Wie wird der nächste Tag?
Aufregend
Der nächste Tag beginnt mit dem Geräusch meines eigenen Atems. Ich wache früh auf, noch bevor die Sonne richtig über den Werkstattdächern steht. Der Van riecht nach dem neuen Holz und einem Hauch von Lack. Mein Körper fühlt sich geladen an – nicht nur vom gestrigen Club, sondern von der Entscheidung, die ich Jamal geschickt habe. Heute nach der Schicht fahre ich zu ihm.
Ich ziehe Sportklamotten an: die eng anliegende Teveo-Shorts, den Sport-BH und die Laufschuhe. Draußen ist die Luft noch kühl. Ich jogge eine Runde durch die Seitenstraßen, dann mache ich vor der Werkstatt Liegestütze, Kniebeugen und Planks. Der Schweiß läuft mir den Rücken hinunter. Die Bewegung hilft, den Kopf freizubekommen, aber die Gedanken kommen trotzdem: die Maske, die er erwähnt hat, der Deepthroat, das Geld, die Anonymität.
Mick kommt aus der Werkstatt, eine Tasse Kaffee in der Hand. Er lehnt sich an den Türrahmen und beobachtet mich eine Weile, bevor er spricht. „Du trainierst hart für jemanden, der nachts in einem Club arbeitet.“
Ich atme aus, setze mich auf die Stufe und wische mir den Schweiß von der Stirn. „Muss irgendwie den Kopf klar kriegen.“
Mick setzt sich neben mich. Der Geruch von Öl und Kaffee vermischt sich. „Du hast dich verändert, seit du hier bist. Nicht nur die Klamotten. Irgendwas in den Augen.“ Er trinkt einen Schluck. „Liz hat mir erzählt, dass du den Job im Blue Room angenommen hast. Ist das der Weg, den du gehen willst?“
Ich zucke mit den Schultern. „Ich brauche das Geld. Und… es fühlt sich an, als würde ich zum ersten Mal selbst entscheiden, wer ich bin.“
Mick nickt langsam. „Pass auf dich auf, Jette. Manche Türen gehen leicht auf und lassen sich schwer wieder schließen.“ Er steht auf, klopft mir kurz auf die Schulter und geht zurück in die Werkstatt. Das Gespräch bleibt in mir hängen. Keine Verurteilung, aber auch keine Zustimmung. Nur eine Warnung.
Später dusche ich im Van, ziehe den silber-schwarzen Bikini an, mache mein Make-up und fahre in meinem Van zum Club. Die Schicht verläuft ähnlich wie gestern, nur intensiver. Die Gäste sind direkter. Ein Mann lässt die Hand absichtlich über meinen Po gleiten, als ich vorbeigehe. Ein anderer steckt mir einen Fünfzig-Dollar-Schein in den Träger des Tops und sagt: „Für die kleine süße Deutsche.“ Ich lächle, bedanke mich und stecke das Geld ein. Das Trinkgeld fließt. Die Stripperinnen mit ihren operierten Körpern, Tattoos und Piercings bewegen sich um mich herum und langsam beginne ich mich daran zu gewöhnen. Ich beobachte sie und spüre, wie sich mein eigener Blick auf meinen Körper verändert. Zu klein. Zu sportlich. Zu „echt“. Und gleichzeitig merke ich, dass genau das die Männer wollen. Ich bin der Kontrast zu dem was hier normal ist.
Gegen Ende der Schicht vibriert mein Handy in der Tasche unter der Theke.
Jamal schickt mir die Adresse: „Komm nach deiner Schicht. Maske ist hier. Sei pünktlich.“
Eine Adresse in einem ruhigeren Vorort, nicht weit vom Hafen. Ich antworte nur mit einem Häkchen.
Nach der Schicht dusche ich kurz in der Umkleide des Clubs, ziehe meine eigenen knappen Sachen an und steige in den pinken Van. Der Motor startet ruhig. Ich fahre durch die abendlichen Straßen Sydneys, das Herz pocht in meinem Hals. Die Unsicherheit ist da, aber sie wird von einer nervösen Entschlossenheit überlagert. Ich habe zugesagt. Ich fahre hin.
Das Haus ist ein modernes, freistehendes Gebäude mit hohen Fenstern und einer Einfahrt. Jamal öffnet die Tür persönlich. Er trägt nur eine Hose. Sein Oberkörper ist muskulös, die dunkle Haut glänzt leicht. „Komm rein, kleine Deutsche.“
Die Location ist klar auf den Dreh vorbereitet. Ein großes, schlicht eingerichtetes Wohnzimmer. Schwarze Vorhänge, die das Licht abdunkeln. Ein großes Sofa, ein Teppich, professionelle Lampen auf Stativen, zwei Kameras auf Stativen und eine kleinere, die er in der Hand halten kann. Auf einem Tisch liegen Handtücher, Wasser, Gleitgel und eine schwarze Ledermaske.
