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Chapter 10 by ThormGravis

Wohin geht Remy?

in eine heruntergekommene Gegend

Remy wartete einige Augenblicke ab, nachdem die Köpfe von House und Wilson wieder aus dem Fenster verschwunden waren. Wahrscheinlich durchsuchte ihr gestörter Boss nun gerade ihre Wohnung. Er würde zur Rechtfertigung sofort einige gut klingende pseudo-medizinische Begründungen liefern können, von denen er und alle, die für und mit ihm arbeiteten, genau wussten, dass sie nur vorgeschoben waren. Aber wie immer würde er damit durchkommen. Selbst Wilson würde zwar einige halbherzige Einwände bringen, seinen besten Freund aber nicht davon abhalten, Remys Sachen zu durchwühlen. Und Remy konnte sich darüber nicht einmal beschweren, schließlich hatte sie selbst nicht den Mut gefunden, sich House einfach in den Weg zu stellen und zu ihrer... nun ja, ihrer Veränderung zu stehen.

Sie konnte nicht abschätzen, wie lange House in ihrem Apartment herumspionieren würde, aber sie war ganz sicher nicht gewillt, die nächsten Stunden am Fuß einer Feuerleiter stehen zu bleiben. Sie war gefrustet und genervt. Sie hatte sich auf einen ausgelassenen Abend mit ****, Party und Sex eingestellt und stattdessen war sie aus ihrer eigenen Wohnung geflohen, um ihrem exzentrischen Chef aus dem Weg zu gehen. Sie ärgerte sich über sich selbst, aber schon bald wandelte sich ihre Wut in Trotz. Sollte House doch in ihrem Apartment herumschnüffeln. Das bedeutete nicht, dass sie selbst keinen Spaß haben konnte. Sie hatte zwar bei der hastigen Ausstieg aus dem Schlafzimmerfenster ihr Geld liegen lassen, aber die Erfahrung zeigte, dass irgendwer immer bereit war, sie auf Drinks einzuladen.

Gewöhnlich trug sie in Clubs ein raffinierteres und aufwendigeres Outfit als einen Jeansmini und ein zu eng sitzendes T-Shirt, aber daran konnte sie nun nichts ändern. Auf eine verspielte, niveauvolle Verführung in einer eleganten Lesben-Bar hatte sie gegenwärtig ohnehin kein Interesse. Ihr war eher nach etwas handfestem Spaß und die Männer, die dafür in Frage kamen, achteten gewöhnlich generell mehr auf die Menge der gezeigten Haut und die Betonung der Kurven als auf den Stil und Chic eines Outfits. Die meisten Männer waren in dieser Hinsicht definitiv primitiver als Frauen, aber Niveau spielte in Remys Überlegungen gerade keine Rolle. Allein diese Einsicht steigerte ihre Erregung. Sie musste sich eingestehen, dass sie im Moment auf schmutzigen Sex und nicht auf eine aufregende Eroberung mit anschließendem raffinierten Liebesspiel aus war.

Remy dachte nicht groß über den Weg nach und stellte nach einigen Minuten fest, dass sie nicht in Richtung der schillernden, kostspieligen Nachtclubs gegangen war, sondern ein eher derbes Viertel angesteuert hatte. Sie grinste kurz und arrangierte sich damit, dass sie offenbar eine unbewusste, aber sehr zielgerichtete Entscheidung getroffen hatte. Sie spürte viele zudringliche Blicke und hörte so manchen Kommentar über ihre knappe Kleidungswahl und ihre körperlichen Vorzüge. Es waren primitive Äußerungen, aber Remy konnte nicht leugnen, dass sie sie erregten.

Im Vorübergehen fiel ihr Blick in eine enge, schmutzige Seitengasse, in der sich zwei Kerle befanden, die gerade etwas austauschten. Remy war sofort klar, dass dort gedealt wurde. Sie verharrte einen kurzen Augenblick. Es war eine wirklich miese Gegend und wahrscheinlich waren die beiden Typen in dieser Sackgasse keine angenehmen Zeitgenossen, aber gerade diese Vorstellung steigerte ihre Erregung noch weiter. Außerdem war nichts dagegen einzuwenden, noch etwas Gras oder Koks oder was immer der Dealer dabeihatte zu kaufen. Einen letzten Zweifel zur Seite schiebend trat Remy in die Seitengasse ein und näherte sich den beiden Typen. Das Klacken ihrer Stiefeletten auf dem schmutzigen Asphalt hallte an den engen, mit Graffiti beschmierten Wänden wieder, die kaum zwei Meter auseinander aufragten. Remy setzte ihre Schritte leicht überkreuzt versetzt und wackelte ein wenig, aber deutlich merkbar mit Becken und Hintern, als sie sich den Dealenden näherte. Sie passierte große Müllcontainer und jede Menge Schrott und Weggeworfenes, für das offenbar selbst die Obdachlosen keine Verwendung mehr hatten.

Die beiden Männer hoben ruckartig die Köpfe, entspannten sich aber, als sie Remy erblickten. Wahrscheinlich hatten sie befürchtet, ein Cop habe sie entdeckt, doch danach sah Remy ganz gewiss nicht aus. Es handelte sich um einen jungen Schwarzen mit Baseballkappe und Kapuzenpulli, der ganz offensichtlich der Dealer war und Remy mit ebenso interessiertem wie vorsichtigem Blick musterte, und einen dicken Weißen, der auch nicht viel älter als der Dealer sein konnte und dessen Bauch sich unter dem speckigen Muskelshirt ebenso beachtlich spannte wie Remys Brüste unter dem T-Shirt. Hastig stopfte er das erworbene Tütchen in der Tasche seiner kurzen Hose.

