf ihren Lippen lag ein Lächeln, das gleichermaßen mütterlich und absolut grausam war. Sie hob eine Hand, strich mir sanft über die Wange und klopfte mir zweimal leicht, fast tröstend gegen die Schläfe.
„Er würde dich verstoßen, John“, flüsterte sie mit beiläufiger Bestimmtheit. „Er würde dich enterben, vor Scham im Boden versinken und dir ins Gesicht spucken. Für ihn wärst du kein Mann mehr, sondern eine absolute Schande für den Namen der Familie.“
Sie ließ die Hand sinken, und ihr Blick glitt hinab auf die schwarze Spitze und die darunter schimmernde, unbarmherzige Härte des Zylinders.
„Aber keine Sorge, mein Lieber“, fuhr sie fort, und in ihren Augen blitzte jene grenzenlose, bürgerliche Selbstherrlichkeit auf, die keine Regeln außer den eigenen duldete. „Loona und ich… wir halten zusammen. Wir Frauen verstehen eben, wie man Dinge regelt, ohne dass die Männer gleich die Nerven verlieren. Wir werden Richard kein einziges Wort davon erzählen. Dein kleines Geheimnis ist bei uns vollkommen sicher.“
Sie trat einen halben Schritt näher, legte ihre Handfläche mit leichtem Druck direkt auf den Spitzenbund und sah mir tief in die Augen.
„Aber dafür gelten ab heute unsere Regeln. Unter unserer Führung musst du dir keine Sorgen machen – solange du genau das tust, was Loona für dich vorsieht. Es gibt ab heute keine Ausreden mehr. Keine Schlabberklamotten, keine Rückkehr zu alten Gewohnheiten.“
Sie drehte sich zu ihrer Tochter um. „Wie viele von diesen Höschen hatten wir im Laden noch mitgenommen, Schatz?“
„Zwei schwarze und ein dunkelrotes, Mama“, antwortete Loona vom Türrahmen her, und ihr Lächeln schnitt mir bis ins Mark. „Und ich habe noch ein paar zarte Sachen in meinem Schrank, die ihm ganz hervorragend passen werden.“
„Wunderbar“, nickte Vanessa zufrieden, wischte sich die Hände an den Schenkeln ab und deutete auf den überquellenden Mülleimer in meinen Armen. „Bring das Zeug direkt in den Müllschlucker auf halber Treppe, John. Und dann ziehst du dir etwas Weiches an. Ab heute gehört dein Kleiderschrank uns.“
Ich stand da wie versteinert. Der Plastikmülleimer drückte schwer gegen meine Rippen, gefüllt bis zum Rand mit dem letzten Rest meiner gewöhnlichen, männlichen Normalität. Die grobe graue Baumwolle quoll über die Plastikkante – Stoffe, die mich jahrelang geschützt hatten, die neutral gewesen waren, funktional, unsichtbar. Jetzt waren sie nichts weiter als Abfall, zum Entsorgen freigegeben von zwei Frauen, die über mein Dasein entschieden, als würden sie eine alte Kommode ausrangieren.
„Worauf wartest du noch, mein Bester?“, fragte Vanessa mit diesem spöttisch-geduldigen Tonfall, während sie sich eine Locke aus der Stirn strich. „Hörst du schlecht? Raus damit. Bevor wir den Kaffeetisch auflösen, will ich, dass diese Schublade leer ist.“
„Ja… Vanessa“, brachte ich mühsam hervor. Meine Stimme war ein heiseres Krächzen.
Ich drehte mich langsam um. Der Zylinder zog mit brutaler Trägheit nach unten. Weil der Gürtel noch immer offen hing und der Hosenknopf gelöst war, rutschte die Chino bei jeder Bewegung weiter ab. Der schwarze Spitzenbund lag nun völlig entblößt über meinen Hüften, und die feinen Bänder schnitten tief in das Fleisch meines Beckens.
