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Tagebuch Einkaufsladen
{letter signed "Sandy"}
Heute fühle ich mich elend und geil gleichzeitig. Nicht nur wegen der Schlange und nicht nur wegen des Eies. Silke hat mich gesehen. Wirklich gesehen. Nicht als Nachbarin mit einem vollen Wagen, sondern als Frau, die sich im Personalraum krümmt, die Jeans an den Knöcheln, den nassen String, das Ding noch in sich, bis ich endlich gekommen bin. Vor ihr. Nachdem die Männer raus waren. Oh Gott, wie peinlich.
Ein glatter Druck innen, den ich mitnehme wie eine zweite Schicht. Einkaufen. Slip, Jeans, Bluse, Stöpsel unter dem Haar. Milch. Ob Peter dienstags überhaupt zum Markt geht. Mehr wollte ich nicht.
An der Kasse war die Schlange lang. Silke vorn, Hand hoch, das breite Lächeln. Ich habe zurückgewinkt und gehofft, niemand merkt, dass ich innen schon feucht bin, nur weil ich stehe. Dann das neue Stück. Kurz Panik. Dann Wärme. Büro, leise Stimme, dezente Vibration. Ich wollte runterdrehen. Der Daumen rutschte. Es kippte.
Hardcore. Hohe Frequenz. Eine Angestellte, ein Flur, mehrere Männer. Das Ei sprang gegen den Punkt vorn innen. Ich habe gekeucht. Leute haben sich umgedreht. Schweiß am Nacken. Die Jeans zu eng, der Slip nass, die Lippen zuckten um das Ding. Eine Dame hat gefragt, ob alles okay sei. Ich habe gelogen. Bauchkrämpfe. Tage. Sie hat Manfred gerufen. Seine Hände an der Taille und unter dem Ellbogen waren wie Feuer. Jeder Finger auf der Bluse ging direkt nach unten. Die Knie sind weich geworden. Ich habe mich auf einen fremden Mann gestützt und war kurz davor, unkontrolliert zu kommen, mitten zwischen Wagen und Kassenband.
Silke hat uns nach hinten geschickt. Personalraum. Enger Flur. Liege. Sie hat die Hand auf meinen Bauch gelegt und gesagt, da brumme es aber ganz schön. Die Jeans sollte runter, sie schneide so. Die Herren haben geholfen, als wäre das Erste Hilfe. Knopf. Reißverschluss. Der transparente String, durchnässt, das Ei als runder Druck, ein Fleck am inneren Schenkel. Ich habe die Augen zugemacht und trotzdem weitergezuckt. Silke hat die Männer rausgeschickt. Periodenschmerzen. Danke Silke.
Dann erst der Orgasmus, hart, die Hüfte gegen ihre Hand, zu laut für diesen Raum, Nässe im String, ein Tropfen auf dem Boden. Elend. Elend. Elend.
Aber irgendwas war anders. Sie hat mich nicht verurteilt. Sie hat keine Szene gemacht. Sie hat mich gedeckt. Vor Manfred, vor der Dame, vor dem Kassierer. Ich habe es ihr erzählen müssen: ihre App. Sie hat abgewinkt. Sie hat es mir geschenkt. Sie freut sich, wenn es mir gefällt. Offensichtlich. Das ist Freundschaft. Nicht das Lächeln vom Zaun. Das hier. Eine Tür, die zumacht, und ein Satz, der mich schützt.
Trotzdem war da noch das andere Gefühl. Ja, die Vibrationen waren stark. Aber da war noch etwas. Das Unausweichliche. Ich konnte nicht weg. Ich konnte den Wagen nicht stehen lassen und laufen. Ich konnte das Ei nicht rausholen, solange fremde Hände an mir waren. Erst als die Männer weg waren. Erst vor Silke. Gefangen zwischen Höflichkeit und Körper. Zwischen Milch und Orgasmus. Sowas habe ich noch nie gespürt. Nicht bei ihm früher, nicht allein auf der Couch, nicht in der Sauna. Dieses Nicht-Können. Dieses Muss-hier-bleiben, während unten alles schon kommt.
Ich werde mir Gedanken dazu machen. Nicht als Drama. Als Warnung. Als Wunsch? Ich werde vorsichtiger sein mit dem Ei. Ich werde es weitertragen. Der Druck innen gehört inzwischen zu mir, heimlich, warm, eine Erinnerung. Aber nicht mehr unkontrolliert in der Öffentlichkeit. Nicht in einer Schlange. Nicht dort, wo ein Kind fragen kann, ob die Tante krank ist. Nicht dort, wo ein Mann die Jeans aufmacht und zu langsam geht.
Vielleicht privat. In einer Sauna. Während ein gewisser Saunameister da ist. Donnerstag. Ungestört. Dann wäre der Kitzel kein Unfall mehr, sondern eine Entscheidung. Mal schauen.
Silke weiß jetzt vom Ei. Das ist nachbarschaftlich und macht mich elend und hält mich gleichzeitig fest. Sie hat gesehen, wie ich komme, und mich trotzdem nach Hause geschickt wie eine Freundin, nicht wie eine Schlampe. Ich wiederhole das, weil der andere Satz sonst gewinnt. Der Satz, dass nur Arschlöcher mich wollen. Silke hörte meine Geschichte und hat sie zugedeckt.
Ich bin nach Hause gekommen, nochmal geduscht. Ich lege das Ei beiseite und merke, dass ich es vermisse, sobald es draußen ist. Genau deshalb muss ich nachdenken. Genau deshalb trage ich es weiter. Nur nicht beim Einkaufen in der Schlange. Nur nicht dort, wo ich nicht weglaufen kann. Und irgendwann, vielleicht, dort, wo Holz ist und Hitze und ein Mann, der rot wird und bleibt. Mal schauen.
Jetzt geht es mir wieder gut.
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Dear Rowan,
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