"Keine Sorge, Jungs", lächelte Remy die beiden an, während sie die letzten Meter zurücklegte, "ich hab kein Problem damit, dass ihr hier eure Geschäfte macht. Ganz im Gegenteil." Sie war mittlerweile soweit in die Sackgasse hineingegangen, dass sie dem Ende der Sackgasse deutlich näher war als dem Beginn. "Wenn ich es richtig gesehen habe, verkaufst du Koks."

"Das ist richtig." Der Schwarze hatte jede Spur von Unsicherheit, die er zu Beginn durch Remys selbstbewussten Auftritt gehabt haben mochte, verloren. Auch wenn er kaum 20 sein konnte, ragte er fast einen Kopf über der Ärztin auf, ihren Stiefeletten zum Trotz, und sah sie von oben an. "Und du kleine, weiße, sexy Bitch willst etwas davon?"

Remy hob eine Augenbraue angesichts der Deutlichkeit seiner Wortwahl, aber das störte sie nicht. Vielmehr war es genau die Sorte von derben Sprüchen, auf die sie gehofft hatte. "Ja, das fände diese kleine, weiße, sexy Bitch gut", stieg sie auf seinen Stil ein, "du weißt schon. Weißes Zeug für die weiße Thot."

Der Weiße verschluckte sich angesichts von Remys Erwiderung und musste husten. Der Dealer hingegen grinste breit. "Du gefällst mir, Kleine."

"Das hab ich ja Riesenglück gehabt", kommentierte Remy mit einer Spur Hohn in der Stimme, "aber ehrlich gesagt, war mir das schon klar, seitdem du die ganze Zeit mit meinem Brüsten sprichst und nicht mit meinem Gesicht."

"Du hast echt Schneid, Süße, in dieser Gegend deinen sexy weißen Body in so einem Outfit zu präsentieren und dann noch so ne selbstbewusste Lippe zu riskieren. Manche Kerle würden dir für so nen Bitch-Style eine aufs Maul geben, aber du hast wirklich Glück gehabt, dass du an mich geraten bist." Der Schwarze funkelte sie mit unverhohlener Gier in den Augen an und leckte sich über die wulstigen Lippen.

"Echt? Normalerweise wollen die Jungs in dreckigen Seitengassen was anderes mit meinen Lippen machen." Remy hielt seinem Starren stand und genoss seine sichtbare Überraschung, die seinen selbstsicheren Blick kurz flackern ließ. Auch der weiße Kerl hinter ihr, der bisher nur zugehört hatte, riss die Augen weit auf.

Der Dealer brauchte einen merklichen Moment, um seine Souveränität wiederzuerlangen. "Du bist echt ne geile Bitch. Echt hot und verdammt arrogant, aber auch total crazy."

"Wieso? Weil ich ne Bitch bin, die genau weiß, was ich will?" hauchte Remy und schenkte dem Schwarzen ein verruchtes Lächeln.

"Dann kann man für dich ja nur hoffen, dass du nicht mehr kriegst, als du willst." Der Dealer schob sich näher an sie heran und ragte über der zierlichen Ärztin aus. Er war nicht nur größer, sondern auch deutlich breiter als sie. Sein Grinsen wirkte bedrohlich, aber Remy war nicht in einer solchen Gegend in eine dunkle Seitengasse gegangen, um einen netten Kerl zu treffen. Junge, schwarze Dealer standen in der Liste der Traumschwiegersöhne ohnehin nicht sonderlich weit oben.

"Bisher habe ich ja noch gar nichts gekriegt." Remy konnte in seinem gierigen Blick nur allzu deutlich erkennen, was er ihr gerne geben würde. Sie ließ diesen Gedanken einige Augenblicke in seinem Hirn reifen, dann lenkte sie zum ursprünglichen Thema zurück. "Ich weiß ja nicht mal, ob du überhaupt noch Koks hast oder ob er die letzte Portion gekauft hat." Ihr Worte klangen so selbstverständlich, als habe sich das bisherige Gespräch ausschließlich um **** gedreht, dann fügte sie mit einem lasziven Unterton hinzu: "Außerdem ist es meine Sache, wieviel ich weiße Thot vertrage."

Der Schwarze reagierte wie Remy erwartet hatte. Erst wirkte er überrascht, dann grinste er umso anzüglicher. Er verstand ganz offensichtlich, dass Remy mit ihm sehr offensiv und dreckig flirtete, so wie er es von einer Frau mit Remys Aussehen, die in jeder Hinsicht einige Ligen über ihm spielte, nicht erwartet hätte. Die Ärztin lächelte kurz über seine Verwirrung, dann noch ein wenig mehr, als seine Hand an ihre schmale Taille packte. "Hast du geile Bitch denn überhaupt genug Scheine dabei, um für das Koks zu bezahlen. Eine Handtasche hast du nicht und Taschen kann ich in deinem Mini und deinem Shirt auch nicht sehen."

"Clever. Offensichtlich bist du nicht so blöd wie ich es von einem Dealer in so ner miesen Gasse erwartet hätte", steigerte Remy das schmutzige Vorspiel auf ein neues Level und schockierte sowohl den Schwarzen als auch seinen noch immer gaffenden Kunden. Bevor er wütend werden konnte, fuhr die heiße Ärztin fort: "Ich mag Bad Boys, aber clevere Bad Boys sind noch heißer." Sie ließ seine Berührung an ihrer Taille zu und verlagerte ihr Gewicht leicht gegen ihn. "Und du hast auch ganz richtig erkannt, dass ich keinen einzigen Dollar dabei habe." Auch diese Mitteilung ließ sie kurz wirken, dann nickte sie in die Richtung des dicken, weißen Boys. "Er bezahlt für mein Koks."

Wie reagiert der Weiße? Und wie der Dealer?

Comments

      More fun
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