Als ich an Loona vorbeischlurfte, trat sie nicht etwa zur Seite, um mir Platz zu machen. Sie blieb im Türrahmen stehen, zwang mich dazu, mich millimetergenau an ihr vorbeizuschieben. Der Mülleimer stieß dumpf gegen ihre Hüfte. Ihr Blick traf mich von der Seite – eiskalt, triumphierend und vollkommen unberührt von der Anwesenheit ihrer Mutter.
Mit der rechten Hand fuhr sie beiläufig an meiner Seite hinab, hakte einen lackierten Fingernagel in das elastische Band der schwarzen Spitze und zog es mit einem leisen, zischenden Laut zwei Zentimeter straff vom Knochen weg.
*Pflatsch.*
Das Band schnalzte mit scharfem Brennen zurück auf meine gereizte Haut. Ich zuckte zusammen, ein ersticktes Keuchen entfuhr meiner Kehle, doch die Hände hielten den Eimer krampfhaft fest.
„Schön stramm halten“, flüsterte sie, so leise, dass es im Zimmer hinter uns nicht zu hören war. „Und beeil dich. Wir haben noch einiges vor heute.“
Ich trat hinaus in den Flur, schlurfte mit kleinen, vorsichtigen Schritten zur Wohnungstür. Jeder Schritt durch das Treppenhaus war eine Zerreißprobe. Auf halber Treppe befand sich die schwere, dunkelgrün lackierte Klappe des Müllschluckers. Der kühle Steinstaub des Hausflurs zog mir in die Nase, während ich den Eimer mit einer Hand balancierte und mit der anderen den eisernen Hebel nach unten drückte.
Ein hohler, gähnender Schacht tat sich auf. Der muffige Geruch von altem Papier und Müll strömte mir entgegen.
Einen kurzen Atemzug lang hielt ich inne. Ich starrte auf die zusammengerollten Shorts. Wenn ich sie jetzt hineinwarf, gab es keinen Weg zurück. Kein Versteckspiel mehr, keine Ausrede für die nächsten Wochen. Ich würde jeden Morgen, bevor ich in den Hörsaal ging, die Vorlesungen besuchte oder mich im Präpariersaal über die Leichen beugte, in diese zarten, durchscheinenden Stoffe steigen müssen – fixiert und stumm gehalten von dem stählernen Zylinder darunter.
Aus der offenen Wohnungstür drang das gedämpfte Lachen von Vanessa herüber, gefolgt von Loonas hellem, melodischem Kichern. Sie tranken ihren Champagner, sie redeten über mich, sie teilten die Beute.
Ich kippte den Eimer um.
Ein dumpfes Rascheln, dann das tiefe, verhallende Poltern im Schacht, als die Stoffbündel Stockwerk für Stockwerk in die Tiefe stürzten und ganz unten auf dem Containerboden aufschlugen. Die Klappe fiel mit einem lauten, blechernen Scheppern zu.
Es war vorbei.
Mit leerem Plastikeimer und taubem Schädel schleppte ich mich zurück in die Wohnung. Das Schloss fiel hinter mir ins Schloss – ein endgültiges, sattes Geräusch.
Als ich das Wohnzimmer wieder betrat, bot sich mir ein neues Bild. Vanessa stand nicht mehr am Schrank, sondern saß entspannt auf der Sofalehne, die Handtasche auf dem Schoß, während sie mit schnellen Fingern auf ihrem Smartphone tippte. Loona hingegen stand vor dem großen Wandspiegel und hielt bereits zwei filigrane Kleiderbügel in der Hand, die sie offensichtlich gerade aus ihrem eigenen Zimmer geholt hatte.
An den Bügeln hingen zarte Stoffe: ein hauchdünnes, puderrosa Höschen mit feinem Spitzensaum und ein weiteres, tiefrotes Modell mit seitlichen Satinbändern.
„Da bist du ja wieder“, sagte Vanessa, ohne aufzusehen. Sie tippte eine letzte Nachricht zu Ende, steckte das Telefon weg und sah mich mit prüfendem Blick an. „Braver Junge. Siehst du? Ordnung befreit. Und jetzt zieh diese steife Hose ganz aus. Wir wollen doch sehen, wie die anderen Schnitte an dir sitzen, damit wir wissen, was wir für deinen Alltag nachbestellen müssen.“
Sie lehnte sich zurück, schlug die Beine übereinander und nickte ihrer Tochter auffordernd zu.
