What's next?
Besuch bei Mira 2
Mira überlegte kurz. „Timo… ja, John hat ihn ab und zu mal flüchtig erwähnt, wenn es um alte Schulfreunde ging. Gesehen habe ich ihn noch nie. Aber er weiß nichts von alledem hier, nehme ich an?“
„Natürlich nicht“, schnaubte Loona amüsiert. „Für Timo ist John immer noch der anständige, etwas verklemmte Kumpel aus Sandkastenzeiten, der brav sein Medizinstudium durchzieht. Aber vor ein paar Wochen, als Johns Erziehung gerade so richtig anfing, war Timo bei uns in der Wohnung. Zuerst hat er mich im Wohnzimmer gevögelt – auf dem Sofa, während John in seinem Zimmer auf Knien saß, eingesperrt im Harzkäfig, und jedes einzelne Geräusch durch die Tür mitanhören musste, nur um danach herausgekrochen zu kommen und mir als stummer Diener die Reste aus der Scham zu lecken.“
Mein Atem stockte schlagartig. Die Hitze schoss mir in die Schläfen; meine Hände krallten sich in den Teppichboden. Die Erinnerung an jenen Vormittag – wie Timos Stöße durch die Altbautür gedrungen waren, wie ich vor der Tür gewinselt hatte, nur um am Ende vor Loona am Boden zu liegen – riss die tiefste, dunkelste Wunde in mir wieder auf.
„Aber das war erst der Anfang“, fuhr Loona unbarmherzig fort, während ihr Blick mein verzweifeltes Zittern genoss. „Am nächsten Tag kam Nadja dazu. Wir haben Timo mit in den Club genommen, ihn heißgemacht – und nachts in unserer Wohnung ging es erst richtig los. Nadja hat Timo in sein Zimmer gezerrt und ihn vor Johns Augen die ganze Nacht über rangelassen. Und während drüben das Bett im Minutentakt gegen die Wand krachte, habe ich John mit der Gerte gezüchtigt, ihm mit dem Strap-on den Hintern poliert und ihn gezwungen, das Kopfteil mitzuzählen. Danach hat Nadja ihn übernommen – er musste sie lecken, während er noch Timo an ihr geschmeckt hat, und dann hat sie ihn auf seinem eigenen Bett genommen, während ich drüben bei Timo im Bett lag und mich von ihm durchnehmen ließ.“
Miras Lippen öffneten sich leicht. Ihre Augen wurden groß vor ungläubiger Faszination.
„Sie haben zu dritt in Timos Bett geschlafen“, setzte Loona nach, und in ihrer Stimme schwang der absolute Triumph mit. „Und John? John lag drüben auf dem Bauch, in Spitzenstrümpfen, der Käfig brennend heiß vor unmöglicher Erregung, und durfte sich bis zum Morgen nicht rühren. Sein ältester Freund hat sich genommen, was John niemals berühren durfte. Wir haben ihn vollkommen gebrochen, Mira. Wir haben ihm gezeigt, dass andere Männer die Realität leben, während sein Platz unten am Boden ist – als Zuschauer, als Zofe, als Cuckold.“
Mira starrte meine Stiefschwester an. Ein Schauder schien durch sie hindurchzugehen – keine Abscheu, sondern pure, berauschende Begeisterung, gemischt mit jenem samtigen, dunklen Hunger, den sie im KitKatClub gezeigt hatte.
Sie senkte ihren Blick langsam zu mir hinab. Ihr Stiefel verließ meinen Oberschenkel, schob sich langsam zwischen meine gespreizten Beine und drückte mit fester, unnachgiebiger Präzision direkt gegen die stählerne Frontplatte der Hülse.
„Timo…“, flüsterte Mira, und ein unverschämt amüsiertes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Dein bester Freund aus Kindertagen. Der Typ, der keine Ahnung hat, dass du nachts mit halterlosen Strümpfen auf dem Boden liegst und lauschst, wie deine Stiefschwester und eine fremde Frau sich von ihm befriedigen lassen.“
Sie verstärkte den Druck um eine Nuance, presste das kalte Metall tief gegen mein empfindliches Schambein. Ein ersticktes Stöhnen riss mir die Kehle auf.
