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Chapter 27 by ThormGravis

Wo wacht Lara wieder auf?

in einer Lagerhalle

Lara Croft war sich bewusst, dass sie träumte. Wie schon in der vorangegangenen Nacht war sie auch diesmal wieder in der Wüste vor den Pyramiden von Meroe, und lag mit dem Rücken auf dem kalten Steinquader, doch diesmal wurde sie nicht von dem Hünen gefickt, der sie im letzten Traum genommen hatte, sondern von der seltsamen Ägypterin, deren Männer sie betäubt hatten. In Laras Traum lag die scharfe Orientalin auf der Grabräuberin und die gewaltigen Brüste der beiden Frauen pressten sich gegen einander. Gleichzeitig bewegte die seltsame Fremde ihr Becken auf und ab und Lara spürte wie sie von einem riesigen Phallus penetriert wurde, konnte jedoch nicht erkennen, ob es die Ägypterin im Traum einen echten Schwanz hatte oder einen Strap-on trug. Lara spürte jedoch überdeutlich, dass es - was immer es auch war - sehr groß sein musste, denn sie wurde weit gedehnt und sehr tief ausgefüllt. Lara konnte sich nicht bewegen, obwohl sie mehr die Schlaffheit in ihrem Körper fühlte, die das betäubende Gift der Winzlinge verursacht hatte. Sie war sich vielmehr sicher, uneingeschränkt handeln zu können, doch entweder wollte ihr Traum-Ich es nicht oder etwas anderes hielt sie zurück, denn Lara lag einfach da und ließ sich von der heißen Orientalin begatten. Sie lag einfach nur unter der Fremden und stöhnte und keuchte unter den erbarmungslosen Beckenstößen, während die Zunge der anderen Frau Laras Gesicht ableckte und immer wieder in ihren Mund vordrang, um sie zu einem wilden und leidenschaftlichen Zungenkuss zu zwingen. Derweil wurde es immer dunkler, als der Sandsturm, der Lara schon ihn ihrem letzten Traum umfangen hatte, immer näher kam und um die beiden Frauen herum toste. Es war Lara, als würde eine unheilvolle, alte Stimme im Sturm lachen, und sie vernahm das Wort Meroe...

Urplötzlich erwachte Lara und setzte sich instinktiv auf. Um sie herum war es dunkel. Ihre Augen brauchten einige Momente, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen und erst unscharfe Konturen und dann mehr Details erkennen zu können. Die Grabräuberin bemerkte, dass ihr Körper ihr wieder gehorchte. Weder vom Gift der Blasrohrdornen noch vom Chloroform spürte sie irgendwelche Nachwirkungen. Beinahe schon genüsslich streckte die scharfe Archäologin ihre Glieder aus, dehnte sich erst im Sitzen und dann im Stehen, legte den Kopf zur Seite und ließ ihre Nackenwirbel knacken, gefolgt von den Fingern. Dann inspizierte sie ihre Umgebung. Sie befand sich in einem kleinen Verschlag, der aus Wellblechwänden und einer Tür aus Maschendraht bestand - wahrscheinlich ein kleines, abgetrenntes Lager in einer größeren Hallen. Sie hatte auf einem alten Feldbett gelegen, das ebenso schmutzig wie schäbig wirkte, und war immer noch - abgesehen von den Stiefeletten - nackt. Die Massen an Sperma, die die Winzlinge auf ihr verteilt hatten, waren verschwunden. Von draußen drang zwar kaum Licht an diesen Ort, aber Lara konnte die salzige Seeluft schmecken und den Geruch von Dieselöl riechen. Dann ertönte draußen ein lautes Schiffsignal. Zweifelsohne befand sie sich an irgendeinem Hafen, wahrscheinlich in einer Lagerhalle.

"Sie ist wach", hörte Lara eine Stimme aus dem Dunkel jenseits der Maschendrahttür. Sie tippte auf den großen Schwarzen, der vor dem Chloroform kurz zu ihr gesprochen hatte, konnte es aber nicht mit letztlicher Sicherheit sagen. Es flammte ein kurzes Licht auf, als ein Feuerzeug zuckte und eine Zigarette zu brennen begann. "Los, lauf zur Chefin, und sag ihr bescheid." Dann ertönten eilige Schritte, die immer leise wurden und dann im Dunkel verschwanden.

"Krieg ich auch eine?" Lara deutete auf die Zigarette. Einerseits verspürte sie tatsächlich das Verlangen, andererseits konnte es nie schaden mit einem Wächter ins Gespräch zu kommen. Es wunderte sie ohnehin, dass man sie in einem solche schwachen Gefängnis eingesperrt hatte. Wahrscheinlich hatte die Ägypterin improvisieren müssen, doch Lara hätte wenigstens Handschellen oder noch mehr Fesselung erwartet. Sie fühlte sich beinahe schon etwas missachtet, weil man offenbar glaubte, sie mit solch lausigen Sicherungen gefangen halten zu können.

"Du kriegst gar nichts, solange die Chefin es nicht sagt", kommentierte der Kerl im Dunkeln. Als er nochmals kräftig an der Zigarette zog, enthüllten sich im rötlichen Schein des Glimmens für einen Augenblick seine Gesichtszüge und Lara war sich nun recht sicher, dass es sich tatsächlich um den Kerl handelte, der mit ihr zuletzt im Wald gesprochen hatte.