„Leg sie ihm hin, Schatz. Mal sehen, wie gut er sich an seine neue Garderobe gewöhnt.“
Das Parkett fühlte sich unter meinen nackten Sohlen eisig an. Der leere Plastikeimer entglitt meinen Fingern und landete mit einem dumpfen Klappern auf den Dielen, doch keine der beiden Frauen würdigte das Geräusch auch nur eines Blickes.
Mein Blick haftete wie gelähmt an den zarten Stoffen in Loonas Händen. Puderrosa Seide und blutrote Spitze – filigran, unverschämt feminin, geschaffen für Körper, die nichts verbergen mussten. Und nun sollten sie mein Fleisch umschließen, sollten über dem unnachgiebigen Metallrohr spannen, während meine Stiefmutter mit amüsiertem Wohlwollen zusah.
„Hast du sie nicht gehört?“, fragte Loona mit einer gefährlichen Sanftheit in der Stimme.
Sie trat langsam auf mich zu, die Bügel lässig zwischen Daumen und Zeigefinger balancierend. Bei jedem ihrer Schritte knarrte das Holz minimal. Der Duft ihres Parfüms, vermischt mit der schweren Note von Vanessas Blütenaroma, schnürte mir die Kehle zu wie eine Schlinge.
„Die Hose, John. Ganz aus.“
Meine Hände waren schweißnass, als ich nach dem Stoff der Chino griff. Das Leder des offenen Gürtels schleifte über den Boden. Mit zitternden Fingern schob ich die feste Baumwolle über meine Hüften nach unten. Der Stoff widersetzte sich, rieb an dem stählernen Gehäuse, riss an den feinen Bändern der schwarzen Spitze, die ich bereits trug, und legte dann mit unerbittlicher Grausamkeit die Wahrheit frei.
Die Hose fiel zu meinen Knöcheln. Ich trat mühsam mit einem Fuß nach dem anderen heraus, bis ich nur noch im weißen Hemd und dem zarten Spitzenhöschen vor ihnen stand.
Der schwarze Slip war bis zum Äußersten gedehnt. Durch das transparente Mesh glänzte die zylindrische Kälte des Edelstahls, unbarmherzig, massiv und fremd. Das kleine Vorhängeschloss hing schwer herab, ruhte direkt auf der Innenseite meines Oberschenkels und zog die zarten Bündchen mit seinem Eigengewicht asymmetrisch nach unten. Meine nackten Beine zitterten unkontrollierbar, die Knie weich wie Wachs, während die Scham wie kochendes Blei in mein Gesicht stieg.
Vanessa stieß ein langes, wohlwollendes Raunen aus. Sie lehnte den Kopf an die Sofalehne, die Augen leicht zusammengekniffen, und musterte mich von Kopf bis Fuß, als stünde eine Schneiderpuppe vor ihr.
„Siehst du, Loona?“, sagte sie mit einem rauchigen, zufriedenen Glucksen. „Ich hatte völlig recht. Die schmale Linie steht ihm viel besser als dieses formlose Männerzeug. Es bringt seine Figur erst richtig zur Geltung.“
Sie hob den Zeigefinger und deutete auf den stählernen Fremdkörper unter dem Mesh, der sich starr und stumm gegen den feinen Stoff stemmte.
„Und diese… wie hast du es genannt, Pelotte?“, fuhr sie fort, und in ihren Augen blitzte jener spöttische Glanz auf, der mir verriet, wie sehr sie ihr neues Wissen kostete. „Selbst dieses Ding fügt sich erstaunlich gut ein. Es wirkt fast wie ein Keuschheitsgürtel aus dem Mittelalter, findest du nicht auch, Liebling?“
Sie lachte schallend über ihren eigenen Witz – ein helles, unbeschwertes Lachen, das wie Peitschenhiebe auf mich niederging. Sie wusste, dass es kein medizinisches Gerät war. Sie wusste es, aber sie kleidete die Demütigung in die Sprache bürgerlicher Scherze, um den Dolch nur noch tiefer hineinzudrehen.
