Sein bester Freund
Es ist ja nur für ein paar Nächte
Chapter 1
by
Papas_Liebling
"Hallo Schatz, ich bin da."
Schatz? Ich geb' dir gleich mein Schatz. Meine Laune ist nicht die beste. Stundenlang habe ich gewartet und das Abendessen warmgehalten. Thomas hätte wenigstens anrufen können, dass er später heimkommt.
Über dem Geraschel vom Jacke aufhängen und Schuhe ausziehen höre ich im Flur zwei Stimmen. Hat er jemanden mitgebracht? Neugier mischt sich in meinen Ärger und ich gehe ihm in der Diele entgegen.
Ein Fremder steht neben Thomas, überragt ihn fast um einen ganzen Kopf. Blond, blaue Augen, schlank. So ziemlich in allem das Gegenteil meines Ehemannes.
Als er mich sieht, lächelt er sofort.
"Schatz, das ist Dirk. Mein ältester und bester Freund. - Dirk, das ist Jessica, mein Ein und Alles."
Scheiße, wer ist das? War der auf unserer Hochzeit? Ich hätte ihn bemerkt, denke ich. Man lädt seinen besten Freund doch auf seine Hochzeit ein, oder? Und man stellt ihn bei der Gelegenheit seiner Frau vor. Jedenfalls würde ich das so erwarten.
Man muss meine Gedanken am Gesicht ablesen können. Zumindest Dirk kann das. Mein eigener Ehemann grinst nur blöd und schaut mich aufmunternd an, als müsse ich vor Begeisterung Luftsprünge machen. Sein Freund lächelt schief, als wolle er sich für Thomas entschuldigen. Er reicht mir die Hand.
"Hallo, Jessica. Freut mich, dich endlich kennenzulernen. Thomas hat mir schon so viel von dir erzählt."
Ich schaue zu ihm auf. Blinzle. Seine Nähe macht etwas mit mir. Mein Kopf wird leicht, als hätte ich einen über den Durst getrunken. Ich murmle etwas Unverständliches. Irgendwie hat er mir den Wind aus den Segeln genommen, ich kann nicht mehr wütend sein.
Er macht einen Schritt rückwärts, lässt seinen Blick von unten nach oben über mich wandern, was mich ein wenig verlegen macht. Dann nickt er anerkennend.
"Ich wusste aus seinen Erzählungen, das du was Besonderes sein musst. Aber - wow - in echt siehst du noch umwerfender aus, als ich mir vorgestellt habe."
Mir steigt das Kompliment zu Kopf. Verdammt, muss ich erröten, wie ein Schulmädchen? Ich bin eine erwachsene Frau und Mutter.
Um die Situation zu überspielen, führe ich die beiden ins Wohnzimmer, weise Thomas an, den Tisch zu decken, und hole das Essen aus der Küche.
Wieder macht Dirk mir Komplimente und langt kräftig zu. Ich bin stolz, dass es ihm so gut schmeckt.
Während wir am Tisch sitzen, erzählt er über sich und ich verstehe, warum ich ihn bisher nicht kenne. Direkt nach dem Abitur ging Dirk ins Ausland, hatte eine tolle Geschäftsidee, fand einen Partner und Investor. Er gründete ein Unternehmen, hatte Erfolg und machte eine Menge Geld. Zeit, seine Freundschaft mit Thomas zu pflegen, blieb ihm dabei verständlicherweise nicht.
Trotzdem ist mein Göttergatte ganz aus dem Häuschen und bringt die Sprache ständig auf Begebenheiten aus ihrer gemeinsamen Schulzeit und Jugend, die Dirk meist gequält lächelnd bestätigt oder herabspielt, wenn Thomas offensichtlich zu sehr übertreibt. Jedenfalls scheint Dirk Thomas' unbestrittener Held zu sein und nichts könnte ihn vom Sockel stoßen.
Es ist draußen längst stockdunkel, als Dirk sich vom Esstisch wegschiebt und aufsteht.
"Jetzt muss ich aber los und mir ein Zimmer suchen. Mit der Hotelreservierung scheint irgendwas schiefgegangen zu sein."
"Unsinn, du schläfst natürlich bei uns."
Thomas ist bei der Aussicht, mehr Zeit mit seinem besten Freund verbringen und alte Erinnerungen austauschen zu können, sofort Feuer und Flamme. Ich versuche, ihn böse anzufunkeln. Zumindest fragen oder mich vorher in den Vorschlag einweihen hätte er mich sollen. Aber er nimmt mich nicht wahr. Meine Blicke gehen ins Leere.
"Ich will euch nicht zur Last fallen." Ha, wenigstens einer am Tisch, der Manieren hat.
"Tust du bestimmt nicht! Mi casa es su casa. Sinas Zimmer ist frei. Das ist gar kein Problem." Endlich wendet sich mein Mann mir zu, nachdem er mich bisher übergangen hat. "Sina kommt dieses Wochenende doch nicht von der Uni heim. Beziehst du bitte ihr Bett frisch, damit Dirk übernachten kann?"
Innerlich schäume ich. Doch als ich unseren Gast anschaue, ist die Hälfte meines Ärgers sofort verraucht. Der Gedanke, ihn ein wenig länger bei uns zu haben, ist mir nicht unangenehm. Ich nicke und lächle ihn an.
"Das macht überhaupt keine Umstände. Unsere Tochter studiert und kommt nur alle vierzehn Tage heim. So lange hält ihre Wäsche zum Wechseln. Eine Mutter verliert ihre **** garantiert nicht, bevor die eine eigene Waschmaschine haben. Dann richte ich mal das Bett für dich."
Als ich hinausgehe, könnte ich schwören, dass ich Dirks Blick auf meinem Po spüre.
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Mein Mann bringt seinen besten Freund zu uns nach Hause. Natürlich soll er bei uns übernachten, obwohl ich das nicht möchte.
Updated on Jan 20, 2026
by Papas_Liebling
Created on Nov 9, 2025
by Papas_Liebling
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