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Tagebuch: Oh was für ein Tag.
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Noch nie stand so ein Tag in einem Tagebuch. Da bin ich mir sicher.
Ich bin aufgewacht und wollte den Tag klein halten. Rücken steif von der Couch, der Kopf noch voll von der Stimme, die Beine schwer, als hätte ich nicht geschlafen, sondern gearbeitet. Erst Arbeit. Headset. Stimme fest. Lächeln, das niemand sieht. Dazwischen Kaffee, die Lampe, der Blick aus dem Fenster, der nichts sucht. Ich dachte, wenn ich funktioniere, bleibt der Rest leise. An der Tür dann nur raus, Tasche, Bahn, der Entschluss zur Sauna, weil das Kreuz noch pochte und ich Ruhe wollte. Keine Geschichte. Keinen Mann. Nur Hitze und Holz und dass mich niemand fragt.
Ich dachte, ich habe in der Sauna Ruhe.
Er war da.
Er, von dem ich träume. Er, der mein Vermieter ist. Peter mit dem Eimer. Peter im Dienst. Peter, der Aufguss macht, während ich nackt auf der oberen Bank liege, das Handtuch unter mir statt um mich, die Knie locker, weil niemand kommen sollte außer der Frau vom Empfang. Ich hatte die Augen zu. Ich wollte nicht reden. Dann seine Stimme. So. Dann erzähl mal. Und ich war sofort wieder das Mädchen, das nichts auf die Kette bekommt.
Peinlich. So peinlich, dass mir heiß wurde, bevor das Tuch überhaupt schwang. Ich, die wieder so dumm bin. Ich, die ein Versprechen aus der Bäckerei mit in die Hitze schleppt und es dann auspackt, als stünde da ein Richter und kein Mann, der nur einen Flirt wollte. Es war ein Hörspiel. Ich habe mitgemacht. Kleidung. Posen. Zwei Finger in der Muschi. Ich bin gekommen. Ich war allein. Kein Freund. Die Sätze fielen raus wie Steine. Danach wollte ich den Mund zunähen. Der Körper hat das Gegenteil gemacht. Nippel hart. Schenkel nass. Kitzler, der pocht, während ich ihm erkläre, dass da niemand war außer einer App und meiner Hand.
Für mich interessieren sich nur die Arschlöcher. Und auch nur wegen meinem Körper. Am liebsten wollen Sandy alle immer nur ficken. In den Mund. In den Arsch. In die Möse. Ich bin für viele nur ein Fickstück. Für Onkels, die zu lange hingucken. Für Arbeitskollegen, die nett sind, bis sie eine Lücke finden. Für den Ex, der Masken verteilt hat und Kumpels. Für Männer, die Wärme in mir lassen und danach Fotos. Fickstück. Fickstück. Ich höre das Wort sogar, wenn niemand es sagt.
Aber nicht Peter.
Er sieht die Frau hinter dem Fickstück. Er sieht quasi durch die Scheibe durch, wie ich wirklich bin. Offen. Lieb. Und wenn er es richtig anstellt, auch nass für ihn. Weil ich es will. Nicht weil ich gezwungen werde. Das halte ich fest. Das wiederhole ich, damit der andere Satz nicht gewinnt. Nicht Fickstück. Frau. Offen. Lieb. Nass, wenn ich ja sage.
Er hatte meinen Körper in der Sauna. Alles. Die Brüste, den Schweiß, den Schritt, den ich zu spät geschlossen habe. Er ist kalt duschen gegangen. Ich habe ihn nicht kalt gelassen. Ein kleiner Sieg. Ein kleiner, dümmer Sieg, an den ich mich klammere, weil der Rest so nach Flucht schmeckt. Ich musste kalt duschen. Er auch. Wir sind in verschiedene Richtungen. Unter dem Wasser habe ich fast gelacht, weil der Körper nicht begriff, dass das keine Geschichte war. Die Nippel blieben hart. Zwischen den Lippen blieb es warm. Ich habe mich gewaschen und war trotzdem erregt. Peinlich. Peinlich. Peinlich.
Am Abend habe ich das Abo aufgemacht, die Haare noch feucht, der Rücken endlich weicher. Ich wollte nicht noch einmal Trainer. Ich wollte etwas, das nach Holz und Hitze schmeckt, und da lag dieser Titel. Der Saunameister. Ein Zufall, habe ich gedacht. Ein Glück. Ich bin nicht auf die Couch. Ins Bett. Kissen. Matratze. Nackt unter der Lampe. Die Stimme warm, dann dreckig. Eine Frau mit geschlossenen Augen. Ein Mann mit Eimer, der kein Gast ist. Bis hierhin war es zu nah. Danach hat die Geschichte gemacht, was wir nicht gemacht haben.
Ich habe zwei Finger genommen und die Lippen auseinandergezogen. Ich war nass von der Erinnerung, nicht erst von der Stimme. Ich habe Peter gesehen. Peter mit dem Eimer. Peter mit der Wölbung. Peter, der nicht so gesagt hat und trotzdem hart war. In der Geschichte hat er die Regeln weggelassen. Zunge. Schwanz. Tief. Voll. Ich habe mitgemacht, im Takt, und bin gekommen, als er tief blieb. Danach noch einmal, länger, mit dem Vibrator auf dem Kitzler und den Fingern innen, und im Kopf nur er, der in der Sauna meinen Körper hatte und trotzdem zur kalten Brause gegangen ist.
Ich habe ihn nicht kalt gelassen. Ein kleiner Sieg.
Danach lag ich nass im Bett und habe denselben Kreis gedreht. Aufstehen, funktionieren, Tür, Ruhe suchen. Er war da. Ich war nackt. Ich habe zu viel gesagt. Ich bin dumm. Ich bin peinlich. Ich bekomme nichts auf die Kette. Die Arschlöcher wollen Sandy ficken. Aber nicht er. Er sieht die Frau. Er sieht durch die Scheibe. Offen. Lieb. Nass für ihn, weil ich es will.
Ich will das so behalten. Auch wenn mein Körper in der Hitze schon ja gesagt hat, bevor mein Stolz überhaupt aufgestanden ist. Auch wenn ich ihn zweimal gesehen habe und beide Male den Blick nicht ausgehalten habe. Auch wenn ich abends wieder die Stimme gebraucht habe, um auszuhalten, dass er gegangen ist. Ein kleiner Sieg ist trotzdem ein Sieg. Er ist kalt duschen gegangen. Ich bin nicht nur das, was Onkels und Kollegen in mir suchen. Ich bin die Frau, die erzählt hat und geflohen ist und trotzdem nass blieb. Für ihn. Nicht für die, die Masken verteilen.
Morgen Headset. Morgen Arbeit. Morgen tue ich so, als wäre Holz nur Holz. Und irgendwo darunter bleibt dieser Satz, den ich brauche, damit ich nicht wieder packe und flüchte: Nicht Peter. Er sieht durch. Er hat mich gesehen. Er hat mich nicht genommen. Ich habe ihn nicht kalt gelassen.
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