„Ein sehr passender Vergleich, Mama“, erwiderte Loona kühl, ohne den Blick von mir abzuwenden. Auf ihren Lippen lag das grausame Lächeln einer Siegerin. „Unser John braucht eben klare Begrenzungen. Damit er gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt.“
Sie blieb unmittelbar vor mir stehen. Die Kühle der zarten Stoffe streifte meinen nackten Oberschenkel.
„Das Schwarze kennst du ja schon“, flüsterte Loona, hob den Bügel mit dem puderrosa Höschen an und hielt es mir direkt vor die Brust. „Aber das hier… das ist reine Seide. Sehr weich. Sehr nachgiebig. Perfekt für lange Lerntage in der Bibliothek, nicht wahr?“
Sie ließ den Bügel sinken, streckte die Hand aus und fuhr mit zwei Fingernägeln langsam über die zarte schwarze Spitze, die mein Schambein bedeckte. Ihre Finger tasteten den oberen Ring des Zylinders ab, strichen über die Kanten und hakten sich dann in den oberen Bund.
„Zieh das Schwarze aus, John“, befahl sie leise, mit schneidender Autorität. „Vor Mama. Und dann steigst du direkt in das Rosa. Wir wollen sehen, wie die Farbe zu deiner blassen Haut passt.“
Ein Schaudern riss durch meinen gesamten Körper. Die schwarze Spitze auszuziehen bedeutete, den Zylinder völlig nackt zu präsentieren – das rohe, kalte Metall, das Messingschloss, die wunde, eingequetschte Haut an den Rändern, ungeschützt im hellen Nachmittagslicht des Wohnzimmers, direkt vor den Augen meiner Stiefmutter.
„Loona…“, stammelte ich, und meine Stimme brach kläglich ab. Mein Blick irrte panisch zu Vanessa.
Vanessa lächelte nur, nahm einen Schluck aus ihrem Glas und nickte mir auffordernd zu.
„Nicht zieren, John“, sagte sie mit einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete. „Du hast deine Schwester gehört. Zeig uns, wie gehorsam du sein kannst.“
Meine Finger gehorchten nicht mehr meinem Verstand, sondern jenem dumpfen, unterworfenen Reflex, den die beiden Frauen in den letzten Tagen in mein Fleisch gebrannt hatten.
Ich griff an die schmalen Seitenbänder der schwarzen Spitze. Der elastische Stoff leistete leisen Widerstand, klebte fast an den gereizten Hautstellen meines Schambeins. Zentimeter für Zentimeter schob ich das Mesh nach unten. Das feine Gewebe glitt über den glänzenden Edelstahl, gab die Sicht frei auf die massiven Streben, die feinen Schweißperlen auf dem Metall und schließlich auf das kleine, goldglänzende Vorhängeschloss, das schwer und unerbittlich gegen das gequetschte, verhinderte Fleisch drückte.
Als der Slip an meinen Knöcheln lag und ich herausstieg, stand ich vollkommen entblößt vor ihnen – das weiße, saubere Hemd bis zur Brust hochgeschoben, darunter nur noch das eiserne Symbol meiner totalen Enteignung.
Im Raum war es so still, dass das Ticken der Standuhr im Flur klang wie ein dumpfer Herzschlag.
Vanessas Blick saugte jedes Detail auf. Das amüsierte Glucksen war von ihren Lippen gewichen; ihre Augen wurden schmal, dunkel und unendlich wachsam. Sie musterte den massiven Zylinder, den scharfkantigen Ring, der sich tief in meine Schambeinfalte grub, und die Art, wie das Schloss jede noch so kleine Bewegung meines Körpers dominierte. Es gab keine Zweifel mehr, keine Maskerade hinter medizinischen Begriffen. Sie sah das Gerät in seiner ganzen, rohen Grausamkeit – und die Faszination, die sich in ihren Zügen spiegelte, war tausendmal vernichtender als jeder Zorn.