Jamal nimmt die Maske und hält sie mir hin. Sie ist aus dickem, glänzendem Leder und bedeckt den gesamten Kopf. Oben ist ein rundes Loch, durch das man einen hohen Zopf stecken kann. Die Augen sind offen, die Nasenlöcher ebenfalls, der Mund ein ovaler Ausschnitt. Am Hinterkopf befindet sich ein Reißverschluss, keine zusätzlichen Riemen – einfach eine enge, formende Fetisch-Maske, die das Gesicht komplett verschwinden lässt und nur die funktionalen Öffnungen freilässt.
Ich lache nervös. „Das ist eine richtige BDSM-Maske.“
„Genau.“ Er grinst. „Dein Gesicht bleibt weg. Nur Mund, Augen und der Rest von dir. Zieh dich aus. Alles.“
Ich zögere nur kurz. Dann streife ich Top, Shorts und Tanga ab. Nackt stehe ich vor ihm. Er steckt meine Haare durch das Loch der Maske und zieht sie zu einem hohen, straffen Zopf. Die Maske gleitet über meinen Kopf. Das Leder ist eng, warm, riecht streng. Plötzlich bin ich niemand mehr. Nur noch ein Körper mit offenen Augen, Nasenlöchern und einem Mund.
Jamal stellt die Kameras scharf. „Auf die Knie.“
Ich knie mich auf den Teppich. Der Stoff drückt in meine Haut. Er öffnet seine Hose. Sein Schwanz ist bereits hart – genauso groß und dick wie in der Hotel-Nacht. Der moschusartige Geruch steigt mir sofort in die Nase. Er legt eine Hand in meinen Zopf und führt die Eichel an meine Lippen.
„Mund auf, Schlampe.“
Ich öffne. Er schiebt sich hinein. Der Dehnungsschmerz im Kiefer kommt sofort. Er ist zu groß für meinen Mund. Ich versuche zu atmen, doch er drückt tiefer. „Tiefer. Du kannst das. Du hast es schon einmal geschafft.“
Der Deepthroat beginnt. Er hält meinen Kopf fest und stößt langsam, dann fester. Mein Rachen wird überdehnt. Ich würge laut, Tränen treten in meine Augen und laufen unter der Maske hervor. Sabber läuft über mein Kinn und tropft auf meine nackten Brüste. Die Geräusche sind feucht, gurgelnd, erstickt. Jamal stöhnt und redet ununterbrochen.
„Hör dir das an. Die kleine deutsche Touristin würgt auf einem echten Schwanz. Ohne Gesicht. Nur noch ein Loch. Du bist gemacht dafür. Schau in die Kamera, während du würgst.“
Er fickt meinen Mund in einem harten Rhythmus. Jeder Stoß bringt neue Tränen, neues Würgen, neue Stränge aus Speichel. Die Maske macht alles intensiver – ich sehe nur Ausschnitte, spüre das Leder an den Wangen, höre meinen eigenen Atem und mein Keuchen hallen. Die Erniedrigung ist total. Und trotzdem pocht es heftig zwischen meinen Beinen. Ich hasse, wie sehr mich seine Worte und die Situation anmachen.
„Gute kleine Fickfotze. Nimm ihn ganz. Noch tiefer.“ Er drückt sich bis zum Anschlag hinein und hält mich dort. Ich kann nicht atmen. Meine Hände krallen sich in seine Oberschenkel. Als er mich loslässt, röchele ich laut nach Luft, Speichel fäden verbinden meinen Mund mit seinem Schwanz.
Er macht so weiter. Minutenlang. Immer wieder Deepthroat, immer wieder Würgen, immer wieder Dirty Talk. „Du bist nichts weiter als ein warmes Loch mit einer Maske. Eine anonyme Schlampe, die für Geld meinen Schwanz lutscht. Und du liebst es. Ich sehe, wie deine Schenkel zittern.“
Am Ende wird er schneller. Er zieht sich heraus, packt meinen Zopf und spritzt direkt auf die Maske – dicke, warme Stränge landen auf dem schwarzen Leder, laufen über die Augenausschnitte und den Mundausschnitt. Ein Teil trifft meine Zunge. Ich bleibe kniend, keuchend, das Gesicht unter der Maske nass von Tränen, Speichel und Sperma.
Jamal atmet schwer aus und stellt die Kameras ab. „Gut gemacht.“ Er hilft mir, die Maske abzunehmen. Die kühle Luft auf meiner nassen Haut fühlt sich fremd an. Er gibt mir ein Handtuch und einen Umschlag mit Bargeld. 400 Dollar, wie besprochen. Dazu einen USB-Stick. „Die Dateien. Unbearbeitet. Du entscheidest, was damit passiert.“
Ich dusche in seinem Bad, ziehe mich an und fahre zurück. Der Van fühlt sich an wie ein sicherer Kokon. Auf der Matratze sitze ich lange still. Das Geld liegt neben mir. Der USB-Stick auch. Die Maske hat mir mein Gesicht genommen und mich zu etwas anderem gemacht – etwas, das gewürgt, geweint und trotzdem feucht geworden ist.
Die Frage bleibt, als ich das Licht ausschalte:
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