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Chapter 7 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Barfuß

Amalia blieb noch einen Moment reglos sitzen, während die Kerzenflamme unruhig tanzte und die Schatten der Möbel über die Tapeten wanderten.

Dann löste sie langsam ihre Hände aus dem Schoß. Eine Entscheidung hatte sich in ihr geformt.

Sie erhob sich.

Barfuß tappte sie über den kühlen Boden. Die alten Dielen antworteten mit einem verhohlenen Knarren, als wollten sie ihr heimliches Tun kommentieren. Amalia hielt kurz inne, lauschte – doch das Haus blieb still. Keine Schritte im Flur, kein Geflüster hinter den Wänden. Vorsichtig kniete sie sich vor die Kommode. Mit einer gewissen Feierlichkeit zog sie die unterste Schublade auf. Der vertraute Duft von gestärktem Leinen und getrocknetem Lavendel stieg ihr entgegen. Ihre Finger glitten durch den weichen Stoff der verborgenen Wäschestücke, bis sie schließlich fanden, was sie suchten.

Für einen Augenblick hielt sie inne.

Dann zog sie den Gegenstand hervor. Amalia betrachtete ihn mit Neugier, Belustigung und jener schelmischen Auflehnung, die sie in letzter Zeit erfasst hatte.

„Nun also ist es so weit“, murmelte sie zu sich selbst. Die Schublade wurde wieder geschlossen, sorgfältig und geräuschlos.

Amalia strebte zu dem bequemen Sessel am Fenster. Schon als Kind hatte sie jenes alte, gepolsterte Möbelstück geliebt. Sie ließ sich darin nieder, zog die Beine locker unter sich und lehnte sich entspannt zurück. Der weiche Stoff war warm und vertraut.

Draußen lag die Nacht ruhig über den Feldern. Amalia fühlte sich befreit von den strengen Regeln des Tages, von den prüfenden Blicken ihrer Mutter, von all den unausgesprochenen Erwartungen an eine junge, adlige Dame. Was jetzt geschah, war ihre Entscheidung. Ihre allein.

Amalia ließ den Kopf zurücksinken, und ein zufriedenes, triumphales Lächeln huschte über ihr Gesicht.

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