„Du bist ein Cuckold, John“, raunte sie, und ihre Augen bohrten sich tief in meine. „Ein kleiner, gehorsamer Cuckold, der zusehen muss, wie das echte Leben an ihm vorbeizieht, während die Frauen um ihn herum bestimmen, wer wann was bekommt.“
Sie sah hinüber zu Loona. Ein stummes, vollkommenes Einverständnis blitzte zwischen den beiden Frauen auf.
„Das erklärt alles, Loona“, sagte Mira leise, fast ehrfürchtig. „Das erklärt, warum er morgen mit mir ausgehen darf – und warum es ihn innerlich zerreißen wird. Er führt mich aus. Er darf den Kavalier spielen, mir die Tür aufhalten und die Rechnung bezahlen. Aber er weiß bei jeder Sekunde, was für ein lächerlicher, weggesperrter Junge er unter dem teuren Hemd ist. Und dass ich jederzeit jemanden wie seinen besten Freund anrufen könnte, wenn ich echte Befriedigung wollte.“
„Ganz genau“, bestätigte Loona zufrieden, hob ihr Glas und stieß leise gegen Miras Kristall an. „Er bleibt versiegelt. Morgen Abend gehört er ganz dir, Mira. Führ ihn an deiner unsichtbaren Leine durch die Stadt. Und lass ihn keine Sekunde vergessen, was für eine armselige, süße kleine Kreatur er in Wahrheit ist.“
Die Worte der beiden Frauen hallten wie dumpfe Hammerschläge in meinem Kopf wider.
Der Druck von Miras Stiefelspitze gegen die Micro-Hülse brannte sich millimetergenau in mein Schambein. Doch was mich innerlich zerfleischte, war nicht der starre Chirurgenstahl, sondern das nackte, ungeschützte Bewusstsein meiner eigenen Entmündigung. Monatelang hatte ich versucht, die Erinnerungen an jene Nächte mit Timo in die finsterste Ecke meines Verstandes zu sperren – die blanke Scham, wie mein ältester Freund ahnungslos Loona und Nadja genommen hatte, während ich in Spitzenstrümpfen auf den kalten Fliesen kauerte, den Mund voll fremdem Saft, unfähig, mich auch nur zu rühren. Ich hatte mich damals gehasst für mein Schweigen, für meine erbärmliche Unterwürfigkeit.
Und jetzt saß Mira vor mir.
Die Frau, die ich heimlich begehrte. Die Frau, deren messerscharfer Verstand und unaufgeregte Schönheit mich seit dem ersten Tag an der Charité gefangen genommen hatten. Sie wusste es jetzt. Jedes schmutzige, lächerliche Detail. Sie wusste, dass der fleißige Kollege aus der zweiten Reihe kein Rivale war, kein Beschützer, nicht einmal ein potenzieller Liebhaber im klassischen Sinne – sondern ein abgerichteter, enteigneter Cuckold.
Eine lähmende Welle aus Ekel und Scham stieg in meiner Kehle auf. Ich wollte die Augen schließen, wollte im Boden dieses Altbaus versinken. Doch direkt unter der Scham loderte jene kranke, verbotene Erregung, die mich seit Wochen gefangen hielt: Zu wissen, dass es vor Mira kein Versteck mehr gab. Dass sie mich nicht verachtete, sondern meine totale Auslieferung mit demselben hungrigen, dunklen Vergnügen aufsaugte wie Loona. Dass sie mich morgen Abend ausführen würde – wohl wissend, dass ich unter dem gebügelten Hemd nichts weiter war als ihr stummer, weggesperrter Knecht. Mein Fleisch pulsierte qualvoll gegen die unnachgiebigen Metallwände der Hülse, bettelte um Raum, den es nicht gab, und wandelte jede Regung in stumpfen Schmerz um.
„Er zerdenkt es wieder“, bemerkte Loona gelassen, während sie ihr Glas auf dem Beistelltisch abstellte. Das leise Klacken des Glases riss mich aus meinen Gedanken. „Sein Herz schlägt ihm bis zum Hals. Er braucht einen klaren Reiz, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen.“
Mira lächelte dünn, zog ihren Stiefel langsam von meinem Schritt zurück und stand geschmeidig auf. Das Leder ihrer engen Hose knarrte leise bei der Bewegung.
„Dem kann abgeholfen werden“, sagte sie ruhig.
Sie ging hinüber zu einer antiken Holzkommode im Flurbereich, öffnete eine Schublade und kehrte mit einer kleinen Schale und jener schweren Lederpeitsche zurück, die sie bereits im KitKatClub so meisterhaft geführt hatte. In der Keramikschale klimperten metallene Krokodilklemmen, verbunden durch zarte, glänzende Kettchen.
