What's next?
Auf den Knien serviert
Das schwere Silbertablett lag kühl und schwer in meinen schwitzigen Händen, während ich die doppelte Flügeltür des Salons mit dem Ellbogen aufdrückte.
Im Raum herrschte eine fast meditative, bürgerliche Behaglichkeit. Vanessa und Loona saßen nebeneinander auf dem tiefen Samtsofa meines Vaters, die Beine hochgezogen, in ein leises, amüsiertes Gespräch vertieft. Sie tranken bereits frisches Wasser aus Kristallgläsern, lachten über eine Anekdote von Loonas Universität und würdigten mich bei meinem Eintreten keines einzigen Blickes.
Ich war für sie kein anwesender Mann mehr; ich war ein Einrichtungsgegenstand, der sich lautlos im Raum zu bewegen hatte.
Drei Schritte vor dem Couchtisch glitten meine nackten Knie auf das harte Fischgrätparkett. Das Einknicken war eine vertraute Zerreißprobe: Der stählerne Ring rammte sich wie eine Klinge in mein Schambein, und die burgunderrote Spitze dehnte sich bis zum Zerreißen über die harten Streben. Das kleine Messingschloss schlug mit einem hellen, dumpfen Klacken auf das Holz.
Ich stellte das Tablett behutsam auf den Glastisch. Mit zitternden Fingern griff ich nach der gusseisernen Kanne und goss den herben, dampfenden Sencha in die beiden filigranen Schalen. Kein Tropfen ging daneben, obwohl der Schmerz in meiner Leiste wie flüssiges Blei pulsierte.
„…und dann meinte der Professor tatsächlich, er würde die Frist verlängern“, erzählte Loona beiläufig weiter, während sie ganz selbstverständlich die Hand ausstreckte und nach ihrer Schale griff, ohne mich auch nur anzusehen.
Vanessa nippte an ihrem Tee, schloss kurz die Augen und seufzte wohlig.
„Sehr gut temperiert“, murmelte sie, als spräche sie zu den Wänden. Dann, mit einer fließenden Bewegung, ließ sie ihre Beine vom Sofa gleiten. Ihre nackten, perfekt gepflegten Füße landeten direkt vor meinen Knien auf dem Holz.
„Du weißt, was zu tun ist, mein Lieber“, sagte sie, ohne den Kopf zu drehen, und wandte sich sofort wieder an ihre Tochter: „Wie dem auch sei, Richard hat mir versprochen, dass wir im Herbst nach Florenz fliegen…“
Ich beugte meinen Oberkörper tief nach vorn. Durch die Haltung wurde der Zylinder mit voller Wucht gegen meine Beckenknochen verkeilt; die schmalen Seitenbänder des Spitzenstrings schnitten tief in mein Fleisch. Mit beiden Händen umfasste ich Vanessas linken Fuß. Meine Daumen begannen, die Sehnen ihres Spanns zu kneten, glitten kreisend über die empfindlichen Ballen, während mein Atem stoßweise ging.
„Fester, John“, warf sie mit beiläufiger Kälte ein, mitten im Satz über italienische Hotels, ohne den Faden zu verlieren.
Ich verstärkte den Druck. Als ich ihre Fersen bearbeitete, neigte ich meinen Kopf weiter hinab und presste meine Lippen auf die zarte Haut ihres Fußrückens – einmal, zweimal, genau wie sie es stillschweigend verlangte. Ich küsste ihre Zehen, schmeckte die feine Lotion auf ihrer Haut. Sie zuckte nicht einmal zusammen; die Geste wurde hingenommen wie das Auflegen einer Serviette im Restaurant.
Einen Augenblick später streckte auch Loona ihre Beine aus und legte ihre zierlichen Fersen ungeniert auf meinen linken Oberschenkel, direkt neben die wulstige, spitzenbespannte Erhebung des Käfigs.
„Nicht nachlassen“, befahl Loona leise, fast gelangweilt, während sie mit Vanessa über neue Vorhänge für das Foyer debattierte.
Ich wandte mich ihren Füßen zu, knetete ihre Sohlen und beugte mich auch über ihre Zehen. Meine Lippen berührten gehorsam ihren Spann, küssten die empfindliche Wölbung ihrer Fußsohle, während sie mit ihrer Mutter über Alltäglichkeiten plauderte. Ich kniete zwischen ihnen wie ein stummer, willenloser Schatten. Meine Hände wanderten von einem Fuß zum nächsten; meine Lippen küssten abwechselnd die Haut meiner Stiefmutter und meiner Stiefschwester, während die beiden Frauen nippten, lachten und mich vollkommen ignorierten. Es gab keine Wut in ihren Blicken, kein Triumphgeheul – und genau diese absolute Gleichgültigkeit, mit der sie mein Fleisch, meine Küsse und meine Auslieferung verwalteten, zermalmte den letzten Rest meines Stolzes.
Als die Teekanne leer war, zog Loona ihre Füße langsam zurück und sah mich mit diesem weichen, besitzergreifenden Blick an, der keine Widerrede duldete.
