Neles peinliche Missgeschicke

Neles peinliche Missgeschicke

Stieftochter benimmt sich äußerst ungeschickt, wenn sie mit ihrem Stiefvater allein ist.

Chapter 1 by Papas_Liebling Papas_Liebling

Ups, es ist schon wieder passiert. Irgendwie muss das an mir liegen. Aus einem Chat ist eine Geschichte entstanden. Oder eher die Idee zu einer Geschichte. Vor ein paar Tagen fing es an.


Ohne Mama fühlte sich das Haus so leer an. Zu groß. Zu still. Ehrlich gesagt gefiel es mir so. Ich war gern allein mit meinem Stiefvater.

Niemand fragte mich, warum ich mich so angezogen anhatte, oder erinnerte mich daran, dass ich kein Kind mehr war. Was aber naheliegend gewesen wäre, wenn man mich ansah: eine Rüschenbluse mit Puffärmeln und einen kurzen Rock mit Kuchenlagen. Kennt ihr nicht? Ich mag sowas. Schon der Name klingt nach einem wunderbar verspielten, mehrlagigen Kleidungsstück – fast wie ein Dessert zum Anziehen. Stell dir einen Rock vor, der aus mehreren Schichten Tüll besteht – ähnlich wie bei einem Schichtkuchen. Die Lagen leicht gerafft, um Volumen zu erzeugen und an Sahne oder Biskuit zu erinnern. Dazu eine kesse Schleife wie Deko auf einer Torte – süß, verspielt und ein echter Hingucker.

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Meine langen blonden Haare hatte ich zu seitlichen Zöpfen geflochten. Süß, kokett, absichtlich ein bisschen albern. Dazu hatte ich mich stärker geschminkt als gewöhnlich, mit kräftigen Farben um die Augen, auf den Wangen und natürlich den Lippen. Mama hätte bestimmt nicht lange gefackelt und mich mit den Worten "Nele, du bist inzwischen über 18, also zieh dich auch entsprechend erwachsen an" zurück in mein Zimmer geschickt.

Ich sah ein wenig so aus wie ein Püppchen.

Ich mochte es, wenn die Leute mich unterschätzten, wenn ich so verspielt aussah. Vor allem er.

David war natürlich schon längst in der Küche, als ich herunterkam. Er las wie immer die Zeitung, eine Tasse Kaffee in der Hand, die Brille halb auf der Nase, wie ein in sich gekehrter Professor. Ich schlich barfuß hinein und achtete darauf, dass er meine Füßchen auf den Boden tapsen hörte. Er sah auf und lächelte – höflich, distanziert – und wandte dann den Blick wieder seiner Lektüre zu.

Ugh. Er war so ... verschlossen. Immer so beherrscht. Ich wusste nie, ob er mich bemerkte. Also, wirklich anschaute. Er musste doch sehen, dass meine Bluse ein wenig offen stand. Einer der Knöpfe wollte einfach nicht zu bleiben. Direkt über meinem Busen. Dummer Knopf! Aber vielleicht war das nicht ganz zufällig passiert.

„Guten Morgen“, flötete ich und tat so, als würde ich gähnen.

„Guten Morgen“, sagte er, ganz normal. Ruhig.

Ich spürte, wie meine Wangen heiß wurden. Nicht wegen dem, das er getan hatte – er verhielt sich völlig angemessen – aber genau das war das Problem, oder? Es lag daran, was er nicht tat. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Einzige war, die spielen wollte. Ein Spiel für Erwachsene. Ich kannte auch schon die Regeln. Und weil es keinen Spaß machte, sich immer an die Regeln zu halten, beabsichtigte ich, sie ein bisschen zu beugen. Ich ging an ihm vorbei zum Wasserkocher und zupfte dabei wie zufällig an meinem Rock, um etwas mehr Bein zu zeigen. Hatte er bemerkt, wie kurz er war? Wenn, dann zeigte er es nicht.

Meine Finger stellten sich ungeschickt an, als ich nach einer Tasse im Hochschrank griff. Ich versuchte, lässig zu wirken.

Und dann – klirrrr.

Die Tasse rutschte mir aus den Fingern und zersprang auf dem Fliesenboden. Ich erstarrte.

David stand sofort auf. Ich bückte mich, um die Scherben aufzuheben, sichtlich verwirrt, und murmelte etwas Unnützes. Mein Rock rutschte hinten hoch – ich spürte die Luft an meinen Oberschenkeln – und in meiner Bluse verrutschte etwas nach vorne. Ich wusste, wie ich aussah, und für einen Moment überlegte ich, es zu richten. Aber ich tat es nicht.

Er schaute gar nicht zu mir, hatte sich bereits dem Besenschrank zugewandt. „Vorsicht. Schneide dich nicht an den Splittern“, sagte er mit seiner gewohnt ruhigen Stimme. Er brachte Besen und Kehrschaufel, drückte mir beides in die Hand.

Natürlich tat er das.

Ich beobachtete ihn aus den Augenwinkeln, während ich die Scherben zusammenkehrte. Mein Herz schlug viel zu schnell für das, was gerade passiert war. Mir war heiß. Seine Reaktion wirkte dagegen unterkühlt. Keine unangenehme Stille. Kein nervöses Blinzeln. Kein schräges Lächeln, wenn er dachte, ich schaute hin. Nur diese ruhige Anständigkeit, die mich zum Schreien bringen wollte.

War er wirklich so ahnungslos?

Oder war ich noch nicht deutlich genug?

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