„Steh auf, John“, wies Mira mich mit sanfter, unerbittlicher Selbstverständlichkeit an. „Hände hinter den Rücken. Und halt still.“
Ich erhob mich. Die kühle Luft des Zimmers legte sich auf meine nackte Haut. Loona zog ihr Smartphone aus der Tasche, öffnete die Kamera und richtete das Display auf mich. Das leise Klicken des Auslösers bestätigte, dass sie aufnahm.
Mira trat vor mich. Mit kühlen, präzisen Fingern griff sie nach meiner linken Brustwarze. Sie rollte das empfindliche Gewebe zwischen Daumen und Zeigefinger, zog es in die Länge, bis mir ein heiserer Laut entwich – und setzte die erste metallene Klemme an.
Die Zähne aus Stahl bissen mit scharfer, schneidender Grausamkeit zu.
Ein gellender Schmerz schoss durch meinen Oberkörper. Mein Becken ruckte unwillkürlich nach vorn, doch Loonas Blick im Display hielt mich in der Position. Mira setzte die zweite Klemme an die rechte Seite. Der Schmerz verdoppelte sich, pulsierte im Gleichtakt mit meinem rasenden Herzschlag. Die schwere Verbindungskette spannte sich über mein Brustbein, zog bei jedem Atemzug an den gequälten Nervenenden.
„Und damit du nicht vergisst, wem dieser Abend gehört…“, flüsterte Mira dicht an meinem Ohr.
Ihre Finger glitten über meinen Unterbauch, tasteten hinab zu den empfindlichen Innenseiten meiner Oberschenkel, direkt neben dem Ansatz des Scrotums. Zwei weitere Klemmen bissen sich in das zarte Fleisch. Ein ersticktes Stöhnen riss mir die Kehle auf; die Tränen schossen mir in die Augen. Jede noch so kleine Faser meines Körpers stand unter stummer, brennender Hochspannung. Ich war ein offenes Nervenbündel, gefangen in einem Netz aus Schmerz und absoluter Wehrlosigkeit, während Loona jede Reaktion filmte.
„Dreh dich um“, sagte Mira ruhig. „Gesicht zur Wand. Beine etwas auseinander. Die Hände bleiben hinter dem Rücken.“
Ich gehorchte. Die Klemmen zogen bei der Bewegung, und ich spürte, wie sich die Wärme in meinem Gesicht und zwischen den Beinen gleichzeitig ausbreitete. Loona trat einen Schritt zur Seite, hielt das Handy weiter auf mich gerichtet und filmte, wie Mira hinter mich trat.
Mira wog den Griff der Peitsche in ihrer Hand. Das Leder strich über ihre Handfläche, ein leises, drohendes Zischen im Raum.
„Zehn Hiebe, John“, sagte Mira mit jener ruhigen Dozentenstimme, die nun von purer Dominanz durchdrungen war. „Für jedes Mal, das du an der Charité gedacht hast, du könntest mir etwas vormachen. Und für jeden Gedanken an Timo. Zähl laut und deutlich.“
Sie holte aus.
Das geflochtene Leder zerschnitt die Luft mit einem peitschenden Pfeifen, bevor es mit einem trockenen, harten Knall quer über meine Gesäßbacken krachte.
Der Schmerz explodierte wie flüssiges Feuer. Mein ganzer Körper bäumte sich krampfhaft auf, die Klemmen rissen an meiner Brust und den Schenkeln, während Loona die Kamera ruhig hielt und jedes Zucken aufnahm. Die alten, verblassten Striemen aus dem Club schienen auf einen Schlag wieder in Flammen zu stehen.
„Eins… Mira!“, stieß ich mit erstickter, zittriger Stimme hervor, die Stirn gegen die Wand gepresst.
*Klatsch!*
Der zweite Schlag traf etwas tiefer, riss über die Rückseite meiner Oberschenkel. Die Hitze breitete sich betäubend aus.
„Zwei… Mira!“
Mira hielt den Takt unerbittlich. Schlag drei, vier, fünf. Die Wucht ihrer Hiebe war sportlich, präzise, anatomisch perfekt platziert, um das Maximum an Schmerz zu erzeugen, ohne das Gewebe dauerhaft zu zerstören. Bei Schlag sieben verlor ich die Fassung, schluchzte die Zahl gegen die Wand, während der stählerne Zylinder bei jedem Zucken schmerzhaft gegen mein gequältes Schambein stieß und Loona jede Reaktion filmte.
