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Tagebuch ein Geschenk

Chapter 6 by Peter_ENF

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Yoga geht inzwischen leichter. Ich rolle die Matte aus, mache das Licht an und bleibe vor der Scheibe, weil sie innen spiegelt und ich so merke, ob ich gerade bin. Die Sicherheit ist noch da. Diese stille Zufriedenheit, dass der Raum mir gehört. Auch wenn ich nichts anhabe. Und es fühlt sich gut an, wenn ein Zug vom Fenster die Nippel steift, sie sich aufrichten und da ist diese leichte Erregung, die ich nicht bestellt habe. Ich atme durch und mache weiter.
Dann war der Tag chaotisch. Es hat geklingelt. Mitten unter der Dusche. Hartnäckig. Ich bin nass die Treppe runter, nur das dünne Handtuch, weil ich dachte, es dauere eine Sekunde. An der Tür war ich unsicher und aufgeregt zugleich. Unsicher wegen des Tuchs. Wegen allem, was es nicht hält. Leicht erregt, weil ich nackt darunter war und weil jemand hätte kommen können. Die Angst vor Entdeckung saß mir schon im Hals, bevor ich aufgemacht habe.

Silke. Nur Silke. Präsentkorb, Sekt, Pralinen, Kopfhörer, irgendein Hörspielabo. Morgen Versammlung bei ihr im Garten. Meistens laut, fast nur Männer. Ich habe übermorgen Frühschicht, deshalb die Rücksicht. So hat sie es gesagt. Nachbarschaft. Ich wollte höflich nicken und schnell wieder rauf. Das Tuch saß zu knapp. Der Flur war kühl. Ich habe es höher gezogen, unten rutschte es nach.

Dann der Korb. Ich brauchte beide Hände. Der Knoten gab nach. Fast. Für einen Herzschlag lag Haut frei. Silke hat das Tuch aufgefangen. Von vorn. Die Finger darunter, kurz, fest, als wäre es Hilfe. Upps, hat sie gesagt.

Da war dieser seltsame Schauer durch den ganzen Körper. Kribbeln im Bauch. Verlegenheit so heiß, dass ich kaum stehen konnte. Nicht, weil sie gemein gewesen wäre. Weil eine Berührung dort nicht nur dort bleibt. Weil sie einen Zug auslöst, den ich kenne: die Nippel noch wacher, die Mitte warm, der Kopf voller Entschuldigung. Ich habe zu oft genickt. Wollte die Tür zu. Leichte Panik. Genau das. Nicht laut. Nur dieses Bitte-nicht, während ich den Korb geklemmt habe und das Tuch wieder festzog.

Oben habe ich mich fester eingewickelt, als könnte Stoff die Stelle löschen. Sie brennt noch. Nicht nur vor Scham.
Ich glaube ich war unhöflich. ich muss mich bei ihr entschuldigen. Ich möchte sie nicht verlieren. Ich bin dankbar. Wirklich. Und verlegen. Und immer noch ein bisschen wach, als hätte der Luftzug vom Flur und ihre Hand dasselbe getan. Yoga hat sich sicher angefühlt. Die Tür nicht. An der Tür war ich nackt genug, um zu merken, wie schnell aus Freundlichkeit ein Schauer wird. Aber warum fühle ich das immer noch zwischen meinen Beinen.

Ich werde das Hörspiel heute noch ausprobieren damit ich ihr das morgen erzählen kann und dass sie weiß, dass alles okay ist.
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