„Mein Gott…“, hauchte sie leise, und in ihrer Stimme lag ein rauchiger, fast ehrfürchtiger Tonfall. Sie lehnte sich langsam nach vorn, stützte die Ellbogen auf die Knie und schüttelte langsam den Kopf. „Wie um alles in der Welt hältst du das überhaupt aus? Das sitzt ja… absolut bombenfest.“
Sie sah kurz zu ihrer Tochter auf, und zwischen den beiden flog ein lautloser, elektrischer Blick hin und her – das unausgesprochene Einverständnis zweier Raubtiere über die Beute.
„Er hat keine andere Wahl, Mama“, antwortete Loona mit einer Kälte, die mir das Blut stocken ließ. Sie trat einen halben Schritt näher, nahm das puderrosa Höschen vom Bügel und ließ den zarten Stoff zwischen ihren Fingern gleiten. „Er trägt es, weil ich es so will. Und weil er ganz genau weiß, was passiert, wenn er auch nur versucht, sich dagegen zu wehren.“
Sie hielt mir den zarten, rosafarbenen Seidenfetzen hin. Der Stoff war so hauchdünn, dass ihre Fingerkuppen hindurchschimmerten, versehen mit einer winzigen weißen Satinschleife direkt über dem Bund.
„Einsteigen, John“, befahl sie leise. „Zieh es an. Langsam.“
Ich biss die Zähne so fest aufeinander, dass der Kiefer knackte. Ich hob den rechten Fuß, fädelte ihn durch die winzige Öffnung, dann den linken.
Das Gefühl der reinen Seide war ein grotesker Schock gegen das taube, wunde Fleisch. Als ich das Höschen an den Beinen hochzog, spannte sich der feminine Schnitt sofort bis an die Reißgrenze. Es gab keine Wölbung, keinen Raum für männliche Formen. Die zarte, helle Seide presste sich wie eine zweite Haut über das kalte Metallrohr; die Streben des Käfigs zeichneten sich mit schonungsloser Härte durch den zarten Stoff ab, während das Vorhängeschloss sich wie eine dicke, unübersehbare Beule unter der puderrosa Front abzeichnete.
Der Bund war so eng geschnitten, dass er tief in meine Beckenknochen schnitt und die Ränder des Zylinders noch fester gegen das Schambein rammte.
Ein ersticktes, scharfes Zischen entkam meiner Kehle, als der Druck zunahm.
„Dreh dich um“, forderte Vanessa mit belegter Stimme, ohne den Blick von meiner Hüfte abzuwenden. „Einmal ganz langsam im Kreis, John. Lass uns die Passform von allen Seiten sehen.“
Ich setzte die Füße auf das kalte Parkett, die Knie zitternd, und drehte mich im Zeitlupentempo um meine eigene Achse. Der schmale Steg schnitt tief in meine Kehrseite; bei jedem halben Schritt rieb die Seide über das Schloss, das dumpf gegen meinen Oberschenkel klackte.
Als ich wieder mit dem Gesicht zu ihnen stand, klatschte Vanessa leise zweimal in die Hände – ein hohler, herablassender Applaus.
„Göttlich“, murmelte sie und nippte an ihrem Glas, während ihre Augen über das rosa Gewebe wanderten. „Das Rosa mildert die Härte dieses… Gestells ganz wunderbar ab. Fast ein bisschen lieblich. Du siehst aus wie eine kleine Puppe, die man beliebig anziehen kann.“
Sie stellte das Glas ab, stand auf und trat langsam an mich heran. Ihr Parfüm schlug mir wie eine Wand entgegen. Sie hob eine Hand, strich mit der lackierten Zeigefingerspitze ganz sanft über die zarte weiße Schleife an meinem Bund und ließ den Finger dann an der harten, unnachgiebigen Kontur des Zylinders hinabgleiten, bis sie direkt auf dem Schloss ruhte.