Als der zehnte Schlag mit ohrenbetäubendem Klatschen über mein glühendes Fleisch niederging, schrie ich den Dank in die Stille des Zimmers: „Zehn… danke, Mira… danke!“
Mein Körper bebte in den Nachwehen der Schläge. Die Haut stand in lodernden Flammen, der Schweiß rann mir über die Schläfen, und die Klemmen zogen mit jedem Keuchen erbarmungslos an meinem Fleisch. Ich stand noch immer mit dem Gesicht zur Wand, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, während Loona die Aufnahme stoppte und das Smartphone mit einem leisen, zufriedenen Nicken auf die Kommode legte.
Mira trat hinter mich. Ihre Hand legte sich auf mein Gesäß und strich langsam über die frischen Striemen, folgte den erhitzten Linien, die das Leder gezogen hatte, und glitt dann hinauf über die Rückenmuskulatur. Die Berührung brannte, doch in ihren Fingerkuppen lag jene vertraute, sorgfältige Präzision, die jeden Hauch von blinder Kälte erstickte. Sie umrundete mich langsam, blieb vor mir stehen und hob mein Kinn mit zwei Fingern an.
Ihre dunklen Augen musterten mich über den Rand ihrer Brille hinweg. Darin lag jenes tiefe, diebische Funkeln, das mir jedes Mal den Boden unter den Füßen wegzog – eine Mischung aus unverhohlener Faszination und echter, fast zärtlicher Zuwendung.
„Du warst großartig, John“, raunte sie, beugte sich vor und legte ihre Lippen auf meine.
Der Kuss war weich, forschend und schmeckte nach dem Whisky, den sie zuvor getrunken hatte. Ihre Zunge glitt zwischen meine Lippen, langsam und fordernd, und ich erwiderte den Kuss mit zitternder Hingabe, während die Klemmen an meiner Brust bei der Bewegung scharf nach vorn zogen. Als sie sich langsam löste, strich ihr Daumen über meine Unterlippe, ehe sie die Verbindungskette der Nippelklemmen mit zwei Fingern fasste und sie ganz leicht anhob. Der Zug fuhr mir wie ein elektrischer Schlag durch das Brustbein; mein Atem stockte, ohne dass ich die Haltung veränderte.
„Sein Puls ist perfekt synchronisiert“, sagte Mira mit einem amüsierten Blick zu Loona, während sie die Kette vorsichtig wieder sinken ließ. „Das Rindfleischcurry im Ofen ist längst fertig gezogen. Ich habe vorhin alles vorbereitet, bevor ich zur Uni bin.“
Loona lächelte schmal. „Dann bringen wir den Abend an den Tisch. Er serviert. Die Klemmen bleiben dran.“
Ich setzte mich langsam in Bewegung. Jeder Schritt durch den Flur war ein Drahtseilakt: Die geschlossene Micro-Hülse komprimierte mein Fleisch unerbittlich gegen das Schambein, während die Rückseite meiner Oberschenkel bei jeder Dehnung brannte. In der Küche öffnete ich mit vorsichtigen Griffen den Ofen, holte die schwere, bereits dampfende Keramikschale heraus und balancierte sie ins Esszimmer.
Der runde Holztisch war bereits vor unserer Ankunft perfekt hergerichtet worden: zwei Plätze mit feinem Stoff, Gläsern, einer Karaffe Wasser und einer Flasche trockenem Rotwein. Kein dritter Stuhl.
Mira und Loona nahmen Platz. Das weiche Leder von Miras Stiefeln knarrte leise, als sie sich setzte und die Beine übereinanderschlug. Bevor ich die Schale auf den Untersetzer stellen konnte, griff Mira nach einer einfachen, flachen Edelstahlschale, die auf der Anrichte bereitstand, und schöpfte eine Portion Reis mit Fleisch und sämiger Sauce hinein.
Sie stellte die Schale nicht achtlos ab, sondern platzierte sie mit einer ruhigen, fast rituellen Geste auf dem Parkett, knapp einen halben Meter neben ihrem Stiefel.
