Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 15 by ThormGravis

Welche Rolle und welches Outfit wählt Remy?

eine Tänzerin

Remy durchstöberte die beiden Truhen, in denen sich Outfits für männliche wie auch weibliche Charaktere verbargen: Rüstungen aus Pappmaché, bestickte Gewänder für Zauberer, Waffenröcke, Mieder, Wamse, Stiefel, Schilde, Nachbildungen von Waffen, Zauberbücher. Alles Erdenklich war vorrätig. Sogar ein paar spitze Elfenohren aus Plastik und ein falscher, äußerst voluminöser Zwergenbart zum Ankleben waren vorhanden. So nerdig die Sammlung auch war, musste Remy zugeben, dass Alan auch hier wohl nicht geknausert hatte. Die Kleidungsstücke besaßen eine beachtliche Qualität und wiesen eine sehr liebevolle, wahrscheinlich von Hand gefertigte Verarbeitung auf.

Wenn schon nerdig, dann auch richtig, ging es ihr durch den Kopf, während sie einige Stücke herausholte, sich probeweise vor den Körper hielt und sich im Spiegel betrachtete. Dabei versuchte sie sich an die Spielrunden an der Uni zu erinnern. Welche Rolle hatte sie damals gespielt? Stattdessen förderte ihr Gedächtnis hauptsächlich Erinnerungen zu tage, bei denen es darum ging, dass sie die Nerds durch Handlungen ihrer Figur und doppeldeutige Bemerkungen noch heißer auf sie gemacht hatte als die Kerle es ohnehin schon auf sie waren. Sie musste grinsen. Du warst ein unartiges, böses Ding, Remy, dachte sie belustigt und erinnerte sich wieder an Spitznamen, den die Kerle ihr gegeben hatten. Naughty Remy war ihr stets am liebsten gewesen. Sie hatte sich wohl mit diesem Namen gefühlt. Damals war vieles einfacher gewesen. Heute musste sie aufpassen, was ihre Kollegen und vorallem House von ihr erfuhren, damals war es ihr völlig egal gewesen, welchen Ruf sie an der Uni gehabt hatte. Nein, das stimmte so nicht ganz. Sie hatte ihren Ruf gemocht.

Für Remy stand fest, dass sie auf jeden Fall ein sexy Kostüm tragen wollte. Die Rolle würde sie daran anpassen müssen. Zwischen den anderen Sachen fand sie eine aus Kunststoff gearbeiteten und sexistisch knappen Chainmail-Bikini, das wohl klischeehafteste Stück Kleidung, dass die Live-Rollenspiel-Szene zu bieten hatte. Aber wer konnte einer mittelalterlichen Welt schon ernsthaft vorwerfen, dass sie sexistisch war. Ganz zweifellos diente dies nur der Authentizität. Sie lächelte abermals und legte das winzige Stück Kleidung als eine mögliche Alternative heraus. Dann hielt sie sich ein zweiteiliges, nicht sonderlich mehr bedeckendes Outfit einer Tänzerin vor den Körper, posierte damit vor dem Spiegel und fragte sich, ob Alan oder vielleicht sogar mehrere Kerle ihr durch eine versteckte Kamera zusahen. Der Gedanke erregte sie und sie vollführte einige heiße Tanzbewegungen. Auch dieses Stück kam in die nähere Auswahl.

Schließlich hatte Remy die Kisten durchsucht und zog sich aus - ganz langsam und lasziv, nur für den Fall, dass ihr jemand zusah. Nur im String und ihren Stiefeletten betrachtete sie ihr nahezu nacktes Ebenbild im Spiegel. Auf ihre eigenen Schuhe würde sie nicht verzichten. Allein der Gedanken daran, die verschwitzten Überreste einer Vorgängerin an den Füßen zu haben, ekelte sie. So wie die Klamotten aussahen hatte Alan sie sicherlich reinigen lassen, aber sie wollte kein Risiko eingehen. Sie nahm das Kostüm der Tänzerin, hielt es sich abermals vor den Körper und befand, dass es ausreichend wenig verdeckte. Sie reizte zwar auch der Chainmail-Bikini, aber ihr würde es besser gefallen, eine verführerische sexy Tänzerin zu spielen als eine hartgesottene Kriegerin. Langsam zog sie sich das rote Outfit an: ein bauch- und armfreies Top mit großzügigem Ausschnitt und zahlreichen goldenen Verzierungen (es passte Remy gerade so), und ein Röckchen, das kaum aus mehr als einem verzierten Gürtel bestand, von dem zahlreiche fast knielange, aber äußerst luftig angeordnete Bänder herabfielen, so dass sie im Stehen zwar alles verbargen, in der Bewegung aber viel offenbarten. Dazu wählte sie eine geheimnisvolle Halbmaske, die die Nase bedeckte und ihre Augen betonte.

Sie betrachtete sich im Spiegel und war sich sehr sicher, dass sie selbst scharf auf sich geworden wäre, wenn sie ein Kerl gewesen wäre. So gewandet kehrte sie zu den übrigen Gästen zurück, die sich ebenfalls umgezogen hatten. Offenbar besaßen sie alle eigene Gewänder. Nun standen den Kerlen - aber auch Anett, wie Remy erfreut bemerkte - die Münder offen.

"Wow", war alles, was Thomas sagen konnte. Remy musste lächeln, als sie ihn sah. Der schmächtige Kerl steckte in einem Barbaren-Outfit, dass aus einem Lendenschurz und schweren Fellstiefeln bestand und bei einem muskulöseren Mann sicherlich mehr an Conan erinnert hätte.

"Eine ausgezeichnete Wahl." Alan nickte anerkennend, der eine geheimnisvolle violette Robe trug.

Wang, gewandet in eine Mönchskutte, sah so aus als wolle er schnell ins Bad verschwinden, um nicht gegen den Zölibat zu verstoßen - zumindest nicht auf einer fleischlichen Ebene.

"In der Tat", bestätigte Anett und kam näher. "Ganz ausgezeichnete Wahl", hauchte sie, während sie Remy langsam umkreiste und begutachtete. Sie trug Elfenohren und ein hauchdünnes, an der Taille mit einem Gürtel eng geschnürtes Seidengewand, das gerade so über ihren Po reichte und im richtigen Licht nichts gänzlich offenbarte, aber auch nicht viel der Phantasie des Betrachters überließ.

"Eine würdige Mitreisende." Franklyn musterte sie mit offener Geilheit. Er trug eine ebenfalls aus Plastik bestehende, aber auch hervorragend gearbeitete und ziemlich echt aussehende Rüstung, die ein Kettenhemd überzeugend darstellte. Dazu hatte er sich einen Zwergenbart angeklebt und eine Streitaxt geschultert. Die dicke Brille war verschwunden und glücklicherweise war auch vom Stiftset nichts mehr zu sehen.

"Gut, gut", frohlockte Alan. "Ich denke, dann können wir mit dem Spiel beginnen." Dabei blickte er in Richtung von Remy, als habe er diese Worte hauptsächlich für sie gesagt.

Wie beginnt das Spiel?

Comments

      Want to support CHYOA?
      Disable your Ad Blocker! Thanks :)