„Wie lange bleibt das dran, Loona?“, fragte sie beiläufig, ohne ihren Finger von dem eiskalten Messing zu nehmen.
„Bis zum Ende des Semesters mindestens“, antwortete Loona wie aus der Pistole geschossen, trat neben ihre Mutter und legte ihr vertraut eine Hand auf die Schulter. „Er muss sich voll und ganz auf seine Prüfungen konzentrieren. Keinerlei Ablenkung. Und solange er diese Höschen trägt, vergisst er nicht eine Sekunde, wer hier das Sagen hat.“
Vanessa lachte leise, strich mir mit der flachen Hand über die Wange und klopfte mir zweimal sanft, fast mütterlich gegen das Kinn.
„Ein hervorragender Plan, Liebling“, schnurrte sie, drehte sich um und griff nach ihrer Handtasche auf dem Sofa. „Disziplin hat noch keinem geschadet. Ich muss jetzt langsam los, euer Vater wartet sicher schon auf meinen Anruf… aber ich erwarte regelmäßige Updates von dir, Loona. Und vielleicht bringen wir ihm beim nächsten Shopping-Trip noch ein paar passende Strümpfe mit. Was meinst du?“
Loonas Lächeln wurde zu einer eisigen Fratze des Triumphs. „Eine glänzende Idee, Mama. Ich bringe dich noch zur Tür.“
Sie ließen mich mitten im Wohnzimmer stehen – nackt bis auf das weiße Hemd und die zarte, rosa Seide, die sich über meinen stählernen Käfig spannte, während im Flur die Wohnungstür ins Schloss fiel und mein Schicksal unter dem vereinten Lächeln beider Frauen endgültig besiegelt wurde.
Vanessa griff nach ihrer Handtasche, hielt dann jedoch inne und warf einen Blick auf ihre zierlichen Füße in den eleganten Lederslippern. Ein leises, genüssliches Seufzen entfuhr ihren Lippen.
„Ach, weißt du was? Fünf Minuten habe ich noch“, sagte sie, ließ die Handtasche zurück auf das Polster sinken und lehnte sich wieder tief in das Sofa. Mit zwei geschickten Bewegungen streifte sie die Schuhe ab. Ihre nylonglatten Fußsohlen glitten über das Parkett. „Diese Autofahrt auf der A24 hat mich völlig verspannt. Und wenn du schon so… passend zurechtgemacht bist, John, kannst du dich gleich nützlich machen. Du weißt doch, wie gut du das sonst immer kannst.“
Mein Herz setzte einen Schlag aus.
Sie meinte die Fußmassage. Früher war es eine beiläufige Gefälligkeit gewesen, ein harmloser Dienst des braven Stiefsohns, wenn sie von ihren Yoga-Workshops mit brennenden Fesseln nach Hause kam. Doch jetzt, in diesem Moment, war die bloße Aufforderung ein Schafott.
„Mama hat recht“, schaltete sich Loona mit honigsüßer Kälte ein. Sie trat neben das Sofa, verschränkte die Arme und sah auf mich herab wie auf einen Straßenköter. „Auf die Knie, John. Zu ihren Füßen. Und gib dir Mühe.“
Ich schluckte trocken. Meine nackten Knie trafen mit einem leisen, dumpfen Laut das harte Parkett.
Das Einknicken war ein Schock: Der stählerne Zylinder verkantete sofort, der obere Ring rammte sich wie ein Meißel in mein Schambein, während das zarte rosa Seidengewebe zwischen meinen Beinen bis zum Bersten spannte. Die kleine weiße Schleife am Bund hob sich direkt vor Vanessas Knien ab. Der schmale Steg schnitt tief in mein Fleisch; das Vorhängeschloss klackte schwer auf das Holz.
Ich musste mich vornüberbeugen, die Hände auf den Dielen aufgestützt, um den Schmerz abzufangen – genau in jener kriechenden, vollkommen gebrochenen Haltung, die jede Würde im Keim erstickte.