„Auf die Knie, John“, sagte Mira leise. Ihre Stimme trug keinen harschen Befehlston, sondern jenen warmen, lockeren Tonfall aus der Charité-Bibliothek, der die Situation auf eine völlig andere Art gefährlich machte. Sie neigte den Kopf leicht zur Seite und zwinkerte mir fast unmerklich zu. „Hände brav hinter den Rücken. Du weißt doch, wie gut Proteine für die Regeneration der Muskulatur sind. Lass dir Zeit, aber benutz nur deinen Mund.“
Ich sank vor ihr auf den Boden. Das kühle Holz fing die Hitze meiner Knie ab, während die Klemmen bei der Vorbeuge straff zogen. Ich legte die Hände auf das Kreuz und schob mich behutsam nach vorn, bis mein Gesicht über dem dampfenden Curry schwebte.
Über mir entkorkte Loona den Wein, goss zwei Gläser ein und stieß leise mit Mira an.
„Er hat die Woche über gut funktioniert“, bemerkte Loona, während sie das Glas an die Lippen führte. „Dein Einfluss scheint ihm gutzutun.“
„Er lernt schnell“, erwiderte Mira lächelnd. Das sanfte Klirren ihres Bestecks auf dem Porzellan wirkte wie aus einer anderen Welt. „Vor allem, wenn man ihm klare Grenzen setzt. Morgen darf er zeigen, wie gut er sich benimmt, wenn er Messer und Gabel benutzen darf.“
Ich senkte mein Gesicht ab, öffnete die Lippen und nahm den ersten warmen Bissen direkt mit der Zunge auf. Die Sauce schmeckte würzig nach Ingwer und Kardamom – ein vollkommen vertrautes, sorgfältig gekochtes Gericht, serviert unter den Bedingungen einer totalen Entmündigung. Die Scham brannte mir heiß in den Wangen, während die beiden Frauen über mir saßen, aßen und sich über die morgigen Fallbesprechungen unterhielten. Doch genau dieser Kontrast – Miras Nähe, der Duft ihres Parfüms und die Gewissheit, dass sie mich trotz all dieser Erniedrigung mit echter Zuneigung anblickte – ließ eine Welle dunkler, hilfloser Erregung durch mein Becken rollen. Das Fleisch bäumte sich vergeblich auf, nur um sofort auf die eiskalte, fugenlose Wand des Chirurgenstahls zu prallen.
Mira senkte für einen kurzen Moment den Blick zu mir hinab. Ihre Stiefelspitze schob sich ganz sachte unter mein Knie, hob es um einen Zentimeter an und strich dann beruhigend über meinen Oberschenkel.
„Sehr brav, John“, flüsterte sie leise an den Tischrand hinab, mit jenem unverschämt süßen Lächeln, das mir bis ins Mark fuhr. „Schön aufessen. Wir wollen morgen schließlich fit sein für unser Date.“
Ich leckte die Schale mit zitternder Zunge bis auf den blanken Stahlboden aus. Jeder Bissen hatte mich innerlich zerrieben: die schiere Scham, wie ein Hund zu Füßen der beiden wichtigsten Frauen meines Lebens gefüttert zu werden, gepaart mit dem warmen, wohligen Gefühl, dass Miras Stiefelspitze mein Knie berührte und mich stumm hielt.
Als das Metall der Schale trocken war, verharrte ich mit gesenktem Kopf. Mein Atem ging flach, der Nacken schmerzte, und die Klemmen an meinen Brustwarzen zogen bei jedem Heben meines Brustkorbs unnachgiebig nach unten.
Über mir legte Loona Messer und Gabel auf den Teller. Das feine Klirren des Porzellans signalisierte das Ende des Essens.
„Räum ab, John“, sagte Loona ruhig. „Und dann machst du den Tisch sauber.“
Ich stemmte mich auf die wackeligen Knie, nahm die Schale und begann lautlos, das Esszimmer zu säubern. Nackt, den kühlen Chirurgenstahl fest an mein Schambein gepresst, trug ich das Geschirr in die Küche, wusch die Teller ab und brachte das polierte Holz des Tisches auf Hochglanz. Hinter mir waren die beiden Frauen ins Wohnzimmer gewechselt. Aus dem Raum drangen leise, entspannte Gesprächsfetzen, das dumpfe Knarren des Ledersofa-Gestells und gelegentliches, vertrautes Lachen.
Als ich fertig war, trat ich barfuß an den Durchgang des Wohnzimmers und senkte den Blick auf die Fußspitzen.
