Gehen die Männer weiter?
Stimmung explodiert
Die Stimmung im Abteil kippt spürbar.
Die jungen Männer werden lauter, mutiger. Zuerst sind es nur anzügliche Blicke, dann kommen die ersten Kommentare:
„Boah, geile Schuhe… und erst das Halsband. Bist du sein Hündchen oder was?“
„Zeig doch mal, was du unter dem Rock trägst, Süße.“
„Der Typ hat’s echt gut, oder? Darf man mitspielen?“
Sie rücken näher. Zwei von ihnen stehen jetzt direkt vor uns, einer lehnt sich gegen die Sitzbank gegenüber und mustert mich unverhohlen von oben bis unten. Die Gruppendynamik erinnert mich unangenehm an den Teamabend – diese enthemmte, männliche Energie, die sich gegenseitig hochschaukelt.
Ich spüre, wie Angst in mir hochkriecht. Nicht panisch, aber echt. Die Situation könnte schnell eskalieren. Lukas hält mich fest an sich gedrückt, seine Hand liegt stark und beruhigend auf meiner Hüfte. Das gibt mir Vertrauen. Er beugt sich leicht vor und sagt mit fester Stimme:
„Haut ab, ihr Lüstlinge. Sie gehört mir.“
Ein paar lachen, als wäre es ein Witz. Es nützt wenig. Sie weichen nicht zurück. Einer macht sogar einen Schritt näher und grinst breit.
Ich überlege fieberhaft, wie ich das Ganze stoppen könnte. Schreien? Aufstehen und weggehen? Die Notbremse ziehen? Mein Körper ist angespannt wie eine Feder.
Dann passiert es.
Einer der Machotypen – groß, breitschultrig, mit Dreitagebart – streckt plötzlich die Hand aus und grapscht mir direkt an den Oberschenkel, schiebt die Finger unter den kurzen Rock.
Meine Reaktion kommt instinktiv und hart.
Klatsch!
Die Ohrfeige sitzt perfekt. Mein Handrücken kracht gegen seine Wange. Der Schlag hallt laut durch das Abteil.
Für einen Moment herrscht absolute Stille.
Dann bricht schallendes Gelächter aus. Die Kumpels grölen los, einer klopft dem Getroffenen auf die Schulter. Der Kerl selbst hält sich die Wange, starrt mich erst verdutzt an und stammelt dann:
„Entschuldigung, Madam… das war dumm von mir.“
Ich sitze aufrecht, das Kinn erhoben, das Herz rast. Die Ohrfeige hat gesessen – und die Lektion wirkt. Plötzlich spüre ich, wie sich die Dynamik dreht. Die Boys haben jetzt auf eine merkwürdige Art Respekt vor mir. Nicht mehr nur das geile Spielzeug, sondern die Frau, die sich wehrt und austeilt. Einige nicken sogar anerkennend, einer murmelt „Respekt“.
Lukas neben mir ist angespannt, aber ich spüre auch seinen Stolz. Er drückt mich etwas fester an sich, seine Finger streichen beruhigend über meine Seite.
Die Gruppe bleibt laut, aber der direkte Übergriff ist vorbei. Sie halten jetzt Abstand – nicht viel, aber genug. Die restliche Fahrt verläuft in einer seltsamen, vibrierenden Mischung aus Anspannung und neuer, fast spielerischer Aufmerksamkeit.
Ich atme tief durch und lehne mich leicht gegen Lukas.
In mir tobt ein Sturm. Angst. Erregung. Stolz. Und eine tiefe, warme Dankbarkeit, dass er mich hält – auch wenn ich mich gerade selbst verteidigt habe.
Die Fahrt geht weiter. Und ich bin gespannt, was mein Meister als Nächstes mit mir vorhat.
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