Vanessa hob langsam einen Fuß, streckte die Zehen und legte ihre nylonglatte Ferse ganz selbstverständlich auf meinen Oberschenkel, nur Zentimeter neben den stählernen Käfig.
„Fang bei den Ballen an, mein Lieber“, schnurrte sie, schloss genießerisch die Augen und neigte den Kopf nach hinten. „Schön mit den Daumen kreisen. Feste zudrücken.“
Meine Finger, kalt und zitternd, schlossen sich um ihren Spann. Ich begann zu kneten, die Daumen in die Sehnen ihrer Fußsohle zu graben, während mir der kalte Schweiß von der Stirn tropfte und auf das Holz zwischen meinen Knien fiel. Jeder Druck, den ich ausübte, jede minimale Vorwärtsbewegung meines Oberkörpers trieb das Metall im Inneren der Seide tiefer in meine geschundenen Weichteile.
Über mir nippte Loona an ihrem Glas.
„Siehst du, Mama?“, bemerkte sie mit einem leisen, spöttischen Lachen, während ihre Fußspitze leicht gegen meine Seite tippte, um meine Haltung zu korrigieren. „Er lernt erstaunlich schnell, wo sein Platz ist. In Rosa gefällt er mir gleich viel besser.“
Vanessa gab ein wohliges Gurren von sich, bewegte die Zehen unter meinen Daumen und öffnete für einen kurzen Moment die Augen, um auf mich herabzusehen – auf meine gebeugten Schultern, den Schweiß, der mir über die Schläfen rann, und die rosa Seide, die mein verkrüppeltes, versiegeltes Schicksal bedeckte.
„Mir auch, Liebling“, flüsterte Vanessa mit einer grausamen, bürgerlichen Zufriedenheit. „Viel besser. Ein wirklich nützliches kleines Ding.“
Vanessa zog ihre Füße langsam von meinen zitternden Oberschenkeln zurück. Sie streckte die Zehen noch einmal genüsslich im feinen Nylon, schlüpfte mit geschmeidiger Selbstverständlichkeit in ihre Lederslipper und griff nach ihrem Kaschmirmantel.
„Göttlich, John“, hauchte sie und klopfte mir im Vorbeigehen flüchtig auf die Wange – die herablassende Geste einer Dame, die ihrem Dienstboten ein Trinkgeld verweigert, weil die Leistung selbstverständlich war. „Du hast wirklich geschickte Hände. Das solltest du beibehalten. Ein bisschen Demut tut jedem angehenden Chirurgen gut.“
Sie wandte sich an Loona, zog sie an sich und küsste sie herzlich auf beide Wangen.
„Ich melde mich, sobald ich wieder zu Hause bin, Schatz. Halt mir diesen Schlingel hier gut im Zaum. Und sag ihm, er soll sich für das Physikum nicht verrückt machen – solange er dir gehorcht, hat er ja den Kopf für das Wesentliche frei.“
„Keine Sorge, Mama“, erwiderte Loona mit ihrem süßesten Tochterlächeln, begleitete sie hinaus in den Flur und schloss die schwere Altbautür hinter ihr.
Das Schloss rastete mit einem satten, metallischen Klacken ein.
Die Stille, die danach in der Wohnung hereinbrach, war drückend wie giftiges Gas.
Ich kniete noch immer auf dem nackten Parkett, die Knie taub von den harten Dielen, die Stirn schweißnass. Der stählerne Zylinder zog mit quälender Schwere nach unten; das feine puderrosa Seidenhöschen spannte sich über die stummen Streben und schnitt mit seinen Rändern unbarmherzig in die wundgeriebene Haut meines Beckens.
Langsame, rhythmische Schritte näherten sich aus dem Flur.
Loona kehrte ins Wohnzimmer zurück. Sie hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt; ihr Gang war nicht mehr der einer wohlerzogenen Studentin, sondern der einer Raubkatze, die ihr Revier vollends in Besitz genommen hat. Sie blieb zwei Schritte vor mir stehen und blickte auf mich herab.
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