„Fertig, Loona… Mira“, meldete ich leise.
Mira saß mit angezogenen Beinen in einem der Samtsessel, das Weinglas lässig in der Hand. Sie hatte ihre randlose Brille abgenommen und musterte mich mit weichen, leicht glänzenden Augen. Loona stand am Fenster, die Arme vor der Brust verschränkt. Sie wandte sich um und trat langsam auf mich zu.
Ihre Finger glitten an meine Brust, fassten die beiden Metallklemmen und lösten den Federdruck mit zwei schnellen, routinierten Bewegungen.
Ein dumpfer, stechender Schmerz flammte auf, als das Blut schlagartig in die eingequetschten Spitzen zurückschoss. Ich keuchte leise auf, biss mir auf die Lippe und zwang mich, reglos stehenzubleiben. Loona warf die Klemmen auf das Beistelltischchen, wo sie mit einem hellen Klirren landeten.
„Die Striemen heilen bis morgen Abend nach“, stellte Loona nüchtern fest, während ihre Augen über mein Gesäß und meinen Rücken glitten. „Er ist einsatzbereit.“
Sie trat einen Schritt zurück und sah zu Mira hinüber.
„Morgen gehört er ganz dir“, sagte Loona mit einem feinen, berechnenden Lächeln. „Hol ihn um neunzehn Uhr in Steglitz ab. Ich sorge dafür, dass er passend angezogen ist. Dunkler Anzug, weißes Hemd, keine Krawatte – damit man den Reif nicht sieht, er ihn aber spürt.“
Miras Lippen verzogen sich zu jenem diebischen, strahlenden Lächeln, das mir schon im Hörsaal den Verstand geraubt hatte. Sie stellte ihr Glas ab, stand auf und trat direkt vor mich. Das feine Knarren ihrer Stiefel klang wie ein vertrauter Herzschlag.
Sie legte beide Hände auf meine nackten Schultern. Ihre Berührung war warm, unglaublich sanft, fast tröstend nach den Stunden der Schläge und der Enge. Ihre Fingerspitzen glitten über mein Schlüsselbein, fanden das schmale Lederband an meiner Kehle und fuhren die Kontur des kleinen Messingschlosses nach.
„Sieben Uhr, John“, flüsterte sie leise, und ihr Blick bohrte sich ungefiltert in meine Augen. „Ich habe einen Tisch im *Borchardt* reserviert. Wir essen gut, wir trinken Wein, und wir unterhalten uns über alles, was uns gefällt. Du darfst mir die Tür aufhalten, mir in den Mantel helfen und mir in die Augen schauen.“
Sie beugte sich vor, hauchte mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange und ließ ihre rechte Hand langsam an meiner Brust hinabgleiten. Ihre Fingerkuppen wanderten über die gezeichnete Haut meines Beckens, strichen über die feinen Linien des Nabla-Symbols und schlossen sich um die Micro-Hülse.
Der kalte Stahl erwärmte sich sofort unter ihrer Handfläche. Sie zog ganz sachte daran – nicht grausam, sondern mit jener spielerischen, selbstverständlichen Dominanz, die mir den Atem raubte.
„Aber vergiss keine Sekunde, wer unter diesem feinen Hemd steckt“, raunte sie mir ins Ohr, während ihre Lippen meine Haut streiften. „Der Schlüssel bleibt bei Loona. Du bist morgen mein Kavalier, John. Aber du bist versiegelt. Und bei jedem Schluck Wein, bei jedem Lächeln, das du mir schenkst, wirst du spüren, dass du mir vollkommen ausgeliefert bist.“
Ein Schauer aus purer Ergebenheit und flirrender Vorfreude jagte durch mein Rückgrat. Mein Körper zuckte hilflos gegen die Wände des Zylinders, doch der Chirurgenstahl setzte dem Verlangen wie immer eine unnachgiebige Grenze.
„Ich werde pünktlich fertig sein, Mira“, hauchte ich mit belegter Stimme.
„Das will ich hoffen“, erwiderte sie lächelnd, trat einen Schritt zurück und strich sich eine dunkle Locke aus der Stirn. Dann wandte sie sich an Loona. „Bring ihn nach Hause. Er braucht seinen Schlaf, wenn er mich morgen beeindrucken will.“
Loona nickte knapp, griff nach ihrer Tasche und deutete mit dem Kinn in Richtung Flur.
„Zieh dich an, John. Wir fahren.“
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