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Chapter 10 by ThormGravis

Entkommt Remy?

vorerst schon

Ray taumelte heran. Eine Hand hatte er immer noch zum Schutz vor seinen Schwanz gehalten, die andere streckte er in ihre Richtung aus. "Du miese Schlampe", schrie er ihr hinterher, "wenn ich dich kriege, mach ich dich fertig." Glücklicherweise war auch er zu sehr von Schock und **** geblendet, um an die Pistole zu denken, die wohl immer noch irgendwo in der Küche lag. Er kam Schritt für Schritt näher, doch Remy war bereits mit dem Oberkörper durch das Fenster hindurch und zog nur ihr zweites Bein nach. Dann war sie draußen und rannte los.

Sie war dankbar, für den heutigen Tag Stiefeletten mit nicht allzu hohen Absätzen gewählt zu haben, so dass sie recht gut darin laufen konnte. Außerdem war es bis zu ihrem Auto nicht weit. Am Bürgersteig angekommen warf sie einen Blick zurück und stellte zufrieden fest, dass es für Ray eine Qual bedeutete, mit seinem geschundenen Gemächt aus dem Fenster zu klettern. Er schaffte es, war aber langsam und krachte draußen fluchend auf die Veranda. Bis er sich wieder aufgerappelt hatte und die Verfolgung aufnahm, hatte Remy schon das nächste Grundstück passiert. Noch zwei oder drei Häuser, dann wäre sie bei ihrem Wagen. Sie hielt schon im Laufen den Schlüssel nach vorne und drückte den Türöffner. Das LED-Lämpchen blinkte, aber es kam keine Antwort ihres Wagens. Nirgends war das Aufleuchten der Blinker zu sehen, das die Entriegelung der Türen ankündigten. Sie drückte abermals. Wieder nichts.

Im nächsten Augenblick wurden ihre Schritte langsamer. Erst übermannte sie Furcht, dann Ungläubigkeit und schließlich Bestürzung. Ihr Auto war nicht mehr da. Sie wusste genau, dass sie vor dem weißen Zaun geparkt hatte. Dort, direkt vor sich, befand sich noch die Lücke zwischen dem Transporter und dem schäbigen Kleinwagen, zwischen denen sie ihren Wagen abgestellt hatte. Sie fluchte. Konnte das möglich sein? Sie war kaum mehr als eine halbe Stunde hier und schon war ihr Auto verschwunden?

Hastige Schritte hinter sich auf dem Bürgersteig rissen sie aus ihrem ungläubigen Staunen. Ray war immer noch hinter ihr her und - wie ein Blick über die Schulter verriet - näher als ihr lieb war. Sie rannte augenblicklich wieder los, auch wenn sie nicht wusste, wohin sie sollte. Für einen Beobachter stellte sich die Verfolgungsjagd wohl als recht groteske Szene da. Remy lief auf ihren halbhohen Absätzen mit schnellen, aber eher kurzen Schritten davon, während Ray sich immer noch den Schritt hielt und in einem Laufstil folgte, der an einen Zombie erinnerte.

Remy wurde klar, dass sie ihn nicht würde abhängen können, wenn sie einfach nur geradeaus lief. Er würde sich immer mehr erholen und dann wahrscheinlich schneller werden. Sie musste ihn möglichst schnell abschütteln. Einen Augenblick lang spielte sie mit dem Gedanken, einfach am nächsten Haus zu klingeln, aber das Risiko, dass sich die Bewohner Zeit ließen und er sie erreichte und wegzerrte, bevor jemand die Tür öffnete, war ihr zu groß. Daher rannte sie quer über den nächsten Rasen und seitlich zwischen zwei Häusern hindurch, die durch einen wackligen Maschendrahtzaun getrennt waren. Der Garten hinter dem Haus endete an einem etwas stabileren Zaun. Remy sprang daran hoch und wuchtete sich drüber. Sie war leicht und athletisch genug, um damit trotz des matschigen Bodens und ihrer hohen Absätze keine Probleme zu haben, doch blieb sie mit ihrem Top an einem losen Drahtende der Oberkante des Zauns hängen und riss sich das Kleidungsstück seitlich ein. Sie achtete nicht darauf und rannte weiter.

Kann Ray ihr folgen?

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