„Genug für heute Nachmittag“, sagte sie leise. „Steh auf, John. Geh ins Gästezimmer, ruh deine Beine aus und lies deine Skripte durch. Aber das Höschen bleibt genau so an.“
Sie behandelte mich nicht wie Dreck; sie verwaltete mich wie ihr wertvollstes Eigentum. Ich schlief in jener Nacht im großen, weichen Bett des Gästezimmers. Es gab keine Decke auf dem kalten Boden – Loona hatte mich sogar noch zugedeckt und mir ein Glas Wasser ans Nachtkästchen gestellt, bevor sie das Licht löschte. Doch die Fürsorge war Teil der Schlinge: Der Zylinder zog bei jeder Drehung unter der Daunendecke, die burgunderrote Seide spannte über den Streben, und die Gewissheit, dass sie die Tür von außen leise angelehnt hatte, ließ mich nur in einen unruhigen, fiebrigen Schlummer fallen.
Am nächsten Vormittag duftete die Wohnung nach frischem Röstkaffee.
Vanessa und Loona saßen im Salon am sonnendurchfluteten Esstisch, vertieft in ihre Tablets und Zeitschriften. Meine Aufgabe für den Morgen war klar umrissen: Ich war für das leibliche Wohl zuständig. Eine Hose hatte mir Loona natürlich nicht erlaubt; ich trug lediglich ein weites, offenes Leinenhemd, das meine Schultern bedeckte, darunter nichts als die straffe, weinrote Spitze über dem kalten Edelstahl und das kleine Schloss, das bei jedem Schritt leicht gegen meinen Schenkel stieß.
Ich stand in der weitläufigen, modernen Küche an der Kochinsel. Vor mir lagen frische Mangos, Orangen und ein Schneidebrett. Ich presste Saft aus, schnitt die Früchte in feine Spalten und richtete das silberne Frühstückstablett an. Das leise Summen des Kühlschranks und das rhythmische Klopfen der Klinge auf dem Holz waren die einzigen Geräusche. Ich wähnte mich in relativer Sicherheit, abgeschirmt hinter den halb geschlossenen Schwingtüren zum Flur.
Da drang das feine, vertraute Klicken eines Schlüssels an mein Ohr.
Ich hielt mitten in der Bewegung inne. Das Messer blieb in der halbierten Orange stecken.
*Die Wohnungstür.*
Ein eisiger Schreck raste durch meine Adern. Weder Vanessa noch Loona hatten eine Silbe darüber verloren, dass heute jemand kommen würde. Doch bevor mein betäubter Verstand den Gedanken zu Ende führen konnte, hörte ich bereits das vertraute, leise Schlurfen von Arbeitsschuhen im Flur. Jemand stellte eine Tasche ab.
Ich erstarrte zur Salzsäule. Mein Atem setzte aus. Wenn ich mich jetzt bewegte, wenn ich zur Küchentür hechten würde, um sie zuzudrücken, würde das Schloss klirren, der Spitzenstoff knistern –
Die Schwingtür zur Küche bewegte sich lautlos nach innen.
Arissa bog um die Ecke. In der Hand hielt sie einen Bund frischer Geschirrtücher und ihren Schlüsselbund.
Sie sah umwerfend aus – wie immer viel jünger, als ihre Anfang vierzig vermuten ließen. Ihre zierliche, aber kurvige Figur steckte in einem schmal geschnittenen, anthrazitfarbenen Bleistiftrock, der knapp über den Knien endete und ihre schlanken Waden betonte, dazu ein schlichtes, eng anliegendes schwarzes Top. Das glänzende, seidig glatte schwarze Haar trug sie offen über den Schultern; ihre fernöstlichen Gesichtszüge waren ebenmäßig, die goldbraune Haut makellos glatt und ihre dunklen, mandelförmigen Augen strahlten jene gelassene, feminine Selbstsicherheit aus, die sie schon immer wie eine attraktive Geliebte des Hauses und nie wie eine gewöhnliche Angestellte wirken ließ.
„Guten Morgen, Frau Vane—“, begann sie mit ihrer weichen, leicht heiseren Stimme.
Der Satz brach mitten im Wort ab, als wäre ihr die Luft weggeschnitten worden.
Arissa blieb wie angewurzelt stehen, kaum zwei Meter von der Kücheninsel entfernt. Ihre dunklen Augen weiteten sich für einen flüchtigen Lidschlag in absolutem, fassungslosem Staunen.
Die Klinge des Küchenmessers zitterte so heftig in meiner Hand, dass der Stahl leise gegen das Schneidebrett klirrte. Eine bodenlose, kochende Scham riss durch meine Adern, heiß und vernichtend wie flüssige Säure. Mein Herz hämmerte gegen den Brustkorb, als wolle es die Rippen sprengen.
Ich stand mitten im gleißenden Vormittagslicht der Fensterfront. Das offene Leinenhemd wehte bei jedem flachen Atemzug auseinander und gab den Blick frei auf meine nackten Beine, auf die bleiche Haut meiner Hüften und das feine burgunderrote Spitzengewebe, das sich wie eine zweite, perverse Haut über das kalte Metall spannte. Das kleine Vorhängeschloss ruhte unerbittlich auf der Innenseite meines Schenkels, ein stummes, unübersehbares Brandzeichen meiner totalen Enteignung.
Totale, lähmende Stille senkte sich über den Raum. Arissas Blick brannte sich in das Metall und die zarte Spitze zwischen meinen Schenkeln, unfähig zu begreifen, was sie vor sich sah – den sonst so distanzierten, tadellosen Sohn des Hauses, völlig entmannt und hergerichtet wie eine Kurtisane.
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