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Walter wird Wichsvorlage

Chapter 9 by Fotzenglotz Fotzenglotz

Max sah seinen Vater an. Die Spannung im Auto war so greifbar, als würde man die Luft mit bloßen Händen zerschneiden können. Walter saß da, das Lenkrad fest umschlossen, sein Blick zwischen Anzugsstolz und blankem Entsetzen hin- und hergewandert.

„Echt jetzt? Ich soll… mich in deine Wichsvorlage verwandeln?“ fragte Walter mit einer Stimme, die so brüchig war wie trockenes Laub. Er schluckte schwer und sah kurz auf seine eigenen kräftigen Hände hinunter. Die Vorstellung, dass diese Hände nun die Form einer Frau annehmen könnten, war fast zu viel für seinen Verstand zu fassen.

Max lehnte sich ein Stück vor, sein Blick war voller Vorfreude und einem Funken Herausforderung. „Sie hat gesagt, du musst dich nur auf eine andere Person konzentrieren“, erinnerte ihn Max leise. „Die Fähigkeit ist jetzt in dir. Zeig mir, was du kannst.“

Walter zögerte. Er blickte zu seinem Sohn und sah darin keine Verzweiflung, sondern eine fast schon kindliche Neugier, gepaart mit der Leidenschaft eines Mannes, der das Unmögliche erleben wollte. Ein tiefes, tiefes Durchatmen entwich seiner Lunge.

„Okay“, flüsterte Walter. „Ich… ich versuche es.“

Er schloss die Augen. Er atmete tief ein und versuchte, seine Gedanken zu fokussieren.

„Konzentrier dich“, drängte Max leise, fast wie ein Flüstern, das die Luft zum Vibrieren brachte. „Lass die Form in dein Inneres fließen.“

Plötzlich geschah es. Ein feines, helles Flimmern begann um Walters Körper herum zu tanzen, als würde er aus reinem Licht gewebt werden. Es war kein lauter Prozess, aber er war visuell überwältigend.

Zuerst begannen seine breiten Schultern zu schrumpfen, die kräftigen Knochen wurden feiner, zierlicher. Seine massiven Hände wurden schmaler, die Finger länger und eleganter. Die groben Züge seines Gesichts glätteten sich wie durch ein unsichtbares Werkzeug; der Kiefer wurde weicher, die Augen wichen unter sanfteren Brauen hervor.

Max hielt den Atem an. Er sah zu, wie sein Vater buchstäblich „verschwand“ und etwas völlig Neues an seine Stelle trat. Die Kleidung des Vaters – das Hemd, die Hose – schien sich fast organisch in den Stoff des blauen Dirndls zu verwandeln, das sie nun trug. Das dunkle Haar wurde länger, heller, bis es als glänzende blonde Mähne über die Schultern fiel.

Innerhalb weniger Sekunden war die Verwandlung abgeschlossen. Die blonde Frau im Dirndl blinzelte langsam, ihre langen Wimpern frisch aus dem Prozess gestiegen. Sie sah Max an – oder vielmehr: Sie sah ihn mit den Augen von Walter an.

Max starrte sie an. Es war die exakte Kopie der Frau aus dem Zug. Die gleiche Aura, die gleiche Schönheit. Aber es war sein Vater, der da vor ihm saß. Das Paradoxon war so absolut, dass Max fast ein Lachen unterdrücken musste.

Die Blonde – Walter – hob zitternd ihre nun feinen Hände und berührte ihr eigenes Gesicht, die weiche Haut, das volle Dekolleté des Mieders. Ein leises, fast unhörbares Keuchen entwich ihrem Mund.

„Max…“, sagte sie.

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