"Ganz sicher?" hauchte Lara und lehnte sich in lasziver Pose an die improvisierte Gefängniswand. Sie streckte den Oberkörper durch, um ihre Brüste noch besser zur Geltung zu bringen, obwohl die prallen Möpse dies sicherlich nicht nötig hatten. "Vielleicht können wir ja ein Geschäft machen." Lara lächelte. "Es gibt sicherlich etwas, was ich dir bieten kann."

Ein amüsiertes Lachen erklang aus der Dunkelheit und kurz darauf trat die schöne Ägypterin in Laras begrenztes Sichtfeld. "Die große Lara Croft", spottete die Orientalin, "bietet ihren Körper im Tausch für eine Zigarette an. Ein flüchtiges, nichtiges Vergnügen für ein anderes. Wie passend."

"Ich hab schon Schlimmeres gemacht", gab Lara kalt und knapp zur Antwort.

"Das glaube ich nur zu gerne, aber mir fehlt leider die Zeit, um dir zu plaudern, Lara." Sie gab einen kurzen Wink und aus der Dunkelheit wurde ihr ein Pergament zugeworfen, das Lara nur allzu gut kannte - es war der Text des arabischen Kaufmannes, den Lara seit so vielen Jahren studierte. "Vielen Dank, Lara. Wir glaubten schon, dass dieses wertvolle Gut für immer verschollen sei. Doch dann haben wir von deinem Gespräch mit Professor Manderscheidt Kenntnis erhalten und ich habe alles in die Wege geleitet, um dieses heilige Erbe in meine Hände zu bekommen. Und dank dir, Lara, wird ein Jahrhunderte alter Traum bald Wirklichkeit werden." Die Fremde seufzte vor seligem Glück und schloss für einen Moment die Augen.

"Dafür der ganze Aufwand? Für diese billige Kopie?" versuchte Lara einen kaltschnäuzigen Bluff. "Du ägypitsches Luder glaubst doch nicht wirklich, dass ich das Original bei mir tragen. Das echte Dokument ist schon lange auf dem Weg zu seinem eigentlichen Bestimmungsort." Lara bemühte sich, amüsiert und triumphierend zu klingen.

Und tatsächlich stutzte die Ägypterin für einen Moment. Sie betrachtete das Pergament unsicher, dann hielt sie ihre Hand gegen die Rückseite. Ein sanftes, bleiches Licht drang aus ihrer Hand und erleuchtete das Schriftstück. Die Buchstaben stachen für einen kurzen Moment heraus, dann erkannte Lara den Umriss eines Dolches und eine umgebende Karte, die wie ein Wasserzeichen tief in das Pergament eingegraben waren und erst durch die Illumination sichtbar wurden. "Netter Versuch, Lara", lächelte die orientalische Schönheit, doch dann erstarb ihr Amüsement auf ihren Lippen. "Aber auch ein schrecklicher Frevel, für den du bezahlen werden wirst", fuhr sie todernst fort.

"Ach bitte." Lara verdrehte die Augen. "Jetzt erzähl mir nicht, dass du mich hättest sonst laufen lassen, Miss Egypt, wenn ich diesen kleinen Scherz nicht versucht hätte. Deine Kerle sind doch schon ganz wild auf mich und du hast selbst gesagt, dass du mich nicht laufen lassen wirst." Hinter der coolen Fassade arbeitete es in Laras Hirn. Sie hatte den Text des Arabischen Händlers hundertmal gegen das Licht gehalten und diese verborgene Karte nie erblickt. Offenbar musste es eine besondere Form von Licht sein und dieses ägyptische Miststück hatte es genau gewusst. Lara hatte sich versucht, die Karte während der kurzen Erhellung so gut wie möglich einzuprägen, und dabei einige markante Punkte wiedererkannt. Sie tippte darauf, dass die Karte den Weg zu irgendeinem Artefakt darstellte, vielleicht zu dem Dolch, der ebenfalls in Umrissen erschienen war. Vielleicht war der Dolch aber auch nur ein Symbol...

"Du hast recht, Lara", antwortete die mysteriöse Fremde kalt, "ich hätte dich nicht laufen lassen, aber es gibt so viele mögliche Entwicklungen für deine Zukunft. Dir würde wohl keine Variante gefallen, die ich mir für dich überlege, aber ich kann dir versichern, dass es immer noch schlimmer kommen kann. Und mit deiner frevelhaften Zunge hast du dir keinen Gefallen getan."

"Ich hab schon häufig gehört, dass ich eine vorlaute Klappe habe", stimmte Lara zu, "niemand ist frei von Fehlern."

"Doch. Er ist es. Er ist frei von jedem Makel", orakelte die Ägypterin, "und du hast dir seinen allmächtigen Zorn zugezogen. Aber fürs Erste obliegt es seinen Dienern, dich für deine häretischen Worte zu strafen." Dann wandte sie sich von Lara ab und dem Schwarzen zu, der seine Zigarette gerade auf dem Boden mit dem Stiefel ausdrückte. "Thetor", sprach sie ihn an, "sieh zu, dass dieser westlichen Hure das ihr zugewiesene Schicksal widerfährt. Ich muss dich nun verlassen. Das Schiff läuft in wenigen Minuten aus." Sie legte dem Schwarzen die Hand auf den muskulösen Oberarm und nickte ihm zu. Thetor verbeugte sich stumm.

"Hey, Moment mal." Lara brachte sich zurück ins Gespräch. "Ich dachte, du willst zu sehen. Außerdem weiß ich immer noch nicht deinen Namen, Miss Egypt."

Erhält Lara eine Antwort? Welchen Auftrag soll Thetor ausführen?

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