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Chapter 9 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Amalia schloss die Augen

Amalia ließ den Gegenstand noch einen Moment lang in ihrer Hand ruhen. Das Glas hatte inzwischen die Wärme ihrer Haut angenommen. Schließlich beugte sie sich ein wenig vor und stellte ihn vorsichtig auf den Boden neben dem Sessel.

Für einen Augenblick tat sie nichts weiter.

Ihre Hände lagen still auf den Armlehnen, während ihr Blick auf dem beeindruckenden Ding ruhte. Ein wenig beängstigend schaute es aus. Die Kerze flackerte, und ihr Licht glitt über die unebene Oberfläche des Glases. Sorgen stiegen in Amalia auf. Wie würde es sich anfühlen? Würde es schmerzen? Was würde es mit ihr anstellen?

Ein leises Zögern regte sich in ihr.

Es war ein seltsamer Gedanke: dass ein so kleiner Schritt eine so bedeutende Grenze bedeuten konnte. Nicht eine Grenze aus Mauern oder Türen, sondern eine, die nur in ihrem eigenen Inneren bestand.

Wenn sie diesen Schritt tat, würde danach alles anders sein.

Es wäre nichts, was irgendjemand von außen bemerken würde. Und doch spürte Amalia sehr deutlich, dass dieser Augenblick eine große Entscheidung in sich trug.

Sie atmete ruhig ein. Wieder aus. Dann ein zweites Mal. Und schließlich bewegte sie sich.

Langsam, wachsam und ein wenig ängstlich ließ sie sich aus dem Sessel gleiten und nahm eine Haltung ein, die ihr zunächst ungewohnt vorkam. Ihre Bewegungen waren zögernd, als tastete sie sich an etwas heran, das sie noch nicht ganz verstand.

Als sie sich schließlich darauf niederließ, hielt sie unwillkürlich den Atem an.

Für einen Moment war da nur ein Gefühl von Fremdheit: etwas Neues, Unerwartetes, das ihr Körper erst begreifen musste. Amalia schloss die Augen, als die Empfindung sich in ihrem Innern ausbreitete.

Es war seltsam.

Anders, als sie es sich vorgestellt hatte.

Und doch …

Ein zufriedenes Lächeln erschien auf ihren Lippen.

Die ersten Unsicherheiten wichen langsam einem anderen Gefühl — einem Erstaunen darüber, wie viele Empfindungen in einem einzigen Augenblick liegen konnten. Etwas Warmes, Lebendiges schien durch sie hindurchzufließen, nicht überwältigend, sondern eher wie eine sanfte Welle, die sich langsam ausbreitete. Und je länger sie aushielt, je schneller und stärker sie sich bewegte, desto höher und kräftiger wurde die Woge.

Dann brach sie über ihr zusammen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit tauchte Amalia wieder auf. Sie rang nach Atem wie ein Mensch, der nur knapp dem Ertrinken entronnen war. Sie öffnete die Augen.

Etwas in ihr hatte sich verändert. Nicht auf dramatische Weise, nicht wie in den großen Romanen , die sie gelesen hatte. Aber doch genug, um zu wissen, dass sie gerade etwas erlebt hatte, das nur ihr gehörte und niemand ihr mehr nehmen konnte.

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