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Chapter 8 by SorlAc SorlAc

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Alleingang

Michelle lag auf dem Rücken und starrte an die Zimmerdecke, während Sonnenlicht durch die halb geschlossenen Vorhänge fiel. Es war heller Nachmittag, die Luft warm, ein bisschen stickig. Neben ihr schlief Thomas, entspannt, wie jemand, der gerade ordentlich gefickt hatte und das Nachspiel nicht mehr mitbekam. Sie dagegen hatte keine Ruhe. Ihr Körper arbeitete noch nach; die Schenkel klebten leicht, die Haut brannte angenehm, und zwischen den Beinen pochte es noch so, als würde ihr Körper nicht einsehen, dass es vorbei war. Jede Bewegung ließ ein heißes Ziehen hoch in die Klit fahren. Sie versuchte, seitlich zu liegen, dann auf dem Bauch, aber nichts beruhigte diese Resthitze in ihr. Schließlich griff sie nach ihrem Handy und schrieb: „Geh etwas in den Wellnessbereich. Schlaf weiter“. Sie legte das Handy auf den Nachttisch, stand auf, streifte den Bademantel über die nackte Haut und band ihn locker zu. Der Flur war kühl und hell, viel angenehmer als das Schlafzimmer, in dem Thomas weiter döste. Der Wellnessbereich lag fast leer da; der Nachmittag gehörte den wenigen, die wirklich Ruhe suchten. In der Dusche stellte Michelle sich unter das warme Wasser und ließ es über ihren Körper laufen. Die Wärme tat gut, löste aber auch wieder dieses Pochen, das sie erst ins Zimmer zurückgetrieben hatte. Sie fuhr sich über den Bauch, dann über die Hüften und schließlich zwischen die Beine. Es war nur ein kurzer Moment, ein sanftes Prüfen, aber sie spürte sofort, dass ihr Körper noch längst nicht runtergefahren war. Der Ort war zu offen, zu hell, um dem nachzugeben. Sie duschte sich ab, drehte das Wasser zum Schluss kühl, bis ihre Haut prickelte, und trat wieder hinaus.

Mit einem großen Saunatuch fest um den Körper gewickelt ging sie den Gang entlang, ruhig, ohne Eile. Der Wellnessbereich war am Nachmittag angenehm leer, gedämpftes Stimmenmurmel von irgendwo weiter vorn, warmes Licht auf den Fliesen. Sie blieb kurz stehen, um die Schilder an der Wand zu lesen: Saunabereich nur ohne Textilien, vor dem Betreten duschen, Handtuch im Ruheraum benutzen, nicht in der Grotte. Nichts Besonderes, aber sie ließ den Blick darüber laufen, weil sie noch nicht genau wusste, wo sie hingehen wollte.

Als sie weiterging, bog jemand aus dem Seitengang ein – er. Der Familienvater. Wieder der gleiche ruhige Schritt, das gleiche unaufgeregte Gesicht, aber seine Augen fanden sie sofort. Nicht aufdringlich, nicht schmutzig, aber so klar fixierend, dass es ihr jedes Mal warm wurde. Er sah kurz in ihr Gesicht, dann genau einen Moment zu lange auf die Stelle unterhalb ihres Nabels, wo das Saunatuch anlag. Und als er an ihr vorbeiging, verriet ein flüchtiger Blick nach unten wieder dasselbe wie zuvor: das deutlich sichtbare Gewicht zwischen seinen Beinen, das sich unter seinem Handtuch abzeichnete. Nichts plump zur Schau gestellt, aber unmöglich zu übersehen. Ein paar Schritte entfernt blieb sie erneut stehen, weil ihr Blick an einer Glastür hängen blieb. Der Raum dahinter war fast dunkel, nur vereinzelte Lichter glommen im dichten Dampf – weich, verschwommen, kaum mehr als farbige Schatten. Am Türrahmen war ein schlichtes Schild angebracht: Dampfgrotte – Zutritt ohne Handtuch.

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